Es ist wirklich bewundernswert, was dieser Mann trotz seiner Behinderung vollbracht hat. Ein tolles Beispiel für alle Behinderten und ein wertvoller Beitrag zu einer besseren Akzeptanz behinderter Mitbürger.
AFPDas Vorhaben klang schier unmöglich, doch Philippe Croizon hat es geschafft: Obwohl ihm Arme und Beine fehlen, durchschwamm der Franzose vier Meerengen zwischen allen fünf Kontinenten. Die letzte Etappe meisterte er gegen starke Strömungen im nahezu eiskalten Wasser der Beringstraße.
http://www.spiegel.de/panorama/leute...850794,00.html
Es ist wirklich bewundernswert, was dieser Mann trotz seiner Behinderung vollbracht hat. Ein tolles Beispiel für alle Behinderten und ein wertvoller Beitrag zu einer besseren Akzeptanz behinderter Mitbürger.
Hut ab !
Bin gleich in den Swimming Pool gesprungen.
Ich kann so etwas nicht so viel abgewinnen. Wieso muss er's jetzt als Behinderter allen beweisen? Ich vermute (weiß es aber nicht), dass er vor seinem Unfall nichts mit so einem Vorhaben am Hut hatte. Wieso muss er es dann jetzt tun? Wäre er als Gesunder die Strecke in "Normalzeit" geschwommen, wäre es genau so "bewundernswert". Aber da hätten ihn dann keine Kamerateams begleitet und überall über ihn berichtet.
(P.S.: nein, ich würde es wohl auch mit zwei Armen und zwei Beinen nicht schaffen)
.. wenngleich die mächtigen Flossen beim Langstreckenschwimmen natürlich die fehlenden Beine überkompensieren.
Dennoch, Hut ab vor seiner Willensstärke!
Es ist absolut nicht in Abrede zu stellen, dass das eine Höchstleistung ist, aber trotzdem habe ich persönlich bei derartigen Berichten immer ein bischen Bauchschmerzen. Ich weiß ja nicht wie es anderen Menschen mit Behinderung geht, aber mich motivieren derartige Berichte nicht.
Ich bin MS-Patientin und soweit noch ganz fit, ich kann einigermaßen normal laufen, auch ausreichend weit, wenn der Bus schneller war als ich auch mal 50 Meter rennen und ich traue mich ans Steuer meines Kfz. Sportlich wars das dann aber auch.
Ich frage mich, warum immer nur der Sport herhalten muß wenn es darum geht Behinderten und Nichtbehinderten zu vermitteln, dass das Leben mit Behinderungen nicht weniger lebenswert und nicht weniger lustig sein muß als ohne - und der Wert des Einzelnen für die Gesellschaft nicht geringer. Gerade die DMSG transportiert dieses Bild in "Mutmach"-Geschichten auch häufig.
Wie komme ich mir denn da vor? Ich war noch nicht auf dem Mount Everest, habe keine Meerengen durchschwommen obwohl ich noch alle Körperteile habe, bin nicht Weltmeisterin im Hiphoptanz oder im Rollstuhltanz, mache nicht trotz Seuche Parkour oder sonstwas (Beispiele aus dem Gedächtnis zitiert). Gehe ich nicht richtig mit meiner Krankheit um, weil sie mich noch nicht zu Höchstleistungen angestachelt hat? Soll man diesen Eindruck gewinnen? Denkt jemand über den Eindruck nach, den man von solchen Geschichten gewinnen KANN?
Sollte man nicht normalere Beispiele wählen, wie ein erfülltes Leben mit Behinderung aussehen kann? Ich renne jeden Tag auf die Schaff. Vollzeit auf dem Jobcenter. Ein unspektaktulärer, aber notwendiger Job, der mir aber Spaß macht. Und stressig ist. Nach Feierabend begeistere ich mich für MMOs. Sowas dürfte man auf einer sich der Gesundheit widmenden Seite wohl gar nicht sagen, denn auf seinem Hintern zu sitzen, kann ja nicht gesund sein. Ich besuche Freunde, koche Essen, lese Bücher, sehe fern, gehe ab und an feiern. So normal. So unspektakulär.
