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Oscar-Favorit "Silver Linings": Die amerikanischste aller Krankheiten
SenatorEin bisschen bipolar? Ein bisschen sexsüchtig? Im Oscar-Favoriten "Silver Linings" gibt es nichts, was ein Tanzwettbewerb und natürlich die Liebe nicht heilen könnten. Was als Satire auf die Selbsthilfe-Kultur der USA startet, endet so in der Ideologie des Ego-Unternehmertums.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/os...-a-875439.html
- #1 03.01.2013 15:24 von
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Oscar Favorit?
Isses wieder soweit bei SPON?
Ist der Oscar Newsticker schon in Vorbereitung? - #2 03.01.2013 15:57 von
Gegen die deutsche Ideologie
Da hat der Film wohl jemanden verärgert, der an Reparaturmedizin und die heilende Wirkung von Psychopharmaka glaubt. Wahnvorstellungen gibt es eben in jeder Kultur. Aber eben unterschiedliche...
- #3 03.01.2013 16:21 von
Vice versa
"...lässt sich durch Disziplin und die richtige Partnerin in Rekordzeit beheben. "
Was hier (und in unzähligen anderen fiktionalen Geschichten der jüngeren Vergangenheit) propagiert wird, ist die Umkehrung eines alten, chauvinistischen Prinzips: Es besagt, dass eine überspannte Frau nur mal von einem "richtigen" Mann beschlafen werden bräuchte, um wieder ins Lot zu kommen.
Gegenwärtig wird uns permanent eingebläut, ein Mann für sich allein genommen sei nicht überlebensfähig, nur die Partnerin (die natürlich als Einzige weiß, was gut für ihn ist) kann ihm zu einer lebenswerten Existenz verhelfen.
Im Grunde bedeutet dies die Ausweitung des Mutter-Prinzips, mit dem Ergebnis, dass dem "Mann" das Denken und jede Verantwortung abgenommen wird, während seine "Partnerin" von seinem Status und Einkommen profitiert. - #4 03.01.2013 17:09 von
Soso...
Da ist die Kritikerin zwischendurch wohl kurz eingenickt, oder ? ;-)
Ansonsten muss ich mal wieder über die hohe Qualität von Hannah Pilarczyks Kritik als Kontraindikator für einen guten Film schmunzeln.
Natürlich kann man jeden Spielfilm auf Wahr- und Unwahrheiten, Gesellschaftskritik oder -konformität sezieren. Ein Spielfilm sollte jedoch auch den Anspruch haben, zu unterhalten. Und das tut der Film trotz seiner 122 min Spieldauer in ganz außergewöhnlicher Art und Weise. Unkonventionell mit einem Hauch von Romantik unter Verzicht auf den oftmals auftretenden Kitsch.
Manchmal frage ich mich, welchen Zweck schreibende Medienkritiker eigentlich noch erfüllen, solange ihr ganzes Trachten lediglich darauf ausgerichtet ist, eine Contra-Haltung einzunehmen und sei sie auch noch so abwegig.
Besonders gut ist dieses Verhalten bei Filmfestspielen zu beobachten. Da wird der letzte Müll, den ein Kunstleistungskurs in der 11. Klasse besser hinbekommen würde, von den Kritikern unisono zum absoluten Kulturevent hochgejubelt, obwohl der ganze Saal vor Unmut tobte.
Aber vielleicht leben Kritiker ja in einer Parallelwelt unter ihresgleichen und glauben ja wirklich, dass sie ihren Lesern damit einen Gefallen tun.... - #5 03.01.2013 23:28 von
- #6 25.01.2013 15:14 von
So ein Quatsch
Nun ich kenne den Film und stelle fest, daß Wahrnehmungen offensichtlich grundverschieden sein können. Um ein anderes Bild vom Film zu bekommen empfehle ich die Rezension von Schwickert aus der Zeit. Für mich war gerade dieses Psychogramm der vorübergehenden Rückkehr eines Enddreißigers uind des Erlebens des Aufflackerns alter Familienrollen sehr spannend und klasse inszeniert. Aber was will man machen, wenn Frau Pilarzczyk lieber nur an Krankheit als Schicksal glauben will und sich für das System nicht interessiert. Heilung als Happy End? Im Film geht es nicht um Heilung sondern um das Finden zweier Menschen, die noch andere Wahrnehmungskanäle kennen als wir und es geht auch darum, daß eine Manie nichts sein muß vor dem man panisch Angst haben muß. Damit läßt sich heutzutage gut leben und es macht Spaß das zu sehen.
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