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Olympia-Krise der Ballsportarten : Daheim sein ist alles

DPAKeine Fußballer, keine Handballer, keine Basketballer - die Olympischen Spiele werden fast ohne deutsche Mannschaftssportler stattfinden. Die Athleten sind tief enttäuscht, doch für das Publikum hält sich der Verlust in Grenzen.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,813070,00.html
  1. #10

    Toll

    Da sparen ja ARD und ZDF viel Geld, weil sie die teuren Übertragungen seinlassen können. Vielleicht gibt es dann auch mal wieder gutes Programm und keine Krimi-Quiz-Talkshow-Soap-Sport-Gottschalk-Jauch - Inflation.
  2. #11

    nana

    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    gibt es in den Ballsportarten ständig EMs und WMs im Wechsel, zusätzliche europäische und internationale Wettbewerbe, jedes Jahr eine Meisterschaft. Eigentlich genug "Zirkus". Zum anderen waren diese Sportarten nicht Teil der ursprünglichen Spiele; der historischen sowieso nicht, und der neuzeitlichen auch nicht. Sie sind im Rahmen einer inflationären Aufblähung der Spiele mit ins Programm aufgenommen worden, zusammen mit einer ebenso inflationären Vermarktung. Gut, daß man beim DFB die Ziele bündelt und nicht um jeden Preis auf allen Hochzeiten tanzen will.
    nur weil bei den allerersten spielen der neuziet keine mannschaftssportarten dabei waren? schon ab den zweiten, welche ebenfalls noch vom erfinder de coubertin organisiert wurden, sind die mannschaftssportarten dabei. dier vermarktung begann doch erst sehr viel später.
  3. #12

    .

    Das hätte eh keiner gesehen wenn die dabei gewesen wären. Die olympischen Spiele sind doch hoffnungslos überfrachtet. Eigentlich müßten die Spiele 2 Monate dauern, wenigstens aber 1 Monat. Man schaue sich nur mal die Fußball-WM an. Die dauert über einen Monat. Und das für EIN Turnier in EINER Sportart. Beim Rugby lässt man sich fast 2 Monate Zeit für EIN Turnier in EINER Sportart. Bei Olympia werden zwei dutzend Sportarten mit einem mehrfachen an Disziplinen in 14 Tagen durchgekloppt. Wer soll das denn kucken? Selbst wenn man 24 Stunden vor der Glotze hängt sieht man nur einen Bruchteil. Und das sind vor allem 2 Sportarten. In der ersten Woche wird ausschließlich Schwimmen übertragen, in der zweiten gibt es ausschließlich Leichtathletik. Sportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Tennis oder Boxen werden so gut wie nicht gezeigt. Nun ist es bei diesen Sportarten egal den sie sind außerhalb von Olympia im Fernsehen gut vertreten. Bei Hockey, Segeln oder Gewichtheben wird die Präsenz schon schwächer. Wirklich schade ist es aber um die Sportarten die außerhalb von Olympia überhaupt nicht stattfinden und für die Olympia die einzige Chance ist im Fernsehen mal gezeigt zu werden. Dazu zähle ich Ringen, Judo, Taekwondo, Schießen oder Moderner Fünfkampf. Davon gibt es bestenfalls mal ein paar Minuten zu sehen wenn ein Deutscher ein Medaille geholt hat. Traurig!
  4. #13

    .

    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    Zum anderen waren diese Sportarten nicht Teil der ursprünglichen Spiele; der historischen sowieso nicht, und der neuzeitlichen auch nicht.
    Fußball war bereits 1908 im Programm der Olympischen Spiele, nachdem es bereits ab 1900 - den zweiten OS - als Demonstrationssport dabei war. Wasserball war ebenso schon 1900 dabei und Handball schaffte es (noch als Feldhandball) schon 19 Jahre nach seiner 'Erfindung' zu den Spielen 1936 in Berlin.

    Sport entwickelt sich evolutionär, und so sollten sich auch die Olympischen Spiele entwickeln. Das schwierige für das IOC ist es dabei, nicht vorschnell kurzzeitige Trends als olympisch zu 'adeln' bzw. maßgebliche Sportarten zu lange zu übersehen.
    Natürlich wurden diesbezüglich auch umstrittene Entscheidungen getroffen, allerdings glaube ich nicht, dass diese mit den im Artikel genannten Sportarten gefällt wurden.

