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Ohne Erasmus ins Ausland: Traut euch!
TMNWer während das Studiums in einem anderen Land studieren will, denkt als erstes an Erasmus. Doch Studenten können sich auch ohne das EU-Programm in die weite Welt wagen. Der Vorteil: Sie haben die freie Uni-Auswahl. Der Nachteil: Es drohen hohe Kosten. Immerhin gibt es finanzielle Hilfe.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...834789,00.html
- #1 02.06.2012 09:14 von
Un wie wird sortiert? Nach eigenem Interesse natürlich...
Man sollte sich mal überlegen, in welchen Ländern eine Förderung sinnvoll ist und welche Studierende gefördert werden sollten. Ich kenne Leute die als Freemover in die USA gehen und da mit erheblichen Kosten rechnen müssen, bei denen der Aufwand und der Kostendruck bei der letztendlichen Auswahl nicht honoriert wurde, stattdessen werden Leute gefördert, die über die jeweilige Uni an Partnerhochschulen nach Thailand, Vietnam etc. gehen, wo die Lebenshaltungskosten verglichen dazu ein Witz sind, die keine Studiengebühren bezahlen müssen und in das Land gehen, weil halt noch Plätze über waren...
Eigeninitiative und Organisationsaufwand wird einfach nicht belohnt, Stipendien werden da lieber vergeben um die Partneruniplätze voll zu bekommen... - #2 02.06.2012 10:35 von
Förderung
Nö, überhaupt nicht. Ob die Förderung sinnvoll ist hängt doch von dem ab was der Student vorhat. Will jemand den südamerikanischen Urwald untersuchen, bringt es wenig ihn nach Schweden zu schicken weil man gerade Schweden fördert.
Vielleicht hat hier das Konzept des Bewerbers nicht überzeugt. Gerade wenn es weiter weg gehen soll und nicht nur zum Erasmus-Partysemester nach Spanien, dann ist es meiner Erfahrung nach leichter ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit im Ausland zu absolvieren - das spart auch die Studiengebühren. Diese sollten dann möglichst noch so einzigartig sein, dass etwas vergleichbares woanders nicht möglich wäre. Warum sollte eine Stiftung bereit sein einem Freemover einen Auslandsaufenthalt mit Studiengebühren zu fördern, der dann z.B. in den USA Vorlesungen hört die es in ähnlicher Form auch an der Heimatuni gibt? Da ist es aus Sicht des Förderers sehr viel sinnvoller den Kontakt zur Partneruni aufrecht zu halten!
Eigeninitiative und Organisationsaufwand werden nicht um ihrer Selbstwillen belohnt. Man sollte sich schon in die Rolle des Geldgebers versetzen können und das eigene Vorhaben kritisch hinterfragen. Als Geldgeber ist man seinen Förderungszielen verpflichtet und man möchte die begrenzten Mittel so effizient wie möglich einsetzen. Deshalb schon ist es viel attraktiver zwei Studenten einen günstigeren Aufenthalt zu ermöglichen als einem einen teuren.
Die Belohnung ist nicht das Fördergeld, sondern der Erfahrungsschatz auf den man nach dem Aufenthalt zurückgreifen kann. Eigeninitiative und Organisationsaufwand werden durch den hinzugewonnenen Erfahrungsschatz belohnt und in diesen investiert eine Stiftung. Die Eigeninitiative selbst ist nur so etwas wie eine Sicherheit dafür, dass sich das Investment lohnen könnte. Andere Sicherheiten sind z.B. gute Erfahrungen die mit früheren Studenten an der Partneruni gemacht wurden. Das Risiko, dass sich das Investment nicht lohnt wird da möglicherweise als geringer eingeschätzt...
Zum Artikel:
War auch als Freemover unterwegs und kann es nur empfehlen. Zum Gelingen so eines Unternehmens kann ich nur raten früh mit der Planung zu beginnen. Auch mit Bachelor und Master ist es möglich ein Jahr vorher mit der Planung zu beginnen, das Studium ist sogar planbarer geworden! Außerdem hilft es ungemein wenn man etwas flexibel ist und am besten Profs direkt anspricht, die haben meist viele Kontakte weltweit und freuen sich die ein oder andere eingeschlafene Beziehung aufzuwecken oder einen guten Studenten als "Botschafter" oder "Kundschafter" zu einem Kollegen zu schicken... - #3 02.06.2012 10:35 von
Warum nicht kreativ sein?
