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Ökobilanz von Röttgen und Co.: Umweltschädliche Politiker

DDPSie sind vom Amts wegen immer die Guten: Umweltminister handeln grundsätzlich in bester Absicht, sie bewahren und schützen. Schade nur, dass ihre Aktionen manchmal genau das Gegenteil bewirken. Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...823362,00.html
  1. #100

    Arbeitslose Juristen und frustrierte Ex-Lehrer

    stellen regelmäßig die Klientel dar, aus der sich unsere Politiker rekrutieren lassen. Wer sonst hätte auch so viel Zeit für die berühmte Ochsen-Tour, auf der man den zum Aufstieg nötigen Stallgeruch abbekommt. Lehrer erfahren selbst nach einem erfolglosen Ausflug in die Politik eine Beförderung in Schulämter und "Höheres", vermutlich auch, damit sei keine bleibenden Schäden bei den Schülern hinterlassen können.

    Dass diese Leute, man kann durchaus sagen, naturgemäß KEINE Ahnnung von ihrem Ressort haben, kennzeichnet die Lage seit Jahrzehnten, mit allen bekannten Auswirkungen. Je größer die individuelle Unschärfe der angeblichen "Kompetenzen" ist, desto vielseitiger sind die Kandidaten im sich drehenden Ministerkarussel einsetzbar. Das ist so eine Art politischer Unschärferelation.
  2. #101

    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    3. Neue Lampe einsetzen und die alte in die Schachtel und aufbewahren bis zur Entsorgung

    Wichtig: Die Glühbirne geht dabei NICHT kaputt!!! Das Quecksilber interessiert mich also gar nicht! Damit kann sich der Aufarbeiter defekter Birnen beschäftigen.
    Da es bislang kein Rücknahmesystem für gebrauchte Energiesparlampen gibt, dürfte ein nicht geringer Teil im Hausmüll landen, dort zerbrechen und die Umwelt belasten.

    Seltsamerweise scheint das aber niemanden zu interessieren, dafür gibt es aber sog. "Umweltzonen" und "Feinstaubplaketten" ohne jede erkennbare Wirkung ausser einer quasi Zwangsenteignung für die Besitzer älterer Autos.
  3. #102

    Den...

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Den Autoherstellern ist der Verbrauch letztlich egal, da sie mit Autoverkauf und nicht mit Treibstoffverkauf Geld verdienen. Wenn sich Ein-Liter-Autos trotzdem beim Verbraucher nicht durchsetzen, dann liegt dies daran, daß sie in der Gesamt-Kosten-Nutzen-Bilanz den Verbraucher trotz hoher Treibstoffpreise nicht überzeugen.
    Herstellern ist das natürlich nicht egal. Sie verdienen nämlich an einen Fahrzeug der Mittel- oder Oberklasse wesentlich mehr als an einem 1-L-Lupo.

    Was den Verbraucher angeht haben Sie wohl recht. Der bezahlt gerne fürs Prestige.
  4. #103

    Punktuelle Umweltpolitik vs. Marktmechanismen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein kritischer Blick auf die Ökobilanz unserer obersten Umweltschützer.
    Bei den genannten Beispielen verfehlter Umweltpolitik (ich zähle auch die alternativen Energien dazu, die Unsummen kosten ohne den Planeten nennenswert voranzubringen) handelt es sich um punktuelle Umweltpolitiken, die ein vermeintliches Einzelproblem publikumswirksam herausgreifen, gut aussehen und hoch moralisierbar sind.

    Diese punktuellen Politiken unterschätzen regelmäßig die Komplexität der Welt. Vorteil: die angeblichen Vorteile sind eher sichtbar und politisch auschlachtbar als die Nachteile. Eine umfassende Umweltpolitik würde viel mehr auf Marktkräfte setzen: Bestimmte Umweltnutzungen teuer machen und sehen, wie dadurch die Umweltbelastung zurückgeht, ohne im Einzelnen genau zu wissen, wie und wo. Nachteil: die Belastungen werden sofort spürbar, die Umweltvorteile aber erst nach geraumer Zeit. Diese Politik lässt sich auch nicht so gut moralisieren, denn sie nutzt den Eigennutz der Individuen - zwar verlässlich, aber nicht mit der moralisierbaren Propagandawirkung.

