Den Ansatz, Bayrische Trachten mit der Kostümierung auf der Wiesn zu vergleichen, halte ich für grundlegend falsch!
Es ist richtig, dass die Trachtenbewegung mit 200Jahren noch relativ jung ist und es die „eine“ ursprüngliche Tracht nie gab.
Sie ist jedoch keineswegs eine bloße Erfindung, sondern geht auf die ursprüngliche Alltagskleidung der Bevölkerung im Alpenraum zurück. Vor allem aber erfüllt Sie, im Gegensatz zur Kostümierung auf der Wiesn, nicht den Zweck der Selbstinszenierung des Trägers, sondern ist Ausdruck von Gemeinsamkeit und Träger bayrischer Identität(en).
Was wäre denn Bayern ohne die von ihnen offensichtlich geschmähten „Kostümvereine“? Es wäre doch nur noch ein schlechter Abklatsch, der von außen geprägten Klischees!
Ich erlebe in diesem Zusammenhang auch immer wieder, dass die bayrische Weltoffenheit anscheinend vollkommen missverstanden wird. Diese besteht nämlich nicht darin jedem auswärtigen Trend nachzulaufen, sondern im Wissen um die eigene Tradition und Lebensweise, äußere Einflüsse zu Tolerieren.
Zum mitschreiben: Bayer ist man nicht weil man eine Lederhose oder ein Dirndl trägt, Bayer wird man auch durch einen Mitgliedsausweis des FCB nicht, richtige Bayern sind nicht einmal alle die hier leben, bzw. hier geboren wurden und das Wichtigste, München ist nicht gleich Bayern!
Der Bayer weiß um den Wert seiner Identität, welche sich in Heimatverbundenheit, Dialekt und kultureller Eigenart ausdrückt. Diese feste Verwurzelung, lässt ihn gelassen auf die wirren der Zeit und die „Clownerien“ auf der Wiesn blicken.
Es grüßt F.F.
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