    Nach Ihrer Argumentation müssten wir uns heute noch Olympische Spiele mit einem Programm anschauen, bestehend u.a aus Ballonfahren, Croquet, Motorbootfahren, Tauziehen und Seilklettern.

    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    Sie sind im Rahmen einer inflationären Aufblähung der Spiele mit ins Programm aufgenommen worden, zusammen mit einer ebenso inflationären Vermarktung.
    Die olympischen Spiele sind zumindest die einzige große Sportverantstaltung weltweit, die eine 'Clean Venue'-Politik betreibt, also Werbefreiheit der Sportstätten, um den Sporttreibenden (und die stehen ja im Mittelpunkt, richtig?) einen sportlich-professionellen und neutralen Ablauf der Wettbewerbe zu garantieren. Die Vermarktung drumherum mag man sehen, wie man will, aber ohne sie wären die Olympischen Spiele nicht möglich. Alternativen wären komplette Übernahmee der Kosten durch Steuerzahler oder - um ihrem nostalgischen Hang zu frönen - Spiele mit 250 Teilnehmern in irgeneiner Halle im Rahmen eine Weltausstellung.

    Die 'inflationäre Vermarktung' der OS, die sie kritisieren, wird übrigens gerade vom Fußball bis zum Exzess betrieben. Sie schreiben doch selber:
    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    gibt es in den Ballsportarten ständig EMs und WMs im Wechsel, zusätzliche europäische und internationale Wettbewerbe, jedes Jahr eine Meisterschaft. Eigentlich genug "Zirkus".
    Warum denn dieser Fußball-Overkill? Weil damit viiieeel Geld verdient wird, und nicht weil die Fußballer aus Spaß 60 Spiele im Jahr bestreiten wollen.
    Zitat von horstma Beitrag anzeigen
    Gut, daß man beim DFB die Ziele bündelt und nicht um jeden Preis auf allen Hochzeiten tanzen will.
    "Um jeden Preis", richtig erkannt, falsch geschlussfolgert. Der DFB hat keine Lust auf Olympische Spiele, weil die wirtschaftlichen Interessen der Vereine und der Nationalelf entgegen stehen. Auf sportlicher Ebene wird doch keine Entscheidung mehr getroffen.
    Wo käme man denn dahin, wenn man junge Spieler die Erfahrung eines großen Turnieres machen lässt und Sportler aller Disziplinen aus der ganzen Welt treffen lässt, wenn daduch die Vereine alle vier Jahre für vier Wochen auf einige Spieler verzichten müssen!
  5. #14

    Grund

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    kann ich jetzt nach herzenslust jede Menge Hockey live im Fernsehen sehn. Wird doch unsere erfolgreichste Ballsportart regelmäßig bei eignenen WM's und EM's oder Champions Trophy oder gar Bundesliga fast komplett von den Öffentlich-Rechtlichen ignoriert.
    Ich hätte gerne auch.....
    Naja der Grund, warum Feld-Hockey so ein Schattendasein fristet, liegt einfach daran, dass dieser Sport nicht besonders aufregend zu gucken ist. Aber dafür gibt es die Olympiade, das größte Randsportartenfestival.
  6. #15

    Zitat von Peter Eckes Beitrag anzeigen
    Das hätte eh keiner gesehen wenn die dabei gewesen wären. Die olympischen Spiele sind doch hoffnungslos überfrachtet. Eigentlich müßten die Spiele 2 Monate dauern, wenigstens aber 1 Monat. Man schaue sich nur mal die Fußball-WM an. Die dauert über einen Monat. Und das für EIN Turnier in EINER Sportart. Beim Rugby lässt man sich.....
    2004 und 2008 konnte man auch auf jeweils 2 Digitalkanälen von ARD und ZDF Olympia sehen. Das ganze mit deutlich mehr Sport, weniger belangloser Interviews und Bildern von deutschen Sportlern, die sich die Trainingsjacke an -und ausziehen.

