Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone

DPAÖffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816980,00.html
  1. #110

    Das Piraten-Konzept

    Zitat von Tom Bombadil Beitrag anzeigen
    Ein revolutionärer Gedanke: Einheitliche Automaten und ein einheitliches System im ganzen Bundesgebiet. Vielleicht wie in Berlin, mit drei Zonen, A für die Innenstadt, B für die anderen Stadtgebiete und C für das Umland (also Teile von Brandenburg). Das wäre wahrscheinlich volkswirtschaftlich ein großer Gewinn.
    das weiter oben erläutert wurde, ist mir zwar noch sympathischer, aber dies wäre doch schon ein erster, großer Schritt in die richtige Richtung. Frage: Wenn ich dann mit meiner Monatskarte für den Großraum Hannover in der Tasche in München aus dem ICE steige, wie weit darf ich dann dort damit fahren ?
  2. #111

    Londoner Preise

    Zitat von wechselgänger Beitrag anzeigen
    Aber nur, solange man nur in den Zonen A und B fährt. B und C oder ABC wird teurer...

    Aber ja: Wir Berliner haben ein recht überschaubares Tarifsystem.
    London kostet mit Karte 2,00 Pfund. 2,70 für Zone 2 Peak und das ist schon ziemlich das Ende Welt, das geht auch.
  3. #112

    Göttlich! Bedrückend?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund?
    Ja, so ist es! Dieser Artikel ist absolut göttlich.

    Tiefer geschürft: Das heutige Leben - und nicht nur der öffentliche Nahverkehr - macht jeden zu einem permanenten Verwaltungsbeamten in eigener Sache. Das Denken inVorschriften, Regelungen, Ausnahmen, Umgehungstricks u.ä. nimmt einen immer größeren Raum in unserem Gehirn ein und prägt, wie wir die Welt und uns erleben. Ganz unabhängig davon, ob die Regelungen im einzelnen gut sind oder nicht (viele sind vermutlich sinnvoll) sind wir aus freien Kindern Gottes zu Menschen geworden, die einen Großteil ihrer Energie in Auseinandersetzung mit einem eher anonymen "System" verwenden müssen. Lebendiger, lebensfroher macht das nicht.
  4. #113

    Flugtickets

    Zitat von jharvey Beitrag anzeigen
    Gerade die neuen, ach so modernen Frankfurter Automaten habe so ihre Tücken: sie speichern nämlich nur das Netz der Deutschen Bundesbahn. Daher gilt z.B. eine Fahrt vom Südbahnhof zur Hauptwache nicht mehr als Kurzstrecke, weil hier nur die S-Bahn-Verbindung berücksichtigt wird, und die ist über 2000 m lang.
    Fährt man allerdings die Gegenstrecke von der Hauptwache zum Südbahnhof, dann zahlt man nur die Kurzstrecke - dort sind nämlich noch die alten Automaten aufgestellt.
    Eine der vielen Absurdidäten des RMV, Busse sind nicht billiger, die kosten in London einheitlich 1,35 Pfund. Ich musste manchmal von Offenbach nach Bornheim, das Glas Sekt was einem auf der Überquerung des Kaiserleis - also des Mains - in der Business Class gereicht wird und die hübschen Stewardessen, sollten es einem wert sein. Ich bin für den Preis Hin- Rück schon mit Ryanair geflogen.
  5. #114

    Ich kann die Kritik des Artikels nur Beingt nachvollziehen. Sicherlich, die Tarifsysteme in Deutschland sind kompliziert und für Fremde ist es bei mehreren Fahrten schwehr möglich das günstigste Ticket zu wählen. Aberim Zweifel zahlt man etwas mehr und ist auf der sicheren Seite. Als Tourist kümmert mich das meistens nicht so sehr.

