Zitat von
Lapochka
Das mit den teuren Bio-Lebensmitteln, die sich die armen Menschen nicht leisten können, ist ein weit verbreitetes Vorurteil, das sich in der Wirklichkeit oft stark relativiert. So geben häufig die "reichen" Bio-Haushalte für Nahrungs- und Genussmittel weniger Geld aus als die armen Unterschichtler, die häufig Fast-Food essen.
Hintergrund:
100 g eines bestimmten Bio-Lebensmittels sind zunächst deutlich teurer als die gleiche Menge konventioneller Lebensmittel. Dies scheint spricht zunächst für das Vorurteil.
In der Realität wird dies aber häufig von den Bio-Haushalten durch eine andere Verbrauchsstruktur wieder ausgeglichen:
- Bio-Haushalte essen weniger Fleisch und mehr Obst und Gemüse. Da biologisches Obst und Gemüse (pro Gewichtseinheit und Kalorie) aber immer noch billiger ist als konventionelles Fleisch ergibt sich hier ein finanzieller Vorteil für die Bio-Haushalte
- Zu Nahrungs- und Genussmitteln zählen auch (teure) Zigaretten und hochprozentiger Alkohol. Da die gesundheitsbewussteren Bio-Haushalte davon deutlich weniger als der Normalbürger konsumieren, machen sie hier finanziell ebenfalls Boden gut.
Unterm Strich geben die Bio-Haushalte für den Posten "Nahrungs- und Genussmittel" also ähnlich viel Geld aus wie die Verbraucher konventioneller Lebensmittel!
Bei der Unterschicht scheitert es also nicht am Geld, sondern ihnen ist das Rauchen und der Besuch im Fast-Food-Restaurant eben wichtiger als das "Obst, Gemüse und Körner fressen".