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Ökobilanz von Röttgen und Co.: Umweltschädliche Politiker

DDPSie sind vom Amts wegen immer die Guten: Umweltminister handeln grundsätzlich in bester Absicht, sie bewahren und schützen. Schade nur, dass ihre Aktionen manchmal genau das Gegenteil bewirken. Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...823362,00.html
  1. #40

    Rückschritt

    Ich fürchte diese Stimmungsmache gegen alles was Grün ist, wird zum Zeitgeist. Nach Jahren des ökologischen Fortschrittes, kommt jetzt offensichtlich die Gegenbewegung. Mit viel Geld befeuert von Interessengruppen denen Naturschutz die Bilanzen verhagelt. Die Gegenwehr wird kleiner, weil die Aktivisten ausgebrannt sind. Man kann nur hoffen, dass wir nicht allzu weit zurückgeworfen werden bis die Vernunft wieder an Kraft gewinnt und neue Mitstreiter mobilisiert.

    Noch ein paar Gedanken:
    Es wurden Fehler gemacht. Aber nach der Logik könnten wir alle Ministerien abschaffen.

    Reicht es eigentlich sich hinzustellen und zu sagen: Das war schlecht, der war doof, das hat nichts gebracht... ohne das mit sachlichen Argumenten zu unterfüttern. Mit so einer armseligen Polemik kann man im Spiegel publizieren?

    Anstatt alles in Frage zu stellen muss man weiter daran arbeiten. Wir stehen vor gewaltigen Problemen. Solche Artikel helfen uns kaum bei deren Lösung.
  2. #41

    Richtig und tentenziös zugleich

    Zitat von luigi321 Beitrag anzeigen
    Hut ab Herr Neubacher, so einen Artikel im Spon zu lesen hat mich jetzt wirklich positiv uerberrascht.
    Sollte das etwa der Anfang vom Pedelrueckschwung sein?
    Ich jedenfalls wuerde mir mehr Vernunft und weniger Emotion bei der Umweltdiskussion wuenschen.
    Natürlich sind unsere Umweltminister umweltschädlich, das ist so gewollt. Ein Ministerium wird von Politikern geführt, und diese sind jedesmal, mit einigen Ausnahmen, Trojanische Pferde der Industrieverbände. Die Industriepolitik dieser Verbände wird auch von Kurzdenkern betrieben, denn man bedient die Aktiengesellschaften, und diese hangeln sich von Quartalsbericht zu Quartalsbericht. Wer keine Dividende ausschüttet, den bestraft der Aktionär.

    In so einem Klima des kurzfristigen Denkens überhaupt Politik zu machen, das heißt langfristig zu planen, gleicht der Quadratur des Kreises. Politik verkommt stets zur "Kunst des Kompromisses", sonst findet sie garnicht statt.

    Unsere Bravoheuler hier im Forum sind vielleicht materialistisch gestrickt und auf der Seite der sich hemmunglos bedienenden Finanzindustrieschädlinge. Diese haben ein Desater angerichtet, das dem Umweltdesaster durch den Mißbrauch der fossilen Energioeträger und der Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung gleichkommt.

    Wir brauchen aus KOSTENGRÜNDEN eine ökologisch ausgerichtete Industriepolitik. Das funktioniert aus den oben genannten Gründen natürlich nicht. Jeder Versuch in diese Richtung wird in "Kompromissen" ins Gegenteil und bis zur Unkenntlichkeit verdreht.

    Das "Grüne Paradoxon" ist das Ergebnis der Gegner des nachhaltigen Wirtschaftens, auch wenn tatsächlich mal ein paar gutgemeinte und schlecht gemachte Fehlleistungen durch die Protagonisten der grünen Bewegung dabei sind. Das ist aber kein vernünftiger Grund daran zu zweifeln, dass wir endlich mit der Verschwendung von Resourcen aufhören müssen. Das ist eigentlich nicht schwer zu verstehen.
  3. #42

    Zitat von Sique Beitrag anzeigen
    Gerade hier ist die Erinnerungslücke extrem groß. Die Idee zum Dosenpfand stammt nämlich gar nicht von Herrm Trittin. In seiner Zeit als Minister fiel nur ein Termin, nämlich der, an dem die Recyclingquote bei Getränkebehältern überprüft wurde. Diese war unter 70% gesunken. Das Gesetz schrieb vor, dass dann ein Dosenpfand einzuführen wäre, was sein Ministerium unter seiner Leitung auch durchführte.