    Ich komme aus Kiel, und in dem Tarifverbund für Schleswigholstein, der nach undurchschaubaren Kriterien teilweise zusätzlich zum HVV-Tarifsystem auch in HH gültig ist, ist sicherlich nicht dafür geiegnet das günstigste Ticket zu bekommen.
    Es gibt Einzelstrecken die teurer sind als ein SH-Ticket für den ganzen Tag. Auf anderen Strecken (HH-Kiel) ist es mit Bahncard günstiger ein Fernverkehrsticket zu kaufen und mit diesem den Nahverkehr zu nutzen.

    Aber ein Femder kann zum Automaten gehen und ein Einzelfahrschein kaufen. (Auch wenn das nicht der günstigeste ist)
    Die auswahl der Zonen übernimmt der Automat bzw. der Busfahrer.

    Vor kurzem war ich in München. Und ald werde ich dort auch dauerhaft wohnen. Deswegen habe ich mich mit dem Tarifsystem beschäftigt. Es gibt sicherlich einige unzulänglichkeiten im Preissystem:
    Als Student an der TU in Garching, der auch ein Zeitticket für die Fahrt in die innenstadt möchte, (Dürfte auf ca. 95% der Studenten da zutreffen ) werde ich ich je nach Wohnort zwischen 58€ und 73€ zahlen. Diese Tickets haben dann auch noch unterschiedliche Geltungsbereich (das günstigste den Größten).
    So etwas ist unglücklich, aber wenn man ein faires System haben will, wohl unvermeidlich. Wer dort wohnt kann sich eben einmal damit auseinander setzten.

    Bei meinem kurzen Besuch in München hatte ich trotz diverser Fahrten kein Problem mit dem Tarifsystem. Beim kaufen, wurde ich von umstehenden gleich als "Ausländer" identifiziert. Und auf das günstigste Ticket (XXL-Tagespartner karte) hingewiesen.
    Wäre ich das nicht hätte ich entweder auch diese, oder eine Einzelfahrt gekauft. Die Zonenzahl ist ja zumindest bei S und U-bahnen einfach zu erkennen.

    Einzig ein Hinweis mit ab 3 Fahrten täglich lohnt sich eine Tageskarte wäre sinnvoll. Und die Sache mit dem entwerten.

    Ich frage mich allerdings seit dem lesen des Artikels, ob ich meine Tageskarte hätte entwerten müssen... Habe mir sie abe rnochmal angeguckt, steht zumindest nciht drauf weder vorne noch hinten.
  6. #115

    Es geht doch auch einfacher

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Öffentlicher Nahverkehr könnte ja so schön sein - wäre da nicht die Sache mit dem Fahrkartenkauf. Gelten Tickets der Stufe 3 auch im Großbereich B? Oder nur in den Zonen eins bis sieben ohne Hund? Eine Reise ins unendliche Dickicht der deutschen ÖPNV-Tarife.

    Öffentlicher Nahverkehr: Verloren in der Tarif-Todeszone - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Einfach Taxi fahren. Mache ich seit mindestens 25 Jahren nur noch. Keine U-Bahnschläger, keine Säufer, keine schnarrenden Kopfhörer.

    Simples Tarifsystem: Man zahlt am Ende (!) der Fahrt einfach das, was auf der Uhr steht, und legt noch etwas drauf. (Und kann das alles auch noch von der Steuer absetzen). Neuerdings mit TaxiApp.
  7. #116

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Eine der vielen Absurdidäten des RMV, Busse sind nicht billiger, die kosten in London einheitlich 1,35 Pfund. Ich musste manchmal von Offenbach nach Bornheim, das Glas Sekt was einem auf der Überquerung des Kaiserleis - also des Mains - in der Business Class gereicht wird und die hübschen Stewardessen, sollten es einem wert sein. Ich bin für den Preis Hin- Rück schon mit Ryanair geflogen.
    Wie negativ. Noch vor nicht allzu langer zeit musste man für den Kilometer ins eigentlich benachbarte Stadtviertel etwa zehnaml solange über den Frankfurter Hauptbahnhof fahren!
    Bevor es den S-Bahntunnel unter dem Main gab, habe ich in einer Tram mal zwei Hamburgern gelauscht, die auch auf die andere Mainseite musstenm nach Sachsenhausen. Ich bin mir vorgekommen wie im letzten Wüstengebiet, so wenig konnten die beiden verstehen, welches Gedöns diese beiden Städte um das bischen Fluss machen. Und die gleiche Situation mit Fechenheim ist bis heute nicht besser.
  8. #117

