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Open Access: EU will Forschungsergebnisse frei zugänglich machen

Michael Eisen Die Macht der wissenschaftlichen Großverlage wäre gebrochen: Ergebnisse von Forschung, die aus Steuermitteln finanziert wurde, sollen künftig allen zur Verfügung stehen. Doch Open Access stellt junge Forscher vor ein Dilemma.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...844973,00.html
  1. #1

    Allerhöchste Zeit !

    Die stetig und bei weitem stärker als der Etat steigenden Kosten für unverzichtbaren Zeitschriftenzugriff saugen prozentual immer mehr Geld aus dem für Sachmittel verfügbaren Etat der Fachbereiche ab.

    Und Elsevier soll eine Umsatzrendite von ca. 50% bei einem Gewinn von 500 Millionen € pro Jahr haben !
  2. #2

    Junge Forscher sind überhaupt nicht in der Klemme. Wer hat den solchen Quatsch recherchiert? Die Qualität der OA Journals ist in der Regel nicht schlecht. Sicher ist deren Impact Factor nicht so hoch wie Nature, Cell, NEJM oder Lancet. Aber es ist ja nicht so als könnten es sich Forscher aussuchen in welchen Journalen sie publizieren. In Nature etc. kommen in der Regel nur die Spitzenpublikationen in den entsprechenden Gebieten. Die Mehrzahl der Forscher publizieren dort nicht. Nicht desto trotz werden auch Publikation z.B. in PloS one auch in Nature zitiert. Wer heute schon in Nature oder Cell publiziert kommt in der Regel aus einem finanziell gut ausgestatteten Labor. Ohne dies können methodische Voraussetzungen gar nicht erbracht werden. Das heißt, die Mehrzahl der Forscher dir dort publiziert haben werden das auch in Zukunft können, auch nach dem neuen Modell
  3. #3

    Gerade junge Wissenschaftler könnten es sich nicht leisten, nicht bei den renommierten Verlagen zu veröffentlichen.
    Das muss mir mal jemand erklären. Ich dachte, es geht um die wissenschaftliche Erkenntnis, und nicht um die Frau auf dem Titelbild.
  4. #4

    Das wird nichts

    Dieses Geschäft werden sich die Verlage nicht entziehen lassen. Da beist sich die EU mal die Zähne aus.
    Aber Wissen in der Breite, von Google analysiert, ist das überhaupt gewollt.
  5. #5

    Förderung freier Journale

    Open Access zu fördern ist meiner Meinung nach nur die Hälfte der Geschichte. Wenn Elsevier oder bei uns z.B.
    VCH&Wiley dann unverschämte Preise für die Veröffentlichung verlangen und weiterhin den Markt beherrschen und als Raubritter ein goldenes Auskommen haben, ist das nur ein Pyrrhus Sieg. Schuld haben meiner
    Meinung nach auch die wissenschaftlichen Organisationen, die diesen Verlagen die Stange halten.
  6. #6

    Gute Idee aber

    aber ich bin mal gespannt, wie die das umsetzten wollen. Ich male mal ein düsteres Szenario.

    Nehmen wir mal an, bisherige Abo-Gebühren werden in einen öffentlichen Universitätstopf geschmissen, um die Kosten fürs Publizieren zu tragen. Forscher müssen sich dann um das Geld rangeln und seitenintensive Forschung fällt hinten runter. Institute und Departments werden dann wohl ihre Mitarbeiter anhalten möglichst sparsam zu publizieren worunter die Qualität leiden wird. In den Biowissenschaften beispielsweise werden taxonomische Arbeiten noch unbeliebter werden und in ein Paar Jahren wird man diese Expertise schmerzlich vermissen. Welche Universität kann es sich dann leisten einen 80 Seiten Aufsatz über mittelamerikanische Tausendfüsser publizieren zu lassen, wenn sie für dasselbe Geld 15 Nature Artikel haben kann.

    Meine Lösung wäre, die Publikation und den Druck in dieselben Hände zu legen und komplett zu dezentralisieren. Viele Institute haben ihre Hauspostillen, die sie mit den Geldern ordentlich mit Leuten und Infrastruktur besetzen könnten. Printmedien sind ja nun wirklich nur noch was fürs Archiv. Die kostenintensiven Druckauflagen könnten dementsprechend klein gehalten werden. Mittelfristig würde dann auch der unsägliche Druck in High Impact Journals zu publizieren nachlassen.

    Was open access angeht, wäre ja schon viel geholfen, wenn die Autoren mit den Pdfs ihrer eigenen Studien machen könnten, was sie wollen. Momentan verletze ich das copyright, wenn ich meine Ergebnisse auf meiner Internetseite zur Verfügung stelle.
  7. #7

    Zitat von spezialdm Beitrag anzeigen
    Junge Forscher sind überhaupt nicht in der Klemme. Wer hat den solchen Quatsch recherchiert?
    Um seine wissenschaftliche Karriere einen Kick zu verpassen, macht sich das schon gut. Es gibt Forschungsbereiche wo das quasi ein Muss ist.

    Zitat von spezialdm Beitrag anzeigen
    Die Qualität der OA Journals ist in der Regel nicht schlecht.
    Das behauptet auch niemand. Aber zum einen sind die Journals mit OA noch recht jung und es wird dauern bis IF-Werte nachziehen und zum anderen gibt es einfach zu wenige um den Bedarf zu decken.

    Zitat von spezialdm Beitrag anzeigen
    In Nature etc. kommen in der Regel nur die Spitzenpublikationen in den entsprechenden Gebieten. Die Mehrzahl der Forscher publizieren dort nicht.
    In Nature etc. kommen in der Regel viel zu oft Publikation in denen viel Wind um relativ wenig gemacht wird und man einfach Glück mit den Reviewern hatte. Viele Artikel sind es auch wert dort publiziert zu werden, aber es wurde letzens in einer Studie gezeigt, dass die Mehrheit der Nature Artikel im Negativkontext zitiert werden. Die Halbwertszeit der Ergebnisse ist also in der Regel wesentlich kürzer als in kleineren Journals, wo unaufgeregtere Brot-und-Butterforschung publiziert wird.
  8. #8

    @Schmunda: mir ist keine OA-Zeitschrift bekannt, die ihre Preise an der Länge der Artikel ausrichtet. Ist beim online-Publizieren ja auch egal...
  9. #9

    Re:

    Open access heisst ja nicht gleich online only.

    Ich hatte den Artikel so verstanden, dass die Verlage mit ihren Journals bestehen bleiben, nur die Kosten eben nicht über Subscriptions gedeckt werden sondern vor dem Publizieren individuell abgewickelt werden. Wie soll das denn dann anderes funktionieren, wenn nicht über die Artikellänge, wenn die Verlage ihre Printtätigkeiten beibehalten wollen.

    Ich kenne OA Journals, die ab einer gewissen Länge Page Charge verlangen.


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