Orient-Comic "Habibi": Dürfen's ein paar Haremsdamen mehr sein?

So sehnsüchtig wie Craig Thompsons "Habibi" wurde kaum ein Comic erwartet. Doch der vielfach preisgekrönte Zeichner hat sich an*seiner 700 Seiten starken Liebesgeschichte aus dem Orient leider ziemlich verhoben -*denn er*lässt*fast kein Arabienklischee aus.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...789068,00.html
  1. #10

    ...

    Zitat von Dunewalker Beitrag anzeigen
    Rushdie ist Indisch- britisch.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Salman_Rushdie
    soviel zum nichtswissenden Deutschen
    Sorry, mein Fehler. Ich war zu sehr fokussiert auf die Fatwa gegen ihn, die von iranischem Boden vom grössten Anti-Iraner Khomeini erlassen wurde. Ein Punkt für Sie!
  2. #11

    ...

    Zitat von FMK Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, die ersten Seiten des Comics, die unter "Bildergalerie" erscheinen sind durchweg abstoßend.

    Ein kleines Kind wird einem alten Mann verkauft, der es sexuell missbraucht.

    Einfach nur abstoßend, falsch und verurteilenswert.

    Es mag manche Leser geben, die dabei die Schultern zucken und sagen: So ist das halt.

    Ich kann das nicht. Es ruft in mir die Empörung wach.
    Und deswegen ist das Buch schlecht? Weil was drin passiert, was Sie falsch und verurteilenswert finden? Mein Gott, dann ist ja schon der "Tatort" oder die "Lindenstraße" zuviel für Ihre Nerven.
  3. #12

    Salman Rushdie

    Zitat von Sheherazade Beitrag anzeigen
    Und wer sagt Ihnen, dass es in orientalischen Geschichten keine Moral gibt? Noch nie etwas von Rumi gelesen? Oder von Farid ud-Din Attar? Aber was erwarten Sie denn von einem Amerikaner, der eine Geschichte erzählt aus einer Kultur, die nicht seine ist? Umgekehrt, wenn heute ein Schriftsteller aus einem orientalischen Land typisch europäische Geschichten erzählen will, ist das meist genauso schlecht (siehe Salman Rushdie). Wenn Sie etwas authentisches wollen, sollten Sie sich an die Schriftsteller und Künstler aus dem jeweiligen Land halten. Anders sieht es natürlich mit persönlichen Erlebnisberichten aus, da kann es umgekehrt ganz interessant sein, wenn jemand aus einem Land berichtet, das nicht das eigene ist. Wenn Sie so etwas interessiert, habe ich hier einen Link für Sie: http://indosolar.wordpress.com
    Salman Rushdie ist britischer Staatsbürger, und auch wenn es manchmal nicht so scheint: Britain ist europäisch.

    Im Übrigen scheinen Sie an Authentizität zu glauben - vielleicht ist ein fremder Blick machmal erhellender als das (vermeintlich) Authentische!
  4. #13

    wer ist die zielgruppe?

    wenn dieser comic hauptsächlich für die westliche welt gezeichnet wurde, dann ist michky maus schon deutlich besser zu empfehlen (inhaltlich) weil hier ja hauptsächlich nur dumpfe westliche klischees aufgezeigt werden.

    aber wenn der comic im orient vertrieben wird, dann ist er sehr gut. weil er denen dort mal zeigt, welche vorurteile und phantasiebilder der westen über den orient hat.
  5. #14

    ...

    Zitat von Shayla Beitrag anzeigen
    Ach, liebe Sheherazade, benutzen Sie nicht unseren persischen Rumi für Ihre orientalisch-arabische Propaganda, ja?! Und was haben Sie gegen den Iraner Salman Rushdie? Scheinbar macht Ihnen der Fakt, dass eine Todes-Fatwa gegen ihn verhängt wurde weitaus weniger aus als dass er nicht in Ihrem islamischen Sinne heuchelt. Mädel, Sie glauben wohl noch immer, Sie haben es hier mit irgendwelchen nichtswissenden Deutschen zu tun, denen Sie jedes MÖCHTEGERN "orientalisches" Märchen erzählen können!
    Es wurde ja bereits gesagt, dass Rushdie kein Iraner ist. Und davon abgesehen, was soll das, mir hier Privatnachrichten zu schicken und dann noch nicht mal eine Antwort zu akzeptieren. Ich dachte bisher, der Sinn eines solchen Forums sei es, dass man sich hier gegenseitig austauscht und nicht, anderen den Mund verbieten zu wollen?
  6. #15

    Eigentlich isses ja mehr eine Graphic Novel...