    Gilt nur, wenn die S-Bahn auch fährt

    Zitat von wago Beitrag anzeigen
    Ein 2-Stunden-Ticket für die ganze Stadt für 2,30. Zu diesem Preis kommt man in anderen Städten nicht mal drei Kilometer weit. Auch die Monatskarte ist mit 75 € für das gesamte Stadtgebiet extrem günstig. Da kann man von Köpenik bis Wannsee fahren. Selbst wenn man ins Umland fahren will, muss man pro Fahrt nur einen Zuschlag von 1,50 pro Fahrt bezahlen. Es geht also auch in Deutschland ohne Tarifchaos.
    Die Bundesbahn hat die Berliner S-Bahn völlig heruntergewirtschaftet. Ständig gibt es Stellwerksprobleme mit weiträumigen Störungen, es gibt zu wenig Triebwagenführer, die ganze Bahn wird auf Verschleiß gefahren. Im Winter verstopfen die Motoren mit Flugschnee, im Sommer überhitzt die Elektronik. In der Nachkriegszeit und unter DDR-Reichsbahnkontrolle war die S-Bahn weitaus zuverlässiger, ganz ohne oder gerade wegen fehlender Elektronik.
    Die nächste Tariferhöhung steht bereits bevor. Das Tarifsystem wird total fantasielos am Kunden vorbei konzipiert. Früher konnte man mit einem Fahrschein 2 Stunden herum- bzw. hin-und-zurückfahren, wie man wollte, für Autofahrer äußerst attraktiv, um z.B. mal eben in der Schloßstr. was zu besorgen. Heute müßte man 2x löhnen, also nimmt man das Auto und parkt für 2 € im Parkhaus + Sprit, die Fixkosten fallen ja eh an. Gleichzeitig wird dem Autofahrer das Leben durch die Verkehrsverwaltung durch systematische Stauerzeugung vermiest. Also kauft man besser gleich im Umland ein.
  9. #118

    Einahmen und Ausgaben

    Zitat von LasseStehnken Beitrag anzeigen
    Ich kann die Kritik des Artikels nur Beingt nachvollziehen. Sicherlich, die Tarifsysteme in Deutschland sind kompliziert und für Fremde ist es bei mehreren Fahrten schwehr möglich das günstigste Ticket zu wählen. Aberim Zweifel zahlt man etwas mehr und ist auf der sicheren Seite. Als Tourist kümmert mich das meistens nicht so sehr.
    ....
    Die Frage ist doch, rechnen sie ganzen Kontrolleure, Autmaten und der Hokuspokus - suventioniert wird doch dennoch. Und zig Leute haben einen Sozialtarif, sind Schüler, auf Semesterticket. Da gebietet schon der Menschverstand, sich zu fragen, ob man den Rest nicht über die Steuern abdeckt.
  10. #119

    Prepaid Karten mit RFID

    sind eine akzeptable Lösung für Gelegenheitsfahrer, die in einer Stadt wohnen.
    Für Touristen und andere Kurzzeitbesucher hat das System leider einen kleinen Haken. Am Ende bleibt meistens ein Betrag auf der Karte übrig, der nicht ausgezahlt werden kann. Natürlich haben diese Karten auch ein Verfallsdatum. Wenn ich also nächstes Jahr wieder in London, Lima oder Hong Kong bin, kann ich die natürlich nicht mehr benutzen.