    Ob wir den Umweltpolitikern einen Vorwurf machen können? Kaum, denn das Volk will diese moralisierbare Wohlfühlpolitik und läuft Sturm gegen eine rationale ("gefühlskalte") marktgesteuerte Politik, die funktionieren würde. (Die Emissionszertifikatelösung für CO2 funktioniert nicht, weil sie schlecht wäre, sondern weil sie durch die vielen anderen punktuell wirkenden Energiepolitiken überholt wird und dadurch keine Chance hat, eingenständig zu wirken.) Das kurzfristige Denken der Demokratie und die langfristige Natur der Umweltproblematik stehen im Widerspruch zu einander.
  5. #104

    Wo wohnen Sie denn?

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Das jetzt gefaehrliche und schwer einzusammelnde Glasscherben statt der harmlosen und leicht zu entsorgenden Dosen ueberall rumliegen ist Ihnen etwa noch nicht aufgefallen?
    In den Grosstaedten ist Dosenpfand sowieso mittlerweile eh passé, da ueberall pfandfreie Dosen aus dem europäischen Ausland verkauft werden.
    Ziviler Ungehorsam sozusagen. Super.
    Welche Großstädte meinen Sie denn? In Hamburg habe ich noch keine pfandfreien Dosen gesehen, insbesondere nicht im Kiosk oder kleinen 24h-Läden, in denen man diese am ehesten erwarten könnte...

    Wenn sie mit Großstädten Frankfurt/Oder oder Gelsenkirchen meinen, dann mag das zutreffen. Da es sich bei Deutschland aber um ein flächenmäßig sehr großes Land handelt, sind die Landesgrenzen an vielen Orten doch recht weit weg, um Getränkedosen in Massen aus dem Ausland zu besorgen, vor allem, weil es dem Händler überhaupt nichts bringt...
  6. #105

    Zitat von Madmind Beitrag anzeigen
    Dann verstehen Sie ja endlich den Sinn des Gesetzes. Kaufen Sie doch einfach Mehrweg-Flaschen, scon bringen Sie nicht mehr den Müll in den Laden und müssen sich irgendwie bestraft fühlen.

    Das Leben kann so schön einfach sein, wenn man denkt.
    Man muss bei der Berechnung schon ziemlich tricksen damit Mehrwegflaschen ökologisch sinnvoll werden. Wie ein anderer Forist hier schon erwähnte, wieso sind Produkte mit Mehrwegverpackungen grundsätzlich teurer? Ein höherer Preis ist auch ein Hinweis auf einen höheren ökologischen Footprint!

    Da die Mehrwegquote inzwischen auf 35% gesunken ist, ist die Diskussion eh eher akademisch. Das Dosenpfand hat in dieser Hinsicht genau das Gegenteil bewirkt.
  7. #106

    Das ist seit langer Zeit ein sehr wahrer Artikel

    Zitat von #mhb# Beitrag anzeigen
    Dieser Werbeartikel (Vermarktung des eigenen Buches) hat nicht mehr Informationsgehalt als eine Reklame für Diätprodukte. Es werden einseitig einige wenige Aspekte hervorgehoben, die ins eigene Weltbild passen und der große Rest wird einfach ignoriert.

    Nach der Logik des Autors müsste man auch den Rolls Royce wegschmeißen, wenn der Aschenbecher voll ist. Unerwähnt zu lassen, dass die Umweltpolitik in Deutschland sehr vieles zum Positiven bewegt hat, Stichwort saubere Luft, saubere Flüsse, etc. und sich nur auf die wenigen umstrittenen Themen zu stützen ist arg beschränkt.

    Auch ist vieles schlicht sachlich falsch. Die Energiesparlampen wurde von der EU vorgeschrieben und nicht vom Umweltminister. Die Mehrwegquote wäre ohne Dosenpfand noch viel geringer, etc.

    Die ideologische Brille, die der Autor den Ökoaposteln vorwirft, hat er selber auf.
    gegen die Umwelthysterie, den aber offensichtlich die Realitätsverweigerer trotzdem nicht akzeptieren können, da es sich in einer Traumwelt auch viel besser lebt, mit Sonnenblumen gegen die Atomenergie - also den ganzen Tag Kindergeburtstag.
  8. #107

    Für diese Aufklärung bin ich sehr dankbar....

