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Öffentlicher Dienst: Ver.di ringt Arbeitgebern satte Lohnerhöhung ab

dapdSie haben bis zur Erschöpfung verhandelt, doch nun steht die Einigung von Arbeitgebern und Ver.di: Die zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekommen eine Lohnerhöhung von 6,3 Prozent. "Wir sind bis an die Schmerzgrenze gegangen", sagte Bundesinnenminister Friedrich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824924,00.html
  1. #210

    Zitat von vernunft-mensch Beitrag anzeigen
    Warum werden bei Tarifverhandlungen die Löhne und Gehälter immer prozentual erhöht? Das bedeutet doch, daß Besserverdiener mehr dazubekommen, als Geringerverdiener. Warum werden keine Pauschalbeträge für alle vereinbart? Wäre das nicht gerechter???
    nein, wäre es nicht. Warum soll ein Akademiker, der heute das doppelte eines Straßenkehrers verdient, das nicht auch noch morgen tun?
  2. #211

    Zitat von fernossi Beitrag anzeigen
    Na klasse,
    da werden sich die beruehmten "zukuenftigen Generationen" ja freuen, dass sie noch mehr Staatsschulden zurueckzahlen duerfen.
    Glauben Sie ernsthaft, daß die je zurückgezahlt werden? Wie stellen Sie sich das vor? Sollen Staat, Länder und Kommunen 20 Jahre lang kein Geld mehr ausgeben? Also praktisch den Betrieb einstellen? Inklusive übrigens der Behörden, die die Steuern eintreiben? Ein öffentliches Leben ohne Organisation?

    Es ist illusorisch! Und das nicht nur wegen der Höhe, sondern vor allem aus prinzipiellen Erwägungen. Der Kapitalismus ist auf Verschuldung aufgebaut. Ohne Schulden keine Guthaben. Ohne Verschuldungszinsen keine Guthabenverzinsung. Ohne steigende Verschuldung kein Wachstum.

    Das ist leider so. Und da die Privat(finanz)wirtschaft längst (und zwar seit den 70er Jahren!!) an den Grenzen ihrer Verschuldungsfähigkeiten angekommen ist, bleiben nur Staaten, die dies "leisten" können.

    Wollen Sie einen Beweis? Denken Sie mal an Hans Eichel zurück und die Reaktionen, als er die vollen 100 Mrd DM an UMTS-Erlösen zum Schuldenabbau verwenden wollte - weil dies so schön dem gepredigten Mantra des "Sparministers" entsprach! Da sind die Finanzmärkte in helle Aufregung verfallen! Man stelle sich vor! Weil sie 100 Milliarden zurückbekommen sollten! Das wollten die gar nicht! Die hätten nämlich mit dem Geld nichts anzufangen gewußt - als es sofort wieder zu verleihen. Aber an wen, wenn nicht direkt wieder an den Staat, von dem es ja kam? Also hat man Eichel die Sache ausgeredet. Und am Ende hatte auch "Sparkommissar" Eichel die Staatsverschuldung wieder zuverlässig in die Höhe getrieben!

    Und jetzt stellen Sie sich die Sache mal mit 4000 Milliarden (in DM) vor! Erkennen Sie das Problem?
  3. #212

    Eine kleine Hilfe für unsere teutonischen Rechengenies?

    Nehmen wir an, wir verdienen im Februar 2012 exakt 1000 Euro - wie auch die vergangenen zwölf Monate
    Aktueller Jahresverdienst in zwölf Monaten: 12000 €

    Ab 01.03.2012 Lohnsteigerung um 3,5%
    3,5% von 1000€ = 35€ macht 1035€

    o1.03.2012 bis 31.12.2012 = 10 Monate x 1035€ = 10350€

    ab 01.01.2013 Lohnsteigerung um 1,4%
    1,4% von 1035€ = 14,49€; macht 1049.49

    Die ersten 12 Monate ab März 2012:
    10x1035€ + 2x1049,49€ = 12448,98€ oder plus 448,98€ = 3,74% Lohnsteigerung zum Vorjahreszeitraum

    Für das folgende Jahr:
    01.03.2013 bis 31.07.2013 =5 Monate x 1049,49€ = 5247,45

    ab 01.08.2013 Lohnsteigerung um 1,4%
    1,4% von 1049,49€ = 14,69€; macht 1064,18€

    Die 12 Monate ab März 2013:
    5x1049,49€ + 7x1064,18€ = 12696,71€ oder plus 247,73€ = 1,99% Lohnsteigerung zum Vorjahreszeitraum

    24 Monatsvergleich?
    25145,69€ gesamt in 24 Monaten statt 24000€ ohne Lohnerhöhung
    Steigerung um 1145,69 € oder 4,77% gesamt.