    ... aber wo wir hier gerade so schön den interkulturellen Austausch pflegen - ich hätte da gern ein kleines Liedchen eines irischen Barden beigesteuert, welches sich der eine oder andere Mitdiskutant ruhig einmal anhören, wenn nicht gar verinnerlichen sollte:

    Luka Bloom - I Am Not At War With Anyone

    Herbstliche Grüße. :)
  7. #16

    Klischees

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    So sehnsüchtig wie Craig Thompsons "Habibi" wurde kaum ein Comic erwartet. Doch der vielfach preisgekrönte Zeichner hat sich an*seiner 700 Seiten starken Liebesgeschichte aus dem Orient leider ziemlich verhoben -*denn er*lässt*fast kein Arabienklischee aus.

    http://www.spiegel.de/kultur/literat...789068,00.html
    Wenn einem Autor in unseren MSM vorgeworfen wird, er lasse "fast kein Arabienklischee aus", dann kann das nur eines bedeuten: Er hat die Defizite dieses Kulturkreises beim Namen genannt.

    Von einzelnen, auch häufigeren zweifelhaften Vorkommnissen auf das Ganze zu schließen ist politisch nämlich immer dann korrekt und notwendig, wenn es um den konservativen Bereich geht. Läßt Sara Palin mal einen schiefen F... fahren, so ist bei SPON (vgl. den Amerikakorrespondenten M. P.) gleich die gesamte Tea-Party-Bewegung diskrediert.

    Beschreibt ein Autor dagegen z. B. arabischen Mißbrauch in Form von Kinderehen, so bedient er angeblich unzulässige Klischees, unabhängig von der Gesetzeslage, derzufolge Mädchen etwa im Jemen und in Saudi-Arabien schon mit neun Jahren verheiratet werden können. Wobei dazu häufig Kinder aus ärmeren Regionen importiert und nach einschlägiger Nutzung wieder abgeschoben werden.

    Merke dir, lieber Leser, wenn du es nicht schon weißt: Mißliebige Feststellungen sind Klischees, erwünschte sind kritische Einsichten!
  8. #17

    Vielleicht

    Aber verfügt er denn wirklich über ein reflektiertes Wissen über die moderne arabische Welt, das aus eigenen Erfahrungen mit den Menschen des Kultur-Kreises entstanden ist? Oder sind es nicht vielleicht doch bloß die Klisches, die vollkommen unkritisch in westlichen Medien runtergebetet werden?

    Grundsätzlich ist ja überhaupt nichts verwerfliches daran auf Fehler aufmerksam zu machen und zu informieren und zum Nachdenken anzuregen. Bloß dann sollte man auch mit einem gewissen Maß an Autorität sprechen können und nicht einfach nur anderen nachplappern, die es auch nicht besser wissen.
  9. #18

    Haha!

    Zitat von Shayla Beitrag anzeigen
    AUSTAUSCHEN ist das Zauberwort. Sie TAUSCHEN SICH NICHT AUS, sondern Sie sind immer da zu lesen, wo Sie Menschen, denen der Islam suspekt ist oder sonstwie nicht positiv erscheint, zu verschönern bzw. jene Kritiker schlecht aussehen zu lassen.
    Deshalb bin ich an einem Austausch mit Ihnen nicht interessiert, werde Sie aber sehr wohl im Auge behalten, wenn Sie im Namen Ihrer "friedlichen" Religion auf Propaganda-Tour gehen. Und Rumi, wie schon gesagt, werden Sie sicherlich nicht missbrauchen für Ihre islamischen Zwecke!
    Mich im Auge behalten? Für wen halten Sie sich, für die Stasi oder was? Wenn Sie an einer Unterhaltung mit mir nicht interessiert sind, warum schreiben Sie mir dann? Und was soll überhaupt immer diese Geschichte mit Islam, damit hat dieses Thema hier doch wenn überhaupt nur am Rande zu tun, mich hat lediglich die einseitige Betrachtungsweise eines Foristen hinsichtlich orientalischer Literatur gestört, das ist alles.
  10. #19

    .

    Ehe diese Dikussion noch weiter abdriftet, würde ich gerne wissen, ob einer der hier Anwesenden das Comic überhaupt gelesen hat? Ich wurde durch den Artikel neugierig und generell scheint die Meinung im Pressespiegel deutlich positiver zu sein, als was hier bei SPON veröffentlicht wurde. Das Buch gibt es auf englisch derzeit für 15 € in der gebundenen Ausgabe, welche ich mir heute flugs geordert habe.