Das ganze Geschehen ist doch in keiner Weise verwunderlich und offenbahrt doch nur wie es weiter zugehen wird.
Marschierende Milizen und nur ausgewählte Jubelgäste: Der olympische Fackellauf in Chinas wildem Westen ist eine Show für die Kameras. Die Sicherheitsphobie der Regierung hat die Städte voll im Griff - kein gutes Zeichen für die Spiele im August.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...560546,00.html
Das ganze Geschehen ist doch in keiner Weise verwunderlich und offenbahrt doch nur wie es weiter zugehen wird.
Wieder einmal zeigt sich, dass Peking versucht den Fakellauf zu Propagandazwecken zu nutzen, um die - in der Realität nicht vorhandene - Einheit Chinas zu demonstrieren.
Gerade in Xinjiang, wo die Sinisierung noch weniger fortgeschritten ist als in Tibet kann - zum Glück - nicht davon gesprochen werden, dass die Menschen dort sich wirklich als Chinesen fühlen, wie es die chinesische Regierung propagieren.
Vielmehr ist man dort nicht nur über die Auflagen der chinesischen Regierung, durch die die uigurische Kultur und die religiöse Freiheit der Bevölkerung unterdrückt wird, sondern auch über den Versuch der chinesischen Regierung durch irrsinnige Maßnahmen ,wie dem Einhalten einer einheitlichen Zeit für ganz China(also auch für Xinjian, obschon dies ob der Lage Xinjiangs völlig abwegig ist), eine Einheit Chinas und schrittweise Sinisierung der Region zu erzwingen.
Letztlich wird klar, dass eine Einheit Chinas in den momentanen Grenzen unter normalen Umständen nicht möglich ist und nur mit Gewalt erzwungen werden kann. Auch wenn China versucht durch diese Propagandaaktionen ein illusionäres Bild einer Einheit Chinas zu erzeugen, wird durch diese Aktionen vielmehr nur deutlich in wie geringem Maße diese Einheit eigentlich vorhanden ist.
Schon unser Freund aus dem Westen, Dabbelju, hat vor 3, 4 Jahren China verbal unterstützt in dessen Kampf gegen den Terrorismus. Gemeint hat er die Uiguren, immerhin sind sie Muslime und unterstützen damit automatisch die Taliban. Zusätzlich haben sie das Pech, an Pakistan, Kirgisien (auch ein unsicherer Zeitgenosse) und durch den Khunjerab(?)-Pass auf einer Strecke von ca. 70 km an Afghanistan anzugrenzen. Kashgar liegt zugegebenermaßen unweit der Grenze nach Afghanistan, ca. 300 km. Uigurische Separatisten sind natürlich etwas anderes als tibetanische! (Hat Dabbelju nicht gesagt.)
Und das mit den zugeklebten Gullideckeln hat man im Februar 2005 in Mainz doch beim Bush-Besuch selbst vorgemacht, auch das mit den handverlesenen (Nicht-)Jubelmainzern.
Und die durch die Kommunisten verlorene "Zeit"(-zonen)? Für die Verwaltung mag das praktisch sein. An den Grenzen zu den Nachbarstaaten mag das verwirrend sein. Ist es bei Reisen in die Türkei, England, Australien, USA auch. Aber wer von den China-Uiguren reist denn überhaupt? Und solange zur örtlichen Essenszeit das Hammel-Kebab/Chaukau rechtzeitig appetitlich schmurgelt und der Tee vor sich hin simmert, ist das am Hindukusch auch egal.
Nur für einige mutige Reisende längs der Seidenstraße nicht. Die müssen sich schon ganz genau erkundigen und eventuell mit Überraschungen rechnen (siehe Lonely Planet).
Übrigens, eine Reise innerhalb Chinas bis Kashgar ist im Jahr der Olympischen Spiele nicht zu empfehlen. Terroristen (uigurische) könnten Touristen (westliche) entführen. So wird es hier vermittelt. Ob das eine echte Gefahr ist oder Propaganda? Keine Ahnung. Die Seidenstraße zieht sich jedenfalls auch nächstes Jahr quer durch den asiatischen Kontinent.