    Zitat von netbla Beitrag anzeigen
    Die Diskussion um die Energiesparlampe weckt in mir die Frage, ob der Durschnittsdeutsche verlernt hat wie man eine Birne wechselt. Also zur Erinnerung:

    1. Kaputte Lampe anfassen (bitte im abgekühlten Zustand!)
    2. Drehen bis die Lampe sich aus der Fassung löst
    3. Neue Lampe einsetzen und die alte in die Schachtel und aufbewahren bis zur Entsorgung

    Wichtig: Die Glühbirne geht dabei NICHT kaputt!!! Das Quecksilber interessiert mich also gar nicht! Damit kann sich der Aufarbeiter defekter Birnen beschäftigen.

    Leute die andauernd Angst vor Quecksilber machen, schein motorsich nicht in der Lage zu sein eine Birne zu wechseln ohne Sie kaputt zu machen? Ich würde also erstmal anfangen die motorik zu verbessern, als über das Produkt zu schimpfen! Man könnte bei der Argumentation auch sagen, "ich fahre kein Auto, weil wenn es kaputt geht, tretten giftige Dämpfe aus dem Tank aus (Ottokraftstoff ist übrigens Krebserregend wegen Benzol)".

    Oder alternativ: "Ich benutze keine Kerze, denn wenn sie umfällt, brennt vielleicht meine Wohnung samt mir ab"

    IRONIE AUS!
    ... seit meinem Chemiestudium habe ich doch starken Respekt vor Quecksilber, wenn es in winzige Kügelchen zerstreut auf dem Boden verdunstet. Besonders als ich einen alten Chemie-Prof kennenlernte, der in seiner Jugend etwas zu sorglos mit dem Stoff umging und an der Miamata-Krankheit litt.

    Shit happens, also geht so ein Dings auch mal kaputt. Dann schnell in die Apotheke, Mercurisorb kaufen, sorgfältig drüberstreuen, zusammenkehren, eintüten, zur Apotheke zurückbringen.

    So, das war mein Ratgeberteil.

    Mehr Sorgen macht mir die Anzahl an Energiesparlampen, die defekt aber intakt in den Restmüll gelangen. Nehmen wir deren Anteil nur mit 5% der verkauften Ware an, so sehen wir, dass wir uns durch Umweltschutzbestrebungen die größte anzunehmende Umweltgafährdung auf den Hals laden, die für mich momentan denkbar ist.

    Jeder Chemielehrer, Chemieingenieur, usw. weiß das seit ewigen Zeiten...

    Aber wie heißt es in unserer Gegend so schön: "Sagste was, biste der Aff'!"
  9. #108

    Zitat von Madmind Beitrag anzeigen
    Welche Großstädte meinen Sie denn? In Hamburg habe ich noch keine pfandfreien Dosen gesehen, insbesondere nicht im Kiosk oder kleinen 24h-Läden, in denen man diese am ehesten erwarten könnte...
    In Berlin gibt es die bei Doenerbuden und Spaetkaeufen ausschliesslich, mittlerweile. Nur noch in Supermaerkten und Tankstellen gibts Pfanddosen.
  10. #109

    Wie funktioniert Umweltschutz?

    Ein Hausbesitzer leistete sich eine neue und sparsamere Heizung. Ein Jahr später waren seine Heizkosten aber gestiegen. Er beschwerte sich beim Heizungshersteller. Was war geschehen: Weil er ja nun ja sparsamer heizte, leistete er sich auch das Schlafzimmer zu heizen.

    Die Durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Das alles will geheizt werden.

    Wie oft nütze ich mein Fahrrad im vergleich zum Auto?

    Sense und handbetriebene Spindelrasenmäher findet man heute fast nur noch im Museum.

    Spielten früher die Kinder auf dem Bolzplatz, verwenden sie heute viel mehr Computer.

    Die Liste kann beliebig verlängert werden. Leider kann man die Zeit nicht zurückdrehen und eigentlich will man das auch gar nicht.

    ABER:
    Jeder einzelne muss darauf achten, wie er die Umwelt schont. Die Verantwortung für Umweltverschmutzung auf die Politik zu schieben nützt der Umwelt leider überhaupt nichts.








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