DSO/ Johannes Rey Mediziner und Politiker streiten über die Maßnahmen, die auf Organspendeskandal von Göttingen und Regensburg folgen sollen. Bislang liegt die Vergabe von Organen in den Händen von Ärzten und privaten Stiftungen. Kritiker fordern, den Staat in die Entscheidung über Leben und Tod einzubinden.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...849299,00.html
die Verteilung der Spenderorgane auf privat und gesetzlich versicherte auf? Ich hab da so das Gefühl, dass auch da etwas nicht stimmt und die gesetzlich versicherten als Ersatzteillager für die privaten dienen. Die Geschichte mit dem Fürsten von Thurn und Taxis damals hat auch schon zum Himmel gestunken.
Es gibt nur eine klare Lösung. Wer einer Organspende nicht zustimmen möchte, kann dies völlig unproblematisch tun. Österreich hat deutlich mehr Organe zur Verfügung.
Nach diesem Skandal habe ich meine Organspendebereitschaft widerrufen (so wie wahrscheinlich viele potentielle Spender): Kein Mafiahandel mit meiner Leber - auf die ich stets achte. Göttingen und Regensburg sind nicht die Ausnahme, sondern die Spitze eines Eisbergs namens Eurotransplant. Jetzt will offenbar auch noch der Staat mitmischen? Beim Ankauf illegaler Daten von Bankkunden sind die ja auch nicht gerade zimperlich!
Neben den zwei geschilderten (fiktiven) Fällen gäb's auch noch den dritten Fall. zB. ein Miliarden-schwerer Privatpatient aus den Golfstaaten gut abgeschirmt mit eigenen Dienstboten und Leibwächtern in einer privat Suite des gleichen Krankenhauses, braucht ebenfalls eine Leber. Dieser ist ohne weiteres in der Lage, ein Millionenhonorar zu zahlen und stellt darüber-hinaus noch eine "Spende" in beträchtlicher Höhe in Aussicht.
Preisfrage:
Wer bekommt im wohl im direkten Zuteilungsverfahren die Leber?
Im Medizinbetrieb gilt eben nicht "ohn Ansehn der Person" . Das ganze System basiert auf Bevorzugung von Finanzkräftigen, prominenten oder angeblich "wichtigen" Personen.
(Oder glaubt jemand im Ernst dass Frau Merkel nicht anders behandelt wird, wie freigesetzte Schlecker-Verkauferin.) Beispiele dafür kennt jeder der mal in einem Krankenhaus gearbeitet hat. Das ist derzeit nicht illegal -es gängige Praxis! - es ist dennoch un-ethisch, vor allem wenn man die Bevorzugten noch aus dem Ausland herholt, denn nein Großteil der Kosten trägt der deutsche Allerwelts- Krankenassen-Beitrags und Steurezahler (zB für das Personal die ganze baulich und Geräte Infrastruktur, Training und Ausbildung ect...).
Ich bin mir sicher, dass es mehr Spender geben würde wenn diese "elende Komerzialisierung" mit dem Humanen Gut besser kontrolliert würde.
Transparenz auch über tatsächliche Kosten und Gewinnmitnahmen.
Kein Spekulationsgeschäft mit Spenderorganen. Nicht mal mit Blut.
Ja, ein staatliches Controling, nach "gemeinnützigen Richtlinien" könnte
helfen schon die Möglichkeiten von Missbrauch zu vermindern.
Sicherlich wird auch dagegen wieder eine starke Lobby antreten...
Wirklich sehr bedauerlich für die Wartenden...
geringer, wenn die Entscheidungskriterien in der Hand von (Verzeihung aber so ist es doch:) in ethischen und medizinischen Fragen weitgehend ahnungslosen Politikern liegen ? Ich erinnere mich lebhaft an die Befragung von Bundestagsabgeordneten, die vor einer Abstimmung zum Eurorettungsfonds nicht einmal so grundlegende Dinge wie die Summe, um der es in der Abstimmung ging auch nur grössenordnungsmässig beurteilen konnten. Jetzt sollen diese Menschen hochkomplexe ethische Fragen lösen ? Eher wird die Erde zu einer Scheibe. Der vorgesehene Verteilungsindex ist übrigens derzeit völlig unabhängig vom Versicherungsstatus des Empfängers und so muss das auch bleiben. Dass einzelne Verbrecher dieses Prinzip mutwillig unterlaufen haben ist zu verurteilen und es muss überprüft werden, ob effektivere Kontrollen eingebaut werden können, aber wesentlich in Transplantationsfragen sind nun einmal medizinische Faktoren. Natürlich wäre es wünschenswert, ein wertvolles Spenderorgan möglichst effizient einzusetzen aber haben wirtschaftliche Faktoren (z. B. zu erwartendes wertschöpferisches Volumen des Organempfängers) überhaupt etwas in der Verteilungsfrage zu suchen ? Die Ebene auf die man sich dabei begibt ist schlüpfrig. Demnächst werden sonst rarer werdende medizinische Leistungen (Operationen etc.) vielleicht auch nach erwarteter Produktivität des Nutzniessers erbracht und wenig Produktive, z. B. Rentner gucken in die Röhre ? Dann sind wir schnell beim weiland bereits prognostizierten sozialverträglichen Frühableben.
Endlich ein neues Betaetigungsfeld fuer Volkswirte, Juristen und Theologen ...