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Olympia-Dorf: Athleten aus Kamerun verschwunden

REUTERSSieben Sportler aus Kamerun sind bei den Olympischen Sommerspielen in London unauffindbar. Womöglich sind die Athleten in Großbritannien untergetaucht - das afrikanische Land gilt als einer der ärmsten Staaten der Welt.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,848712,00.html
  1. #1

    aber hallo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sieben Sportler aus Kamerun sind bei den Olympischen Sommerspielen in London unauffindbar. Womöglich sind die Athleten in Großbritannien untergetaucht - das afrikanische Land gilt als einer der ärmsten Staaten der Welt.

    Olympia 2012: Athleten aus Kamerun setzen sich ab - SPIEGEL ONLINE
    Wie lange schon wird für London geworben, da ist es doch nur verständlich, wenn einige Athleten sich diese Weltstadt London etwas genauer anschauen wollen.
    Don't panic !
  2. #2

    Hoppla

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Athleten aus Kamerun verschwunden
    Ich will nicht der Erbsenzähler sein - bin es aber trotzdem ;-)

    Es sind keine Athleten aus Kamerun verschwunden
    sondern kamerunische Athleten aus Grossbritannien.
  3. #3

    Zitat von Schlumperli Beitrag anzeigen
    Ich will nicht der Erbsenzähler sein - bin es aber trotzdem ;-)

    Es sind keine Athleten aus Kamerun verschwunden
    sondern kamerunische Athleten aus Grossbritannien.
    Dann bitteschön erst mal "in Großbrtitannien", denn ob sie außer Landes sind weiß man nicht :)
  4. #4

    Junge Kameruner sehen in ihrem Land keine Perspektiven

    Kamerun ist ein reiches Land(Öl, Mineralien, gute Böden), das eigentlich keine Entwicklungshilfe bräuchte.Die
    Regierung ist froh, wenn die Unzufriedenen gehen. Der Präsident-seit Jahrzehnten im Amt- hat sogar das Recht auf Migration gefordert , denn mit dem Export der Arbeitslosigkeit werden auch die eigenen Entwicklungsanstrengungen weniger dringlich.
    Volker Seitz,Autor "Afrika wird armregiert"
  5. #5

    Kamerun

    Wieder so eine klischeehafte Bemerkung.

    der Kommentar im Artikel:

    "das afrikanische Land gilt als einer der ärmsten Staaten der Welt"

    ist falsch, irreführend und klischeehaft.

    Kamerun gehört gemäß der UN nicht zu den 49 "least developed countries" (Sie 2010-Report unter http://www.unohrlls.org/UserFiles/File/UN_Lisbon_Report_122210_WEB.pdf, S.20).

    Und selbst wenn man das Spiegel-eigene Ranking aus dem Jahre 2003 nimmt (http://www.spiegel.de/wirtschaft/ranking-die-aermsten-und-die-reichsten-laender-a-256276-3.html), so wäre demnach Kamerun reicher als Nigeria. Und Nigeria wiederum gehört definitiv NICHT zu den ärmsten Staaten der Welt, hat es doch als erstes afrikanisches Land einen Satelliten in den Weltraum schießen lassen und liegt beim Öl-Produktions-Ranking zwischen den Vereinten Arabischen Emiraten und Kuweit.
  6. #6

    BIP ist nicht gleich HDI

    Zieht man zur Betrachtung wie arm oder reich ein Land ist nur das BruttoInlandsprodukt heran, erhält man ein u.U. verzerrtes Bild! Umfassender ist der HumanDevelopmentIndex, der neben dem BIP auch die ua. Lebenserwartung und die Schulbildung berücksichtigt.
    Das BIP gibt nicht an, wie gut oder schlecht es der Bevölkerung geht, denn es ist ja möglich, dass (frendländisches) Geld auf dem Weg zu der Bevölkerung "versickert".
  7. #7

    afrikanische Werte

    [QUOTE=gigi;10706329]Wieder so eine klischeehafte Bemerkung.

    Servus Gigi, vielen Dank für die richtungsweisende Antwort auf diesen Bericht. Ich finde es schade, dass ausgerechnet darauf gewartet wird, dass ein negatives Ereignis - bezogen auf Afrika - gleich mit Armut im Zusammenhang gesetzt wird. Der Autor hat fairerweise die Lage der DDR in 1983 geschildert, wobei sich Kamerun 2012 und DDR 1983 aus heutiger Sicht sehr deutlich unterscheiden. Wenn ein Athlet die Olympischen Spiele oder Afrikaner einen Europa-Aufenthalt nutzt, um sich abzusetzen, ist das erstmal eine persönliche Entscheidung; viele kehren später wieder nach Hause und dies sogar sehr gern. Vielleicht hat auch London einfach einem Kameruner gefallen! Spass bei Seite.

