Wirklich erschreckend, welch' harte Schicksale Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft zu ertragen haben...
Wolfgang L. glaubt, auf der Love Parade in Duisburg einen Menschen tot getrampelt zu haben. Seither geht sein Leben stetig bergab: Er verliert seinen Job, muss jetzt seine Wohnung räumen und kämpft gegen die Traumatisierung. Nun hofft er auf einen Neuanfang.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,762858,00.html
Wirklich erschreckend, welch' harte Schicksale Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft zu ertragen haben...
Wer jetzt, Wolfgang L. oder Wolfgang R.? Wäre schön, wenn man sich wenigstens innerhalb eines Absatzes mal einigen würde.
Ja, ich kann nir durchaus vorstellen, wie schlimm es sein muss, zu wissen, dass ich Menschen (wenn auch unabsichtlich) zu Schaden gebracht habe.Wenn Wolfgang L., dem ja nichts vorzuwerfen ist, ausser am falschen Ort, zu falscher Zeit gewesen zu sein, sich schuldig fühlt-wie mag es den Menschen gehen, die sich nachweislich über die Köpfe und Körper anderer rücksichtslos ihren Weg zum Fest gesucht haben? Hölle.
Bewegender Artikel mit einem gewaltigen Schönheitsfehler:
Wenn es um die Verantwortlichen geht, wird stets genannt
- Veranstalter
- Stadtverwaltung
- Polizei
Aber was ist mit den Leuten, um die es geht? DENEN ist eine ebenso große Schuld vorzuwerfen!!!
Oder muss man annehmen, dass diese Leute dämlicher sind als sonstige Herdentiere, die es ja auch auf die Reihe bringen, sich in der Herde zu bewegen ohne sich gegenseitig zu zertrampeln?
Insoweit deckt sich das mit der Vielzahl der weiteren wenig kritisch hinterfragenden Artikel auf SPON zu diesem Thema.
Darüber hinaus finde ich den Artikel aber auch sehr informativ, weil zumindest die Menschen, die die Tragödie überlebt haben, einmal "angeschnitten" und näher beleuchtet werden, wie diese mit den schlimmen Erlebnissen fertig werden (oder eben leider auch nicht) etc.
So schlimm, wie das alles ist, eines interessiert mich dann doch. Warum bekommt Wolfgang L. schon jetzt ALG II? Zuerst einmal müsste er Krankengeld (max. 72 Wochen) bekommen haben, dann 15 Monate ALG I und dann erst ALG II. Kann mir das mal einer plausibel machen?
Herr L. halten sie sich dies vor augen:
"Er hatte ein weinendes Mädchen auf den Arm, damit es besser Luft bekam"
Sie haben damit wohl einem anderen Menschen das Leben gerettet, mindestens sie aber vor schwereren Verletzungen bewahrt. Was geschehen ist, kann niemand mehr ändern und es ist egal, was da unter ihren FÜssen war: Was zählt ist ihr einsatz für das Mädel das sie da rausgetragen haben. Das zählt mehr als alles andere.
Wenn Sie mal hier schauen wollen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Stampede
Das passiert auch Herdentieren.
Es muß auch keiner Schuld sein. Es waren insgesamt viele Wagnisse, die eingegangen wurden und von denen man zumindest im Nachhinein weiß, daß sie zu riskant waren. Sie dürfen aber sicher sein, daß keiner der Beteiligten auch nur ansatzweise das wollte, was passiert ist. Es wird auch keinen absoluten Schutz vor solchen Ereignissen geben.
Vorausgestellt sei, dass mir auf der Love Parade nicht passiert wäre, da ich nicht in den Tunnel gegangen wäre. Viel zu hohes Risiko und zu unangenehm. Ich gehe ja nicht einmal in die Kantine, ohne den Stehflügel zu öffnen.
Ihre Aussage strotzt aber nur von bornierter Menschenverachtung - es lag ja eben keine normale Herdenbewegung vor - das schaffen Menschen ständig zu Abermillionen jeden Tag in den großen Metropolen - sondern eine Stampede. Und in solchen sterben durchaus Tiere aus der Herde, bzw. ganze Herden, wenn sie eine Klippe herunterrasen. Nichts ungewöhnliches.
Solange es Menschen gibt, wird es solche Ereignisse wohl auch immer wieder geben.
Warum englische Wiki-Artikel posten, wenn's deutsche gibt?
http://de.wikipedia.org/wiki/Stampede