    Aber wem verdanken wir nun das Gesetz, welches die Einführung des Dosenpfandes notwendig machte? Das war eine gewisse Umweltministerin Frau Dr. Angela Merkel.
    Ehrlich gesagt ist es mir relativ egal ob Frau Merkel, Herr Trittin oder sonst wer den Dosenpfand eingefürht hat. Was ich unterstreichen wollte, war, dass das Ziel des Gesetzes erreicht wurde, und nicht wie dargestellt verfehlt.
    Gehen Sie doch mal an einen Badesee und suchen sie Metalldosen!
    Ich sag Ihnen wo Sie welche finden! Im Sediment des Sees, wo sie noch aus Zeiten vor dem Gesetz liegen. Am Strand werden sie wenige bis keine finden. Ergo, Pfand hat funktioniert!
  4. #43

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie sind vom Amts wegen immer die Guten: Umweltminister handeln grundsätzlich in bester Absicht, sie bewahren und schützen. Schade nur, dass ihre Aktionen manchmal genau das Gegenteil bewirken. Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.

    Ökobilanz von Röttgen und Co.: Achtung, diese Politiker sind umweltschädlich! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Leider wird in dem Artikel die Polemik mit dem Wasserwerfer versprüht und diskreditiert sich damit selbst. Das ist doch in erster Linie gesammeltes Stammtischgeschwätz:"Sieben Jahre dauerte Trittins Amtszeit als Umweltminister. Es war eine Ära, von der sich die Umwelt bis heute nicht erholt hat.", "Jede halbverwilderte Industriebrache wird zum Ökosystem hochgeredet und jeder Grünstreifen zum Biotop.", "Umweltpolitik ist Verbotspolitik." So was erwarte ich in Kommentaren zu einem Artikel, aber doch nicht in einem Artikel selber.
    Es sind und werden leider viele gute Ideen und Ansätze zur Umweltschonung in ihrer konkreten Ausführung meist verwässert ,manchmal bis zur völligen Wirkungslosigkeit oder eben auch sogar bis zur Schädlichkeit. Aber das allein dem Umweltministerium an zu lasten? Klar,das hat im Kabinett den höchsten Stellenwert ,Finanzen und Wirtschaft sind ja bloß Erfüllungsgehilfen desselben, die in der realen Politik keinerlei Machtposition haben! Da gibt es ja keinerlei Lobbyinteressen dahinter! Ich erinnere mich noch an die Diskussionen um den Büchsenpfand. Da wurde doch der Untergang der Getränkeindustrie ( Die Arbeitsplätze!!!) prophezeit. Was das alles für Folgekosten für die Supermärkte hätte,usw. Während gleichzeitig im Ausland (Schweden) die gleiche Supermarktkette (Lidl) schon länger den dort vorgeschrieben Automaten für den Dosenpfand hatte ( Und sich auch sonst lokalen Vorschriften angepasst hat. Wie z.B. Betriebsräte . Aber das gehört nicht hierher).
    Und wer fordert Umweltbelange sollten in die Hand des Wirtschaftsministeriums gelegt werden,der will den Bock zum Gärtner machen. Der Abschlußsatz des Artikels soll doch eigentlich heißen: Umweltpolitik schadet der Wirtschaft.
  5. #44

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie sind vom Amts wegen immer die Guten: Umweltminister handeln grundsätzlich in bester Absicht, sie bewahren und schützen. Schade nur, dass ihre Aktionen manchmal genau das Gegenteil bewirken. Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.