    Macht zusammen mit Eurosport 6 Sender. Auch wenn es dabei auch zu einigen Überschneidungen kommen wird, sollte für jeden Geschmack was dabei sein.
  7. #16

    so, so

    Zitat von andynm Beitrag anzeigen
    Naja der Grund, warum Feld-Hockey so ein Schattendasein fristet, liegt einfach daran, dass dieser Sport nicht besonders aufregend zu gucken ist. Aber dafür gibt es die Olympiade, das größte Randsportartenfestival.
    ah, ja, ist also Hockey selber schuld, das ARD und ZDF außerhalb von Olympischen Spielen diese Sportart (wie im Übrigen viele andere Sportarten) fast gänzlich ignorieren. Und ob Spitzenhockey im Fernsehen wirklich so unattraktiv ist, halte ich für ein Gerücht...

    Dagegen wird hier selbst Regionalligafußball auf Bolzplatzniveau im Fernsehen übertragen...und das sage ich als Fortunas Köln Mitglied, welcher gerne ins Stadion in die Regionalliga geht! Aber Spitzenhockey im Fernsehen - gerne mehr davon! Soll heißen, ihre Argumentation ist doch sehr zweifelhaft...

    In den Niederlanden und Australien scheinen die Leute das nämlich anders zu sehen. Und die mögen auch Fußball!
  8. #17

    Sehen

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    ah, ja, ist also Hockey selber schuld, das ARD und ZDF außerhalb von Olympischen Spielen diese Sportart (wie im Übrigen viele andere Sportarten) fast gänzlich ignorieren. Und ob Spitzenhockey im Fernsehen wirklich so unattraktiv ist, halte ich für ein Gerücht...

    Dagegen wird hier selbst Regionalligafußball auf Bolzplatzniveau im Fernsehen übertragen...und das sage ich als Fortunas Köln Mitglied, welcher gerne ins Stadion in die Regionalliga geht! Aber Spitzenhockey im Fernsehen - gerne mehr davon! Soll heißen, ihre Argumentation ist doch sehr zweifelhaft...

    In den Niederlanden und Australien scheinen die Leute das nämlich anders zu sehen. Und die mögen auch Fußball!
    Mein Vater hat Feldhockey gespielt, so habe ich bereits früh Kontakt zu diesem Sport gefunden, aber nie wirklich Begeisterung. Und wenn eine wirkliche Nachfrage durch die deutschen Erfolge entstanden wäre, dann hätten wir bereits jetzt mehr Feldhockey im TV. Haben wir aber nicht. Weil es eben nur eine mäßig attraktive Randsportart ist.
  9. #18

    Nachfrage ist immer vorhanden

    Zitat von andynm Beitrag anzeigen
    Mein Vater hat Feldhockey gespielt, so habe ich bereits früh Kontakt zu diesem Sport gefunden, aber nie wirklich Begeisterung. Und wenn eine wirkliche Nachfrage durch die deutschen Erfolge entstanden wäre, dann hätten wir bereits jetzt mehr Feldhockey im TV. Haben wir aber nicht. Weil es eben nur eine mäßig attraktive Randsportart ist.
    Dass eine Sportart im Fernsehen unterrepräsentiert ist liegt größtenteils an den Sendern, insbesondere ARD und ZDF. Die trauen sich einfach nicht, weniger bekannte Sportarten zu zeigen. Die bleiben beim Altbewährten und unterschätzen die Neugier der Zuschauer bzw. fürchten sich vor der Ungewisshit. Das erfüllt m.E. nicht den Bildungsauftrag, den die Öffentlich Rechtlichen habn.
    Eurosport hat es dagegen z.B. mit Snooker vorgemacht. Aus einem völlig unbekannten Sport - ohne einen Hauch von Action, mit Matchzeiten von mehreren Stunden! - wurde ein Sport mit einer soliden Fanbasis und stabilen bis guten Einschaltquoten. Die Deutschen brauchen einfach etwas länger, um den Gehalt einer Sportart zu verstehen.
    Doch da scheitert es allerdings schon bei ARD und ZDF. Nehmen wir mal eine Disziplin mit nachweislich boomender Nachfrage: Skicross. Da beginnt zwei Jahre nach den OS in Vancouver (dort zweithöchste Einschaltquote!) immernoch jeder Bericht mit der Sesamstraßen-Formulierung "Skicross, das ist die spektakuläre/actionreiche/neue Sportart, in der die Fahrer gleichzeitig... Sprünge... Kurven... Stürze... etc... Das weiß inzwischen nahezu jeder!
    Dann werden in anderthalb Minuten Superzeitlupen und ein oder zwei komplette Läufe in wildem Schnitt gezeigt und das Abschneiden der deutschen Fahrer genannt, ohne diese mal zu zeigen oder zu interviewen. Wie soll der Zuschauer denn da den nicht all zu großen Zusammenhang erkennen (Weltcup, Kader) geschweige denn den großen Zusammenhang (Entwicklung der Sportart, Vorbereitung auf die OS), um ein über die Zeitlupenbilder hinaus gehendes Interesse zu entwickeln?

