Ein Mediziner am Universitätsklinikum Göttingen soll im großen Umfang Krankenakten gefälscht haben, um ausgewählten Patienten eine Spenderleber zu verschaffen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Es soll sich um etwa 25 Fälle handeln.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...845461,00.html
Wer das meiste Geld für ein Organ bezahlt bekommt es. So wird es in Zukunft sein. Der Anfang ist schon gemacht.
wenn ich sehe das vermögende Herrschaften aus den ölreichen Ländern offensichtlich in Deutschland zwei Wochen auf ein Organ warten müssen dann stimmt hier gewaltig etwas nicht.
Ich kann nur jedem raten einen Organsprendeausweis ständig mit sich zu tragen auf dem die Spende ausdrücklich ausgeschlossen ist.
Solange damit (verdammt viel) Geld verdient werden kann, besteht immer die Möglichkeit von Mißbrauch.
In den 90ern haben Mediziner aus Geldgier bewußt in Kauf genommen, dass Empfänger HIV verseuchtes Blut bekamen. Wer garantiert mir, dass im Notfall nicht die eine oder andere lebenserhaltende Maßnahme unterlassen wird, weil mein Körper gewinnbringend für eine Organspende ausgeschlachtet werden kann?
In jedem Krankenhaus, in dem ich bislang mehr als 2 Tage verbringen musste, wurde ich von mindestens 2 Ärzten untersucht. Bei Dialysen in Krankenhäusern für stationäre Patienten, die selten nach einem festen Schema verlaufen (Notfälle), ist die Chance zwei Mal hintereinander den selben Arzt zu Gesicht zu bekommen gering. Wie kann es sein, dass die Übermittlung an Eurotransplant von einem einzigen Arzt ohne Kontrolle erfolgt? M.E. müssen hier tatsächlich mehrere Ärzte, Pfleger und Laboranten zusammengearbeitet haben.
Dass das Verhalten der betroffenen Personen hier rechtswidrig ist und moralische tiefe Abgründe erblicken lässt ist denke ich unbestreitbar. Nichtsdestotrotz darf man hier das Fehlverhalten weniger Personen in einer Klinik nicht als generelles Argument gegen Organspende aufführen, das verzerrt den Maßstab und die Bedeutung dieser Tat in Bezug auf die gesamte Organspende völlig. Es gibt keine Bevorzugung von Privatpatienten gegenüber Kassenpatienten bei der Organspende und es wird auch niemals an lebenserhaltenden Maßnahmen gespart, nur weil eine Person Organspender ist. Es tut mir leid, aber jeder der diese Argumente in die Diskussion einbringt, beweist damit lediglich, dass er von der Materie keinerlei Ahnung hat.
Wer einfach nur Gutes tun möchte - egal wieviel Mieses passiert - der sollte in jedem Fall spenden - im besten Fall hat er einem Menschen das Leben gerettet, der anschließend noch viele positiven Dinge bewirkt, im schlechtesten Fall hat er einem korruptem Mediziner Geld in die Kasse gespühlt, der einen despoten und Massenmörder damit am Leben hält.
Aus Sicht eines Menschen der auf ein Organ wartet, oder eines Menschen der ihm nahe stehende Organbedürftige kenn - gibt es wohl kaum eine andere mögliche Sicht der Dinge (es sei den, man ist wirklich extrem pragmatisch (im Sinne einer globalen Gerechtigkeit...) und der Überlebenstrieb ist nicht so sehr dominant...) .
Wer die Sache im Kontext zu den Möglichkeiten stellt, die mit den Mitteln der hochkomplexen und kostenintensiven Transplantationsmedizin z.B. in anderen Bereichen dieser Welt an lebensrettenden Maßnahmen realistisch wären, der könnte - ohne die Korruption, ohne die Ungerechtigkeit der Organverteilung etc. als Argument hinzuzufügen - auch anderer Meinung sein.
Freilich - die gesparten Mittel werden kaum Kindern in Afrika zukommen - eher wird damit eine Brustvergrößerung, ein Lifting oder eine Fettabsaugung subventioniert werden.... -
Man stelle sich mal vor - wo würden wohl zuerst die Sektkorken knallen - wäre Organspende obligatorisch!