Ich habe vergangene Woche in Chongqing die Vorbereitungen für den dortigen Fackellauf am 13./14. Juni 2008 miterlebt und die Begeisterung der Chinesen bereits in dieser Phase gespürt. Warum wird immer nur das Negative über China berichtet, nicht jedoch auch über die ungeschminkte Begeisterung und über den Stolz der (Han-)Chinesen, die sich wirklich über das Ereignis freuen?
Ich bin bei weitem nicht mit allem einverstanden, was in China geschieht (siehe Tibet- und DL-Foren).
Was die Chinesen beim Fackellauf in Teilen ihres Landes aus Sicherheitsgründen durchführen, unterscheidet sich nur unwesentlich von Sicherheitsmaßnahmen vergleichbarer Ereignisse in Deutschland (G-8 Gipfel !)
Übrigens, wenn Journalisten vom Fackellauf ausgeschlossen waren, welche sonstigen Quellen hat der Spiegel herangezogen?
Diese sich freuenden Chinesen sind nicht umbedingt repräsentativ für alle Chinesen, zumindest wissen wir es nicht, denn letztlich suchen chinesische Offizielle diejenigen aus die dort zusehen es ist nicht so, dass jeder nach freien Stücken entscheiden kann ob er hingehen möchte oder nicht.
Letztlich ist es nur logisch, dass hier nicht groß über die freudigen Chinesen geschrieben wird. Nicht nur aus dem o.g. Grund, sondern auch weil man einfach nicht oft genug darauf hinweisen kann und muss, was für ein falsches Bild von China oftmals vermittelt wird und was für ein Fehler es war zu erwarten China werde sich durch die Olympischen Spiele mehr öffnen und mehr Pressefreiheit und Menschenrechte gewähren.
Vielmehr nutzt Peking die Spiele für die eigene Propaganda perfide aus. Zumindest scheint jedoch einigen Menschen nicht nur durch die Geschehnisse in Tibet und Xinjiang, sondern auch im sonstigen Verhalten der chinesischen Regierung klar zu werden, das Peking lediglich versucht eine Illusion für das eigene Volk und die internationale Gemeinschaft zu erzeugen.
Aber gerade weil Peking seine Versprechen in Sachen Menschenrechte und Pressefreiheit - wie man es meiner Meinung nicht anders erwarten konnte - nicht eingehalten hat muss immer wieder darauf hingewiesen werden was wirklich in China passiert.
Im Bericht ist lediglich davon die Rede, dass Journalisten am Straßenrand nicht erwünscht sind.
Dass dies glaubhaft ist sollten Sie , der Sie doch anscheinend schon in China waren, doch wissen, da man in China als Tourist auch schon oft von Polizisten angehalten wird die Kameras wegzutun oder gerade gemachte Bilder zu löschen.
Es zeigt sich einfach nur, dass es falsch war zu hoffen China würde es zulassen, dass Journalisten frei berichten können, wenn man China erstmal die Olympischen Spiele geben würde. Vielmehr gab man der chinesischen Regierung ein willkommenes Mittel an die Hand um durch politische missbrachte Spiele die eigene Herrschaft zu festigen.
OT
Ich fotografiere seit Mitte der 80er Jahre in China alles, was nach den Informationen des AA zu fotografieren nicht verboten ist. Bei meiner letzten Reise wurde mir erstmals von einem Polizisten bedeutet, die Dammkrone des 3-Schluchten Dammes nicht zu fotografieren, da dort gerade Reparaturarbeiten erledigt wurden.
Selbst auf Flugplätzen habe ich anstandslos fotografieren dürfen, was mir z.B. in Athen untersagt wurde (griechisches Recht).
Sind Sie schon oft in China angehalten worden oder mussten Bilder löschen?
Ich bin selbst ein Jahr in Beijing zur Schule gegangen und kann nur sagen, dass man gerade am TianAnMen sehr oft angewiesen wird nicht zu fotografieren oder Fotos zu löschen.
Ich weiß ja nicht was für Fotos sie machen, aber sobald ein Foto auch nur in geringster Weise politische Auswirkungen haben könnte, ist es so, dass in China dagegen vorgegangen wird.