    Es muss ja nicht in jedem Sport eine Live-Übertragung sein, aber ein guter halbstündiger Bericht mit viel Information kann es gerne mal sein!
    Es würde die Öffentlich-Rechtlichen wundern, was für ein Interesse von Zuschauerseite gezeigt wird, wenn man über die 'Randsportarten' so normal berichten würde, wie über die etablierten Sportarten.
  10. #19

    .

    Ich kann Claude Clistier nur voll und ganz zustimmen. Jeder, wirklich jeder Sport ist interessant, wenn er vernünftig erklärt wird, wenn man ausreichend Hintergrundinformationen bekommt und wenn er genügend Sendezeit eingeräumt bekommt. Was auch noch wichtig ist, ist eine neutrale Berichterstattung wie man sie z.B. auf Eurosport geboten bekommt. Wenn das ganze in Deutschtümmelei wie bei den Öffentlichen oder auch z.B. RTL ausartet wird es schnell eng für die Sportart. Sind keine Deutschen mehr dabei bricht das Interesse weg, da die anderen Athleten aufgrund der vorherigen einseitigen Berichterstattung niemandem bekannt sind.
    Ein Hockeyspiel ist keinen deut langweiliger als Fußball oder Handball oder Eishockey oder was auch immer. Nur wie soll man sich bei einem 5-Minuten-Einspieler in der Sportschau dafür begeistern können. Das Beispiel Snooker wurde schon genannt. Gerade die ausführliche Berichterstattung bringt hier den Erfolg, wie aktuell auch bei Darts zu sehen ist. Und nicht zuletzt war auch Frauenfußball eine Sportart der einige vor ein paar Jahren noch das Existenzrecht abgesprochen haben. American Football - Super spannend. Nur durch einmal im Jahr Super Bowl schauen wird man die Regeln aber nicht verstehen. Ich hab mir den Super Bowl Jahr für Jahr angeschaut und fand es unglaublich langweilig. Aber ich wollte unbedingt verstehen warum diese Sportart in den USA so beliebt ist. Die Lektüre eines Regelbuches und der Konsum einer kompletten Saison auf Sport1+ hat mich dann zum Fan gemacht.
    Und Countrushmore kann ich nur sagen das ich bereits seit 2004 digitales Fernsehen habe und die damals Athen 1-4 genannten Programme verfolgt habe, genauso wie 4 Jahre später in Peking. Das komplette verfolgen der Wettkämpfe im Ringen, Boxen, Taekwondo, Judo, ja selbst im Tennis war trotzdem nicht möglich. Von Modernem Fünfkampf mal ganz zu schweigen. Live gezeigt wurde davon so gut wie gar nichts, da durch die totale Überfüllung der Spiele immer anderes wichtiger war (Z.b. wiederholungen von Schwimmen oder LA). Wenn dann mal was gezeigt wurde waren es ausschließlich Kämpfe der deutschen Teilnehmer. Teilweise wurde gezeigt wie der Deutsche X in der Vorrunde ausgeschieden ist und die Entscheidungen um die Medaillen wurden dann weggelassen. Für so einen Murks kann sich selbst der Fan nicht begeistern. So ein KO-Turnier lebt von der Spannung die sich aufbaut von der Vorstellung der Teilnehmer in der Vorrunde über die Ausscheidungskämpfe bis hin zum Finale. Abgesehen davon hätte man schon alle 6 Kanäle 24 Stunden am Tag aufzeichnen müssen um tatsächlich alles von einer bestimmten Sportart gesendete zu sehen, da sich an die Sendezeiten grundsätzlich nicht gehalten wurde.
    Man sollte die Olympiade entweder von der Vielfalt her eindampfen oder zeitlich strecken!


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