Und keine News. Auf dass sich jeder Behinderte weiter schlecht fühlen mag, weil er nicht Weltmeister in Irgendwas ist.
... vor dieser Leistung! Allerdings auch Respekt, was für ein Bild von Behinderung und gesellschaftlicher Akzeptanz hier implizit transportiert wird. Als ob Ottonormalbürger oder Lieschen Müller jemals in die Verlegenheit einer Beweispflicht kommen oder genommen würden, "ein tolles Beispiel" (siehe Kommentar 1) durch das man offensichtlich (erst) Akzeptanz als behinderter Mensch erwirbt. Nein, ist schon klar, Otto Normal und Lieschen Müller brauchen natürlich nicht sämtliche Meerengen zu durchqueren, um akzeptiert zu werden, oder!? Diese Frage stellt sich so herum eigentlich auch gar nicht. ;-)
Vielleicht lohnt sich ja mal ein Blick auf folgende Seite zum Thema "Behinderung in den Medien": http://leidmedien.de/
Der Artikel wäre wohl ein für sich ge- und doch eigentlich misslungenes Beispiel für den sprachlichen Heldenmodus!
Diese Leistung stärkt und bestätigt zahllose Menschen, denen man Zeit ihres Lebens eingeredet hat, daß immer alles nicht geht. Die Menschheit hat Leute wie diesen Mann dringend nötig, gerade in dunklen Zeiten wie heute, in denen jeder gegen jeden kämpft und immer alles besser weiß. Wir brauchen Menschen, die anderen tatsächlich ein Stück voraus sind, Menschen, die Vorbild sein wollen und können. Ebenso wie wir Menschen brauchen, die durch das Niederschreiben ihrer Gedanken und Erfahrungen anderen, die keine Kraft mehr haben, eine Stimme geben. Danke, M. Croizon. In der gegenwärtigen Finsternis sind Sie ein Bannerträger für alle, die den Glauben an ihren eigenen Verstand, ihre eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten noch nicht aufgegeben haben, obwohl den Mächtigen und ihren willigen Helfern nichts zu teuer oder zu aufwändig ist, um das Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen der Menschen auszuhöhlen.
Ich kann sie ein wenig verstehen.
Aber kann nicht ihre Gedankengänge nachvollziehen.
Sicher, sie leiden unter einer schäbigen Krankheit.
Aber noch sind sie nicht in dem Sinne körperbehindert.
Sie haben ihre Arme und ihre Beine.
Sie können hören und sehen.
Und mit ein wenig Glück und Fortschritten in der Medizin wird es noch viele Jahre so bleiben.
Ohne die Leistung des Franzosen zu schmälern, hat SPON ja auch wieder einmal stark übertrieben.
Ihm fehlen die unteren Teile seiner Arme ab den Ellenbogen und der Beine ab dem Knie.Obwohl ihm Arme und Beine fehlen, durchschwamm der Franzose vier Meerengen zwischen allen fünf Kontinenten.
Ist schlimm genug; aber nicht so dramatisch wie SPON es darstellt.
Und wenn ich dann noch zu einem kleinen Teil bewerte, dass es doch ein selbst verschuldeter Unfall war, .....
Nein, wenn jeder die Denkweise wie sie hätte, müsste sich jeder normale Mensch der unter diversen Wehwechen leidet, auch schlecht fühlen, wenn andere Menschen, die in ihrem 'normalen' Leben auch unter diversen Wehwechen leiden, irgendwelche sportlichen Höchstleistungen erbringen.
Nein, sie sind gesundheitlich gehandicapt; aber körperbehindert sind sie nicht.