    Kamerun ist ein so faszinierendes Land, und es hat einfach seine Schwächen. Ohne die afrikanische Verantwortung zu verharmlosen, liegen viele Gründe der Lage Afrikas erstmal in Europa.
    Ich finde, anstatt Schlagzeilen mit negativen Meldungen, vor allem mit Rückschlüssen in Bezug auf Armut, in den Vordergrund zu stellen, hätte ich mir gewünscht, dass z.B. darüber berichtet wird, wie es ein Athlet aus Kamerun trotz der harten Rahmenbedingungen geschafft hat, sich für Olympia zu qualifizieren.
    Seit meiner Geburt lebe ich damit, dass über das System geschimpft wird und dass Afrikaner für blöd gehalten werden. Das hat kaum dazu beigetragen, dass Afrika eine echte Chance in dieser globalen Welt bekommt.
    Eigene Initiative ist gefragt. Jeder Afrikaner soll sich einfach fragen, welchen Anteil er daran hat, dass der Kontinent trotz besten Potenzials weltweit hinterher hängt. Auch als europäischer Bürger kann man gezielt und objektiv für eine bessere Welt für alle sorgen, wenn man ein bisschen nachdenkt.
    Wir haben uns als Ziel gesetzt, das Positive aus Afrika hervorzuheben. „Armut“ gibt es eigentlich überall, es kommt auf den Blickwinkel an. Auch Europa kann viel von Afrika lernen; hier und da hat sogar Afrika schon die Nase vorn.
    Wir versuchen mit unserer Arbeit, die Bemühungen von afrikanischen Bürgern zu unterstützen, z.B. durch deutsch-/europäisch-afrikanische Wirtschaftszusammenarbeit, Förderung von Know-How, Technologietransfer, Berufsbildung, Qualifizierung, Investition, Unternehmensentwicklung, Finanzmittelbeschaffung, Management, etc. Gerade in Kamerun und den umliegenden Ländern ist augenblicklich ein starker wirtschaftlicher Aufbruch zu verzeichnen. Infrastrukturaufbau, Transformation und Industrialisierung sind Bereiche, in denen angesetzt werden muss. Die Qualitäten von afrikanischen Unternehmern müssen verbessert werden, damit qualitativ hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und passende Wirtschaftspartner sowie Produkte in Deutschland und Europa gefunden werden können. Das wäre aus unserer Sicht ein nachhaltiger Beitrag und da ist noch viel zu tun.
    Joseph L. N. Sonkoue
    Dipl.-Betriebswirt (FH)
    Vorstandsvorsitzender AFRIBOOM Wirtschaftsforum mit Afrika e.V.
  8. #8

    Kamerun wird armregiert

    In Kamerun sind die Reichen nicht die Unternehmer, sondern die Günstlinge des Regimes. Die miserable
    Platzierung des Landes auf dem Korruptions-Index von Transparency International ist nicht etwa nur eine abstrakte Zahl, sondern wird bei jeder Bewegung im Alltag fühlbar. Wenn man im Geschäftsleben ohne Korruption vorgehen will, lauft man Gefahr, zum Störfaktor zu werden. Eine Unterscheidung zwischen Privatem und Öffentlichem existiert kaum. Die Ausgabenkontrolle lasst zu wünschen übrig, insbesondere angesichts der unübersichtlichen Personalausgaben und zahlreiche ad-hoc- und Ausnahmezahlungen. Als 2008 der französische Journalist Philippe Bernard in ›Le Monde‹ über die Korruption in Kamerun berichtete, war seine Kernaussage, dass 40 Prozent der Staatseinnahmen der Korruption zum Opfer fallen. Buchfuhrung, Datenerfassung und externe Haushaltskontrolle gehören zu den schwächsten Teilen öffentlicher Finanzverwaltung. Alle, auch"kleine Leute" wie Polizisten, Funktionare und Soldaten leben von Bestechungsgeldern und Erpressung. Sich auch nur auf der Straße bewegen ist teuer und muss an jeder Straßensperre von neuem erkauft werden. Illegale Straßenkontrollen erhöhen natürlich die Transportkosten.Noch keine kamerunische Regierung hat es vermocht, die Bürger effizient und ohne Korruption und Vetternwirtschaft mit staatlichen Dienstleistungen zu versorgen, klagen die Kameruner. Anstelle von Regeln gibt es nur Beamte, die immer beweisen konnen,dass der Bürger im Unrecht ist, so lange, bis er genug bezahlt. Es gibt sogar Kameruner, die sich gerne an die autoritäre Ordnung der Kolonialzeit zurück erinnern, weil sie zumindest den Schein von Gerechtigkeit bot. Viele kamerunische Politiker haben ein Sonderbudget, das jeder parlamentarischen Überprüfung entzogen ist, und begegnen den von ihnen Regierten mit der Ansage: "Schnall Dir den Gürtel enger während Du mir den Champagner holst." Deshalb versuchen immer wieder junge Kameruner, deren Handeln ausschließlich von den Gesetzen der Anständigkeit und Integrität bestimmt ist zu fliehen. Afrikaner leben wie die meisten anderen Menschen lieber in der Heimat, aber sie müssen bessere Chancen auf Bildung, Gesundheit und Einkommen bekommen.
    Volker Seitz, www. Bonner-Aufruf.eu








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