Nun ja, die deutsche Familie Mustermann ist (zumindest über die eigene Situation) vermutlich durchaus zufrieden.
Natürlich kann man von Frank Patalong nicht verlangen, dass er etwas von Statistik versteht. Aber wer das tut, der könnte natürlich auch fragen, wie vielen Deutschen es wirtschaftlich so gut geht, wie den Mustermanns, - auf die sich Frank Patalong in seiner Argumentation bezieht. (Kleiner Tipp: Es dürften deutlich weniger als die Hälfte sein. Schließlich beanspruchen von dem, was die Statistik den Mustermanns zugeordnet, in der Wirklichkeit die „Ackermanns“ so viel, dass für sehr viel mehr andere nur noch sehr viel weniger übrig bleibt.)
Bis vor kurzem gab es wohl auch nur wenige anderer OECD-Länder, in denen organisiert der Lebensstandard der Arbeitnehmer massiv abgebaut wurde. Wenn Unternehmen immer mehr Arbeit in untertariflich bezahlte Zeitarbeit auslagern, und die so eingesparten Beträge an die Aktionäre und ihre Vertreter auszahlen, dann geht denen, die vom ersten in den zweiten Arbeitsmarkt verstoßen wurden (auch eher eine deutsche Unart), durchaus schlechter, aber „Deutschland“, d. h. den Mustermanns nicht. Schließlich ist die Kaufkraft ja keineswegs aus Deutschland verschwunden, sondern sie hat nur andere Besitzer. (Ok, ganz stimmt diese Argumentation wohl nicht. Da es vermutlich mehr ausländische Aktionäre als Arbeitnehmer gibt, landet wohl nicht jeder Euro, der einem Arbeitnehmer Mustermann aus der Tasche gezogen wird, in der Tasche eines deutschen Aktionärs Mustermann. Darf man so etwas schreiben, oder ist das jetzt schon Rechtspopulismus?)
PS 1: In den Staaten, die am deutschen Wesen des Sozialdumpings genesen sollen, scheint mir die Unzufriedenheit im Übrigen auch massiv zuzunehmen.
PS 2: In welchen anderen OECD-Ländern, sind die Führer aus Wirtschaft und Politik so unzufrieden mit ihrem Volk, dass sie sie für die Vertretung der Mehrheitsmeinung schon ein neues Schimpfwort geprägt haben, nämlich Populismus?

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