dapdSie haben bis zur Erschöpfung verhandelt, doch nun steht die Einigung von Arbeitgebern und Ver.di: Die zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekommen eine Lohnerhöhung von 6,3 Prozent. "Wir sind bis an die Schmerzgrenze gegangen", sagte Bundesinnenminister Friedrich.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824924,00.html
Endlich kann man seine "hohen" mathematischen Kenntnisse aus dem
VWL / BWL Studium anwenden. Klar sind es 6,4 %, wenn ich 1,035*1,014^2 rechne, jedoch bezieht sich die Lohnerhöhung garnicht aufs ganze
Jahr, schöne Augenwischerei hier.
Nehmen wir das Jahr 2012. Da sich die Lohnerhöhung nur ab März
auswirkt hätte man gerade mal eine Erhöhung von 2,91% (Brutto), wenn man jetzt noch die Inflation "abzieht" bleibt da nicht wirklich viel übrig, aber immerhin etwas.
Was für eine "satte" Lohnerhöhung Bitte? 2,27% ohne Inflation pro Jahr oder was? Was für ein Schwachsinn ist das Bitte?
etwas vormachen...das ist ganz klar mal wieder ein Abschluss für Besserverdienende. Ein Sockelbetrag von 200 Euro, so wie Anfangs gefordert, wäre ganz klar gerechter gewesen. So geht die Schere mal wieder ein weiteres Stück auseinander...Verdi verkauft das als grossen Sieg, aber für die unteren Einkommen ist es eine Niederlage...
Von wegen "Schmerzgrenze". Der SpOn-Artikel kehrt die Tatsache unter den Teppich, dass diese 6,3% über 2 Jahre verteilt werden, und dass sie somit bei Normalverdienern gerade mal nur einen Inflationsausgleich darstellen.
Für Geringverdiener, wovon es im öffentlichen Dienst nicht wenige gibt, stellt dieser Abschluss sogar eine Lohnkürzung dar, weil in deren Warenkorb überdurchschnittlich viele Produkte mit sehr hoher Teuerungsrate liegen.
Und wenn Sie dann noch in die mittelfristigen Finanzplanungen sehen, werden Sie feststellen, dass in der Regel für die Zukunft ein geringeres Budget veranschlagt wurde. Da werden sicher noch weniger Einstellung folgen und ein kontinuierlicher Aufgabenrückgang im öffentlichen Dienst wird die Folge sein. Dann werden unsere Strafanstalten von privaten Bewachungsunternehmen betrieben. Wenn die mal streiken, fahre ich übrigens in den Urlaub....
Das Konzept, die Kosten eigener Entscheidungen jemand anderem aufs Auge zu drücken ist mittlerweile fundamentaler Bestandteil unserer Politik. Normalerweise nennt man so etwas "einen Vertrag zu Lasten Dritter abschließen" und das ist eigentlich unwirksam.
Aber Rettungsschirme für Banken und Staaten, Schulden auf Kosten künftiger Generationen zu machen oder eben die Kommunen für Wahlgeschenke der Parteien bluten zu lassen ist momentan der Normalfall.
Dass niemand mehr bereit ist vernünftig zu handeln, wenn es so leicht ist, die Folgen der Unvernunft auf andere abzuwälzen, ist da wirklich nicht verwunderlich.