Wir haben das sehr kreativ gelöst. Wir konnten unseren Kindern überhaupt kein Studium anbieten, weil das Geld dazu fehlt. Am Ende studieren sie beide in den USA.
Wie wir das geschafft haben ist urheberrechtlich eingeschränkt. Das erzählen wir nicht weiter! - #4 02.06.2012 11:27 von
freemover
Also mal ehrlich: freemover? Nicht alles was man auf englisch sagt klingt besser. . .
- #5 02.06.2012 12:16 von
Also ich weiß nicht wies heute ist, aber ich hab 100 Euro Erasmusbeihilfe im Monat bekommen. Das heißt, man wird von den Eltern unterstützt (erst recht bei Studiengebühren im Gastland).
Ob die nun 100 Euro mehr oder weniger bezahlen, ist ein geringer Unterschied, zumindest für Eltern die Geld haben.
In dem Fall kann man auch gleich "Freemover" werden (häßliche Anglizismen). - #6 02.06.2012 16:01 von
Studium in den USA
Ich habe zwei Jahre Mathematik in Los Angeles an der USC (www.usc.edu) studiert. Wie ein "normaler" Student war ich im Graduate Programm eingeschrieben und mit einem "Master of Science" abgeschlossen. Anschliessend habe ich in Deutschland zusätzlich mein Diplom beendet. Während meinem Aufenthalt habe als Teaching Assistant gearbeitet und so das Studium finanziert:
1) Das Math Department an der USC übernimmt die Studiengebühren seiner Teaching Assistants.
2) Ich habe ein monatliches Gehalt von $1600 erhalten.
Prinzipiell geht das aber an jeder amerikanischen Uni. Wenn man Mathematik studiert ist es aber leichter. Denn dadurch dass viele Studiengänge Mathematik Vorlesungen benötigen ist der Bedarf an Math-TAs sehr hoch.
An der Stelle möchte ich auch Werbung für meine Uni machen. An der Mathematik Fakultät der Universität Ulm kann man so recht einfach in den USA studieren und dort auch einen Abschluss machen:
http://www.uni-ulm.de/mawi/fakultaet/studium-und-lehre/studium-im-ausland/fakultaetsprogramme-usa-programm-mathematik.html - #7 02.06.2012 18:06 von
Studiengebühren?
- #8 02.06.2012 18:35 von
Studium in den USA
Was die Höhe der Studiengebühren angeht, die haben an der USC circa $1400 pro belegtem Kurs betragen. Für einen Master muss man 10 Vorlesungen belegen und zusätzlich 2 Kurse für die Betreuung der Master Thesis. Ohne TA Stelle wäre für mich das Studium dort unbezahlbar gewesen.
- #9 02.06.2012 18:39 von
anderswo und trotzdem billig
Eigentlich ist ein Auslandsstudium in Europa relativ irrelevant. Unsere großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen konkurrenten wie Partner sind die USA (mit schwindender Relevanz), China, Indien, Taiwan, Korea und Andere.
Wenn sich Professoren und die internationalen Auslandsämter wirklich engagieren, kommt es zu "priviligerierten Partnerschaften" mit Universitäten in den genannten Ländern. Dazu gehört, dass unsere Studierenden ihre Studiengebühren bei sich zuhause zahlen (keine) und die internationalen Studierenden ihre Sutiengebühren in den eigenen Ländern (China 3000€), Australien (18000 €), USA (jede Menge €). Insofern tragen unsere Studenten ihre Reisekosten selbst, ansonsten sind die Lebenshaltungskosten dort mal billiger mal teurer. das macht aber keinen so großen Unterschied. Wenn man dann noch einen Wohnungstausch hinkriegt, ist auch das Problem gelöst. Wir machen das mit einem "Buddy"-System. Und man kann noch Sprach-Tandems anbieten…
Dazu gehört ein wirklich engagierter Prof. und persönlich bekannte Partnerprofs. auf der anderen Seite.
Leider macht es das Billigprodukt (Bachelor/master (deutsche Alleingangs-Sparversion) zunehmend schiweriger, indem sie den Studierenden kaum noch Zeit für ein Auslandssemester lässt, die Profs. mit Bürokratiemüll übethäuft und die Qualität der Lehre inzwischen an Statistiken und Papierkram bemisst.
Möglich ist es aber.
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