Forum


 

Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone

DPAÖffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816980,00.html
  1. #30

    Titellos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

    Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Ähm, bin ich bisher schwarz gefahren oder hat Stuttgart nur schlicht ein besseres System?

    Ich geh an den Automaten, tippe mein Ziel ein und der Automat spuckt mir, nach Bezahlung, das passende Ticket aus.
  2. #31

    AB oder ABC oder BC- Berlin einfacher geht's nicht.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

    Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Witzig das das in anderen Städten so kompliziert ist.
    Hier in Berlin einfach- AB und ABC..... usw.

    Sofort auf dem Plan zu ersehen was man braucht.
    Auch für Touristen, einfach am Automaten die Sprache wechseln.

    Etwas schwieriger wird's wenn man Ermässigungen will oder Anschlussfahrkarten. Aber im Grunde, wenn man sich vorher im Netz die Tabelle anschaut weiß man was man will. Und findet das auch am Automaten. Ferner hängt das wesentliche fast überall aus, wie weit mit Kurzstrecke etc.

    Für den Alltag kommt man mit AB durch ganz Zentral-Berlin für 2,30. Wer weiter raus will braucht ABC; das ist auf dem Plan zu ersehen denn die Zonen sind groß und übersichtlich aufgeführt.

    Die Grundbedürfnisse sind schnell zu erfassen....

    Empfehlen würde ich für Touristen aber das sie sich das vorher auf BVG.de mal anschauen. Denn wenn hinter ihnen am Automaten eine Schlange steht die auch will, dann gerät man oft in Hektik und findet sich nicht zurecht.....dabei ist es einfach wenn sie schon vorher wissen- ich will ein Ticket ABC mit Fahrradkarte etc.....
  3. #32

    In Stuttgart? Fährt man Auto!

    Zitat von dieterbk2 Beitrag anzeigen
    Das führt dann z.B. in Stuttgart zu solch schwachsinnigen Tarifen, dass es für eine Strecke von A nach B 2 Fahrtmöglichkeiten gibt, die von der Zeit her identisch sind. Für die eine Strecke benötige ich 5 Zonen, für die andere 7. Im Hochpreisland Baden Würrtemberg sind das schnell 600 Eureo für eine Jahreskarte.
    Wer im Provinzkaff Stuttgart den ÖPNV nutzt, ist sowieso selber schuld: wucherteuer (Spitze in Europa) und nach 0:00 Uhr fährt sowieso fast nichts mehr. Doch wer Milliarden für ein neues Bahnhöfle in der Erde vergräbt, muss eben anderswo wieder Geld reinholen.
  4. #33

    Auf den ersten Blick klingt das einleuchtend ...

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    - Wieso komplizierte Ring-Kartensysteme?
    - Wieso teure Technik?

    Fahren Sie mal nach Zürich:
    - Haltestelle aus der Liste suchen (ist alphabetisch)
    - Dahinterstehende Nummer 3-stellige in 10er-Tastatur hacken
    - Geld einwerfen
    - (Okay, es gibt da auch Automaten mit so komischen Touchscreens, aber die sind eher unpraktisch und langwierig)

    Das klingt jetzt zwar nach dem vom Autor gescholtenen Frankfurter System. Aber, die Haltestelle zu der man will sollte man doch irgendwie wissen. Der Apparat kann ja nunmal keine Gedanken lesen. Und weder das Alphabet noch 3-stellige Zahlenfolgen, sollten für jemanden, der die Grundschule erfolgreich abgeschlossen hat, ein Problem darstellen.
    ... auf den zweiten Blick kenne ich natürlich die Addresse, zu der ich möchte, nicht aber den Namen der nächsten Haltestelle. Jedes Smartphone kann zur Adresse die richtige Haltestelle anbieten, bundesweit. Und die Automatensoftware kann das nicht? Erstaunlich ...
  5. #34

    ...

    Zitat von halbfrosch Beitrag anzeigen
    Ein herrlicher Artikel, der genau eines der Kernprobleme beschreibt, dem sich die Piratenpartei gerne annehmen würde: Fahrkartenloser ÖPNV. Oder besser gesagt: Kostenloser ÖPNV. Einsteigen und gut ist. Das wäre wirklich mal innovativ - und würde allen Beteiligten so viel Aufwand sparen.
    Im belgischen Hasselt wird das schon jahrelang praktiziert (seit den 1990ern). Mit Erfolg.
    Und unentwegt pilgern seitdem Kommunalvertreter aus Fern und Nah - auch aus Deutschland - dorthin, um dieses erfolgreiche Konzept für ihre Kommunen zu übernehmen - folgenlos! :-))
  6. #35

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Und weder das Alphabet noch 3-stellige Zahlenfolgen, sollten für jemanden, der die Grundschule erfolgreich abgeschlossen hat, ein Problem darstellen.
    Ungefähr ähnlich weltfremd und egozentrisch dürften die Hersteller dieser Systeme ticken.