    Woher kommen die 'abgerungenen satten 6,418% Lohnsteigerung' (inkl. SPONs Zinseszins!)?

    Der Unterschied zwischen den aktuellen 1000€ und den 1064,18€ ab August 2013 beträgt 64,18€ oder eben 6,418%

    Lasst euch also bitte nicht für blöd verkaufen!
    Obwohl... ;)

    Einen extra Dank an SPON für die freie, unabhängige Aufklärung, die zur fundierten Meinungsbildung der Bevölkerung beiträgt.
  4. #213

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Ja so isses:
    Die Bürokraten dürfen sich unbehindert vermehren, indem sie für immer noch mehr Bürokratie sorgen können.
    Am Ende droht der totale Überwachungsstaat, der allen die Luft zum Atmen abschnürt.
    Wir haben in D incl. Beamte rund 12% aller AN im öffentlichen Dienst, die USA 16% und skandinavische Länder teiweise über 30%.
    Was wollten Sie mit Fakten belegen -- oder einfach nur Vorurteile tröten?
  5. #214

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Die relative Kaufkraft bleibt bei einem Lohnabschluss in der Nähe der Inflationsrate gleich, wenn die Löhne rein prozentual erhöht werden.

    Beispiel:
    Mitarbeiter A verdient heute 1000€ im Monat, Mitarbeiter B 1100€.
    Der Unterschied beträgt mit 100€ ca. 1 Paar Schuhe im Monat.

    Jetzt nehmen wir an, dass lange Zeit immer prozentual die Löhne zusammen mit der Inflationsrate erhöht wurden.

    Irgendwann sind dann Löhne und Preise auf das doppelte Niveau gestiegen, A verdient 2000€, B 2200€, aber der Unterschied beträgt immer noch 1 Paar Schuhe, weil die mittlerweile eben auch 200€ kosten.

    Wären dagegen die Gehälter nicht prozentual, sondern um einen festen Betrag erhöht worden, dann wäre A irgendwann bei 2000€ und B bei 2100€ und der tatsächliche Unterschied wäre um die Hälfte geschrumpft, weil man dann für 100€ eben nur noch einen einzelnen Schuh bekommt...

    Lohnerhöhungen um feste Beträge würden dazu führen, dass irgendwann alle im Prinzip gleich viel verdienen (weil ein Unterschied von 100€ eben irgendann gerade mal für einen Kaugummi zusätzlich reichen wird), und das kann nur jemand wollen, der "jeder nach seinen Möglichkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" für einen realistischen Plan hält...
    Es geht darum, dass Mitarbeiter der unteren Besoldungsgruppen auf jeden Cent schauen müssen! Das sollte mit einer Annäherung (keiner Angleichung) an die Besserverdienenden geändert werden.
    Wenn auch der Busfahrer und die Kindergärtnerin sich ab und an etwas schönes leisten können, statt zu überlegen, wie sie bloß die Klassenfahrt für ihre Kinder bezahlen sollen, dann und erst dann sollten Gutverdiener noch mehr bekommen.
    Verstehen Sie den Unterschied und dass nicht jeder irgendwann den gleichen Lohn erhalten soll?
  6. #215

    kleine Ergänzung

    Zitat von henrywilhelm Beitrag anzeigen
    Das liefe in der Entwicklung darauf hinaus, dass die Unterschiede bei der Entlohnung sich relativ immer weiter annäherten, also nivelliert würden. Wäre das denn gerecht? Soll der Straßenkehrer dasselbe erhalten wie der Oberstadtdirektor? Kann man natürlich drüber reden.
    Leider wird das von vielen, die nicht einsehen können, dass die Menschen nicht alle gleich sondern sehr verschieden sind, als gerecht angesehen.

