DPAÖffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816980,00.html
Witzig das das in anderen Städten so kompliziert ist.
Hier in Berlin einfach- AB und ABC..... usw.
Sofort auf dem Plan zu ersehen was man braucht.
Auch für Touristen, einfach am Automaten die Sprache wechseln.
Etwas schwieriger wird's wenn man Ermässigungen will oder Anschlussfahrkarten. Aber im Grunde, wenn man sich vorher im Netz die Tabelle anschaut weiß man was man will. Und findet das auch am Automaten. Ferner hängt das wesentliche fast überall aus, wie weit mit Kurzstrecke etc.
Für den Alltag kommt man mit AB durch ganz Zentral-Berlin für 2,30. Wer weiter raus will braucht ABC; das ist auf dem Plan zu ersehen denn die Zonen sind groß und übersichtlich aufgeführt.
Die Grundbedürfnisse sind schnell zu erfassen....
Empfehlen würde ich für Touristen aber das sie sich das vorher auf BVG.de mal anschauen. Denn wenn hinter ihnen am Automaten eine Schlange steht die auch will, dann gerät man oft in Hektik und findet sich nicht zurecht.....dabei ist es einfach wenn sie schon vorher wissen- ich will ein Ticket ABC mit Fahrradkarte etc.....
Ungefähr ähnlich weltfremd und egozentrisch dürften die Hersteller dieser Systeme ticken.
Woher soll ein Ortsfremder eine "Seehofstraße" als Haltestelle wissen, wenn er eigentlich ja eine Willemerstraße sucht?
Haben Sie schon einmal versucht mit weit getropften Augen bei Sonnenschein eben jene dreistellige Geheimzahl, denn das ist sie dann, zu finden? Von blinden und anders in dieser Hinsicht behinderten Menschen ganz zu schweigen?
Ich habe gerade neulich via Internet(!) versucht herauszufinden, ob ich bersser laufe oder den ÖPNV nehmen soll. Dort stand, dass ich eine Kurzstrecke kaufen kann. Auf der Suche danach, was eine Kurzstrecke ist, habe ich dann 1500m als Erklärung bekommen.
Nun mein Dilemma: Luftlinie waren es ein paar Meter weniger, an Fahrtstrecke wären es aber dreimal so viele gewesen.
Wer soll jetzt Gedanken lesen?
Es ist nützlich beim Konzipieren und Bewerten von Dienstleistungen, die sich an Dritte wenden, nicht allein den eigenen bescheidenen Horizont als Mass aller Dinge zu sehen!
Genau das hat ja zu dem hier beklagten Zustand geführt!
...deutschen sind als Normwüdig auf der ganzen Welt bekannt. Aber eine DINlichen, einheitlichen Fahrplan bringen die einfach nicht auf die Reihen, sollten sich da mal in andere Länder umgucken. Sonst gehen ja auch alle Politiker, auch die geringste Kommunalpolitiker, gerne auf Reisen. Ich glaube noch eines haben diese DINler nicht geschafft, die Normung des Regenschirmes, er bleibt individuell.
Guter Artikel ,da bräuchten wir eigentlich mehr von in der Hoffnung das sich irgendwann mal was tut.
Ich verstehe nicht warum jeder Ort sein eigenes Tarifsystem, Busnumerierungssystem, Straßenbahnbezeichnungssystem usw. haben muss. Wie das die vielgepriesene Effektivität des freien Marktes sein soll verstehe ich nicht.
Überregional geht das Drama ja weiter. Jedes Bundesland hat seine eigenen Tarife und wer das durchsieht hat sich seinen h.c. verdient.
Ich durfte letztens Nachzahlen weil ich mit einem Nordwestbahn Fahrradticket in einem Zug nach DB-Tarif saß, was allerdings nicht zu erkennen war da er von der Nordwestbahn betrieben wurde. Alles klar? Mir nicht.
Das öffentliche Verkehrssystem inkl. der Radwege in München ist exzellent u. für mich schon ein Grund in die Stadt zu ziehen.
Aus meiner Sicht ist auch die Tarifgestaltung sehr einfach, auch wenn man beim ersten Mal vielleicht noch etwas ratlos vor dem Tarifplan steht (die angesprochenen Japaner können jederzeit ihr Ticket auch am Schalter kaufen).
Einziges Ärgernis: Die Extrafahrkarte für Fahrräder.
Aus meiner Sicht ist der Artikel ein kleinlicher Schildbürgerstreich: Spießbürger regen sich über Kleinigkeiten auf, die man aber irgendwie regeln muss - für mich nicht verständlich.
Zürich wurde im Forum auch angesprochen. Die Stadt hat bekannterweisse auch ein sehr gutes ÖPNV-Netz, abgesehen davon, dass die Trams nur sehr langsam im Stadtgebiet vorankommen u. man von ausserhalb mit der S-Bahn meist schneller ist.
Die Tarifgestaltung ist denkbar einfach (zugegebenerweise einfacher als in München) u. ich finde es vor allem vorteilhaft, dass Halbtax-Abonnenten (Äquivalent zur BahnCard) ermässigt fahren u. man durch einfachen Tastendruck ein 24-Stunden-Abo erwerben kann.
Grundsätzlich finde ich es allerdings vorteilhaft so nah am Arbeitsplatz u. am Stadtkern zu wohnen, so dass man bei schönem Wetter mit dem Rad fahren kann u. nur manchmal auf den ÖPNV angewiesen ist, was sehr für München u. Zürich spricht u. weniger für London.