    Ökobilanz von Röttgen und Co.: Achtung, diese Politiker sind umweltschädlich! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Sehr polemischer Artikel. Aber im Kern stimme ich zu: Die Politik der heutigen Zeit fasst nur die einfachen und kurzfristigen Themen auf, verpasst ihnen ein Öko-Label (denn in jeder Reform o.ä. wird sich auch der noch so kleinste Umweltansatz feststellen lassen) und geht damit bei den Bürgern hausieren. Und dann kommen solche Pseudo-Öko-Produkte wie "Biosprit" E10 heraus, die mehr Probleme schaffen, als sie lösen. Alles, was den Beinamen Bio trägt, muss ja quasi gut sein. Gelebte Oberflächlichkeit, an der aber auch wir Bürger schuld sind, weil auch wir einfache Lösungen wollen, am besten ohne Eigenleistung. Es ist ja ein toller Gedanke, einfach bestimmte Dinge in unserem Leben durch vermeintlich umweltfreundliche Pendants zu ersetzen. Statt V6 fährt man halt Blue Motion und schon ist man, in einer Art Ablasshandel, frei von seinen Sünden.
    Das wirklich wichtige Thema ist allerdings, ob wir es schaffen, unsere Lebenseinstellung und unseren Umgang mit der Natur hinsichtlich unseres Konsums GRUNDLEGEND zu ändern. Das ist tatsächlich, wie auch schon im Artikel beschrieben, eine ressortübergreifende Aufgabe, die man nicht in ein einziges Ministerium outsourcen kann. Ein ganz wichtiger Schritt ist dabei die "Energiewende"; sie darf nur nicht zum Symbol einer aktionistischen Politik werden, sondern muss zuende gedacht werden als der Grundstein der zukünftigen Gestaltung unseres Zusammenlebens
  6. #45

    Zitat von zwoelftermann Beitrag anzeigen
    ...
    Alle Beteiligten geniessen die Komfortzone, dass ihr Unsinn ja erst in mehr als 100 Jahren als überflüssig erkannt wird. Aber dann stellt sich ja das Thema Wiederwahl nicht mehr.
    Ich meine, diese Lügen haben nicht so lange Beine, auch ein Norbert Blüm hat sich nicht vorstellen können, dass der Unfug mit "Die Rente ist sicher" schon nach wenigen Jahren als solcher enttarnt und als öffentliche Wahrnehmung präsent war. Das Thema Wiederwahl stellt sich womöglich dann nicht mehr, ernsthafte Konsequenzen für diese Windbeutel sind sicher auch nicht zu befürchten, aber den Leuten offen in die Augen schauen, das werden die sicher dann nicht mehr so ohne weiteres fertigbringen.
  7. #46

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie sind vom Amts wegen immer die Guten: Umweltminister handeln grundsätzlich in bester Absicht, sie bewahren und schützen. Schade nur, dass ihre Aktionen manchmal genau das Gegenteil bewirken. Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.

    Ökobilanz von Röttgen und Co.: Achtung, diese Politiker sind umweltschädlich! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nun ist man ja von Spiegel-Online so einiges gewöhnt, aber dieser Artikel übersteigt ja nun beim besten Willen jegliche Vernunft. Sich hinzustellen und zu meinen Solarenergie wäre Schwachsinn, Biogasanlagen auch und das Dosenpfand sowieso, der hat ja nun beim besten Willen nur populistische Absichten! Klar ist nicht alles grün wo grün draufsteht und sicherlich werden insbesondere in der Umweltpolitik unglaublich viele Fehler gemacht, aber wo wird das nicht. Hätten wir heute einen Atomausstieg wenn nicht immer wieder Druck ausgeübt worden wäre? Wahrscheinlich nicht! Und das wir nun Stromtrassen benötigen wenn mehr Energie im Norden erzeugt und im Süden verbraucht wird ist ja auch klar...
  8. #47

    undifferenzierte Betrachtungsweise

    Zitat von h.c.lange Beitrag anzeigen
    In einem hat der Autor dieses Artikels recht: Umweltpolitik ist nitht im so klar, wie es auf den ersten Blick scheint. Betrachtet man die viel gescholtene Energiesparlampe, scheint sie offensichtlich hochgradig gefährlich, wenn sie zerbricht. Grund ist das in ihr enthaltene Quecksilber, das dabei freigesetzt wird. Erster Impuls war kaufen wegen der Energieeinsparung, zweiter Impuls wäre wieder abschaffen wegen Quecksilber und wieder die gute alte Glühbirne reinschrauben. Wer noch genauer hinschaut, merkt aber nun aber, dass durch den höheren Stromverbrauch auch wieder Quecksilber freigesetzt wird - durch die Kohlekraftwerke, die zur Stromerzeugung neben CO2 auch diesen Stoff ausstoßen. Also doch wieder Vorteil für die Leuchtstoffröhren, zu denen auch die Energiesparlampen zählen.