    Es gibt (in der Theorie der gerechten Entlohnung) auch noch dieses Prinzip:
    Je weniger Erfüllung ein Job verschafft, desto höher muss er bezahlt werden, weil die Erfüllung schon eine Teil der Entlohnung ausmacht. Mit der Folge, dass z.B. ein Professor, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, weniger Gehalt bekommen könnte als ein Busfahrer, der tagein tagaus dieselbe Strecke fährt!
    Kann man auch drüber reden ;-)
    Anderes Beispiel aus der Politik :

    Unsere Kanzlerin macht sicherlich einen Job, der verglichen mit dem von Topmanagern aber auch dem des B- Präsidenten sehr schlecht bezahlt wird.

    Warum sie sich das antut?......... Tja ich habe da soone Theorie Geld ist jedenfalls nicht alles . :-)
  7. #216

    ...

    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    ... Obwohl das Ansehen eines Lehrers in unserer Gesellschaft das hundertfache beträgt. ...
    In welcher Gesellschaft auch immer, aber nicht in der deutschen, wie jegliche schulbezogenen Themen hier im Forum stets auf's neue zeigen.

    Aber wie schon gesagt: Ich gönne dem Müllmann sein Gehalt und schätze seine Tätigkeit (wie immer bei Tätigkeiten, die man nicht selbst machen möchte), und dem Volksschullehrer ebenfalls (letzterer steht gehaltsmäßig eh auf unterster Stufe bei den Lehrern, und bleibt dort auch ein Leben lang, und ich möchte es auch nicht machen müssen).
  8. #217

    ...

    Das alte Leid der Lohnsteigerungen... %-uale Lohnerhöhungen sind in Anbetracht der weiter aufgehenden Schere zwischen Arm und Reich nicht mehr zeitgemäß. Die Mindestforderung von 200 Euro wäre ein wichtiges Signal gewesen, dass besonders die Geringverdiener an der Lohnerhöhung beteiligt werden. Mittlere Einkommen wären kaum schlechter dagestanden, sehr hohe Einkommen stehen von Haus aus schon besser da, wenn sie eh schon im Spitzensteuersatz/Höchstgrenze GKV ... sind. 6,3% auf 2!!! Jahre verteilt deckt knapp die offizielle Inflation, da sich aber gerade die kleinen Einkommen ihre eigene Inflation mittels Flat-TV und anderen Elektronikkram oder Immobilien soweit runter rechnen können, werden sie erneut einen Reallohnverlust verzeichnen müssen.
  9. #218

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Die relative Kaufkraft bleibt bei einem Lohnabschluss in der Nähe der Inflationsrate gleich, wenn die Löhne rein prozentual erhöht werden.

    Beispiel:
    Mitarbeiter A verdient heute 1000€ im Monat, Mitarbeiter B 1100€.
    Der Unterschied beträgt mit 100€ ca. 1 Paar Schuhe im Monat.
    Warum nur 100 Euro Unterschied? Warum rechnen Sie nicht mit 1000? Oder mit 3000?
    Weil dann die verschiedenen Warenkörbe zum Tragen kämen, und deutlich würde, daß die Warenkörbe der Geringverdienenden seit langem deutlich schneller teurer werden, als die Inflationsrate ausweist? DA geht die Schere nämlich immer noch beträchtlich auseinander!

    Lohnerhöhungen um feste Beträge würden dazu führen, dass irgendwann alle im Prinzip gleich viel verdienen (weil ein Unterschied von 100€ eben irgendann gerade mal für einen Kaugummi zusätzlich reichen wird), und das kann nur jemand wollen, der "jeder nach seinen Möglichkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" für einen realistischen Plan hält...
    ...weil das ja auch so furchtbar wäre, wenn Menschen wie Menschen behandelt würden, gell? Nein, da muß man schon differenzieren in Untermenschen, Menschen und Übermenschen...
  10. #219

    Zitat von fördeanwohner Beitrag anzeigen
    Als Polizist oder Lehrer muss man heutzutage richtig üblen Murks umsetzen und verantworten.
    Als Nichtbeamter kann man mitunter feststellen, nicht alle Beamte schalten ihren Denkapparat aus.








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