    Woher soll ein Ortsfremder eine "Seehofstraße" als Haltestelle wissen, wenn er eigentlich ja eine Willemerstraße sucht?

    Haben Sie schon einmal versucht mit weit getropften Augen bei Sonnenschein eben jene dreistellige Geheimzahl, denn das ist sie dann, zu finden? Von blinden und anders in dieser Hinsicht behinderten Menschen ganz zu schweigen?

    Ich habe gerade neulich via Internet(!) versucht herauszufinden, ob ich bersser laufe oder den ÖPNV nehmen soll. Dort stand, dass ich eine Kurzstrecke kaufen kann. Auf der Suche danach, was eine Kurzstrecke ist, habe ich dann 1500m als Erklärung bekommen.
    Nun mein Dilemma: Luftlinie waren es ein paar Meter weniger, an Fahrtstrecke wären es aber dreimal so viele gewesen.
    Wer soll jetzt Gedanken lesen?

    Es ist nützlich beim Konzipieren und Bewerten von Dienstleistungen, die sich an Dritte wenden, nicht allein den eigenen bescheidenen Horizont als Mass aller Dinge zu sehen!
    Genau das hat ja zu dem hier beklagten Zustand geführt!
  7. #36

    Die...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

    Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ...deutschen sind als Normwüdig auf der ganzen Welt bekannt. Aber eine DINlichen, einheitlichen Fahrplan bringen die einfach nicht auf die Reihen, sollten sich da mal in andere Länder umgucken. Sonst gehen ja auch alle Politiker, auch die geringste Kommunalpolitiker, gerne auf Reisen. Ich glaube noch eines haben diese DINler nicht geschafft, die Normung des Regenschirmes, er bleibt individuell.
  8. #37

    Freie Fahrt für alle

    Zitat von halbfrosch Beitrag anzeigen
    .... Oder besser gesagt: Kostenloser ÖPNV. Einsteigen und gut ist. Das wäre wirklich mal innovativ - und würde allen Beteiligten so viel Aufwand sparen. Klar, die Kosten müssten über örtliche Steuern und Unternehmensabgaben gedeckt werden, aber sie wären auch deutlich niedriger als heute - keine Automaten, keine Kontrolleure, viel weniger Verwaltungsaufwand. Und der ÖPNV würde seinen Namen wieder verdienen.
    Satire oder?
    Dann müsste meine S-Bahn im 2-Minuten-Takt fahren, sonst bricht der Bahnsteig ein. Also ehrlich......
  9. #38

    Tarifjungel Deutschland

    Guter Artikel ,da bräuchten wir eigentlich mehr von in der Hoffnung das sich irgendwann mal was tut.

    Ich verstehe nicht warum jeder Ort sein eigenes Tarifsystem, Busnumerierungssystem, Straßenbahnbezeichnungssystem usw. haben muss. Wie das die vielgepriesene Effektivität des freien Marktes sein soll verstehe ich nicht.

    Überregional geht das Drama ja weiter. Jedes Bundesland hat seine eigenen Tarife und wer das durchsieht hat sich seinen h.c. verdient.

    Ich durfte letztens Nachzahlen weil ich mit einem Nordwestbahn Fahrradticket in einem Zug nach DB-Tarif saß, was allerdings nicht zu erkennen war da er von der Nordwestbahn betrieben wurde. Alles klar? Mir nicht.
  10. #39

    Das öffentliche Verkehrssystem inkl. der Radwege in München ist exzellent u. für mich schon ein Grund in die Stadt zu ziehen.
    Aus meiner Sicht ist auch die Tarifgestaltung sehr einfach, auch wenn man beim ersten Mal vielleicht noch etwas ratlos vor dem Tarifplan steht (die angesprochenen Japaner können jederzeit ihr Ticket auch am Schalter kaufen).
    Einziges Ärgernis: Die Extrafahrkarte für Fahrräder.
    Aus meiner Sicht ist der Artikel ein kleinlicher Schildbürgerstreich: Spießbürger regen sich über Kleinigkeiten auf, die man aber irgendwie regeln muss - für mich nicht verständlich.

    Zürich wurde im Forum auch angesprochen. Die Stadt hat bekannterweisse auch ein sehr gutes ÖPNV-Netz, abgesehen davon, dass die Trams nur sehr langsam im Stadtgebiet vorankommen u. man von ausserhalb mit der S-Bahn meist schneller ist.
    Die Tarifgestaltung ist denkbar einfach (zugegebenerweise einfacher als in München) u. ich finde es vor allem vorteilhaft, dass Halbtax-Abonnenten (Äquivalent zur BahnCard) ermässigt fahren u. man durch einfachen Tastendruck ein 24-Stunden-Abo erwerben kann.

    Grundsätzlich finde ich es allerdings vorteilhaft so nah am Arbeitsplatz u. am Stadtkern zu wohnen, so dass man bei schönem Wetter mit dem Rad fahren kann u. nur manchmal auf den ÖPNV angewiesen ist, was sehr für München u. Zürich spricht u. weniger für London.


TOP



TOP