    Leider vermist der Artikel jegliche genaue Analyse in diesem Sinne. Guter Journalismus sieht in meinen Augen anders aus, auch wenn man für so eine flotte Schreibe offensichtlich viel Applaus bekommt.

    Der wichtigste Grund für Umweltverschmutzung ist und bleibt offensichtlich eine weit verbreitete Denkfaulheit.
    Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wollte ich auf einem Campingplatz bei Melbourne unsre Bioabfälle in eine Biotonne werfen. Schön grün markiert, nach deutscher Lizenz (OTTO, SCHÄFER usw.) produziert, stand die Tonne da und wartete darauf, "gefüttert" zu werden. Nachdem ich den Deckel geöffnet hatte, ging ich erst zum Wohnmobil zurück, um meinen Foto zu holen; denn ganz oben drauf auf den Bio-Müll lag eine der so tollen "Energiesparlampen" - ein Beweis dafür, wie "logisch" der Verbraucher denkt: Energiesparlampe ist "umweltfreundlich" = Bio-Müll = kann in die Biotonne geworfen werden.

    Was dieser Schwachsinn "Energiesparlampe" überhaupt soll, weiß der Kuckuck! Zwangsweise eingeführt übrigens ausgerechnet vom Ernergie-Verschleuderungsgland Australien und dann kritiklos nachgeäfft von der halben Welt. Die gute alte Glühbirne ist energiepolitisch eine "peanut", ist abfallpolitisch völlig uninteressant. Am gefährlichsten sind noch die Glassplitter, wenn so ein Dinger runterfällt und man die Splitter zusammen suchen muss!

    Wirklicher umweltpolitischer Logik folgend, müsste die Glühlampe umgehend wieder zugelassen werden! Aber wo gibt es in der Politik überhaupt "Logik"??
  9. #48

    Also

    Zitat von GerhardFeder Beitrag anzeigen
    "Kunst kommt von Können."
    Leider ist das, was hier über die Umweltminister/innen gesagt wird für alle Politikfelder zutreffend. Wenigstens haben die Politiker früher noch gewusst, dass sie mal wieder Mist gebaut haben. So entführ es Minister Apel nach einer verunglückten Reform "Ich glaub mich tritt ein Pferd" - heute undenkbar.
    Finanzminister ruinieren den Staat
    Gesundheitsminister machen eine reiche Lobby noch reicher
    Verkehrsminister - schweigen wir lieber
    Familienminister bewirken sinnlose Umverteilung
    Justizminister bedienen die Justiz und nicht die Bürger
    Innenminister machen Politik gegen Bürger und nicht gegen Täter
    Landwirtschaftsminister versenken Milliarden-Subventionen
    Bildungsminister (17 an der Zahl) - wurde etwas besser seit 1965?
    Außen-, Entwicklungshilfe-, Verteidigungsminister for what?

    Lassen wirs gut sein, die Umweltminister sind eben so wie alle anderen auch.
    man könnte aber Herrn Niebel anführen, der wollte wenigstens das Entwicklungshilfeministerium abschaffen..... :-)
  10. #49

    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    Bitte kommen Sie näher, hier gibts Allgemeinplätze zum Nulltarif! So könnte man diesen Artikel getrost überschreiben. Der Autor differenziert nicht, und wägt seine Argumentation nicht in geringster Weise ab. Diskussion von Argumenten, fehlanzeige.
    (...)
    Amen.
    Ich finde es generell suspekt, wenn sich Leute geradezu inbrünstig an ihren Feindbildern abarbeiten.
    Insofern ist Herr Neubacher mit seiner missionarischen Penetranz nicht besser (und glaubhafter) als diejenigen, die er bei jeder sich bietenden Gelegenheit kritisiert.








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