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Occupy-Urvater Graeber im Interview: "Wir werden dramatische Umbrüche erleben"

Getty ImagesDraußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,833789,00.html
  1. #1

    nicht auf den Leim gegangen

    Schön, dass Herr Graeber dem Spiegel nicht auf den Leim gegangen ist.
    Gut gekontert:[quote]SPIEGEL ONLINE: Aber erst sprechen wir noch miteinander, oder?

    Graeber: Na gut, war ja Ihre Idee. [Quote]
  2. #2

    Himmelangst...

    wird mir, wenn ich die Meinungen führender Occupy- oder Piraten-Vertreter lese. Da ist die Rede davon, dass Ideale wichtiger sind als einzelne Ansichten, dass der Horizont der Menschen erweitert werden muss und dass Menschen nicht begreifen, was möglich ist. Solche Meinungen sind genau der Nährboden, auf dem Unfreiheit und Unterdrückung wachsen. Ich empfehle die Lektüre von Orwells "Farm der Tiere". Er beschreibt wunderbar, wozu Weltverbesserer nach einer Machtübernahme in der Lage sind.
  3. #3

    Verwechselungen

    Zitat von jabusch Beitrag anzeigen
    wird mir, wenn ich die Meinungen führender Occupy- oder Piraten-Vertreter lese. Da ist die Rede davon, dass Ideale wichtiger sind als einzelne Ansichten, dass der Horizont der Menschen erweitert werden muss und dass Menschen nicht begreifen, was möglich ist. Solche Meinungen sind genau der Nährboden, auf dem Unfreiheit und Unterdrückung wachsen. Ich empfehle die Lektüre von Orwells "Farm der Tiere". Er beschreibt wunderbar, wozu Weltverbesserer nach einer Machtübernahme in der Lage sind.
    Die Piratenpartei ist nicht Occupy und schon gar nicht Blockupy und macht da in FFM auch nicht mit.
  4. #4

    Vieles ist irrational

    aber so kann es auch nicht weiter gehen,der Kapitalismus ist am Ende,esist nur noch eine Gesellschaft von Betrügern und Kriminellen,wer soll denn hier noch arbeiten und wofür ? Jeden Tag ein Skandal,kein Mensch kann noch sagen was man essen kann,in welches Krankenhaus man noch kann,in welche Schule oder Kirche überall Sauerei und Kriminalität.Wenn es der Kapitalismus nicht schafft Ordnung ins System zu bringen muß er weg.So jedenfalls kann es nicht weiter gehen.
  5. #5

    Zitat von jabusch Beitrag anzeigen
    ... Er beschreibt wunderbar, wozu Weltverbesserer nach einer Machtübernahme in der Lage sind.
    Wozu Nichtweltverbesserer, sondern angebliche Volksvertreter seit mehreren Jahrzehnten nicht in der Lage waren, spüren wir alle doch sehr deutlich! Schlechter kann man es nicht machen!
  6. #6

    Zitat von jabusch Beitrag anzeigen
    Da ist die Rede davon, dass Ideale wichtiger sind als einzelne Ansichten, dass der Horizont der Menschen erweitert werden muss und dass Menschen nicht begreifen, was möglich ist. Solche Meinungen sind genau der Nährboden, auf dem Unfreiheit und Unterdrückung wachsen.
    In aller Regel funktioniert das am Anfang ganz gut. Nur wurde leider noch kein Weg gefunden, die Machtverteilung dauerhaft zu verteilen, statt auf wenige zu bündeln.
    Es sollte niemand mit über 40 regieren dürfen. Ich glaube, ab einem bestimmten Alter verlieren die Leute den Sinn fürs Große und werden egoistisch.
  7. #7

    Occupy-Systemumsturz

    Der Revolutionsführer spricht aus einem Fünf-Sterne-Superior-Hotel. Die Protestierenden und ihre Proteste kennt er nicht. Er versichert glaubhaft: (Zitat) „Ich würde mir die Proteste tatsächlich gerne ansehen.“ Na wie toll! Und weiter geht es: (Zitat) „Eine Agentur hat das Hotel für mich gebucht…“. Schade nur, dass Graeber nicht verrät, welche Agentur die Proteste entwickelt und welche Agentur die Proteste organisiert hat.
    Auch gut! Dann hat eben niemand Ängste vor der Occupy-Revolution und den Folgen eines Occupy-Systemumsturzes.
    P. S. Bin eben mal weg zur Revolution.
  8. #8

    Kasteiung oder einfach nur satt?

    Man sollte sich immer wieder vor Augen führen, wer hier protestiert: junge Menschen aus einer Wohlstandsrepublik. Mit der linken Hand das Peace-Symbol zeigen, und mit der rechten Hand das iPhone halten. Das geht zusammen, weil es per se keinen Widerspruch gibt.

    Ist es wirklich eine Kasteiung oder sind wir einfach nur satt? Satt vom ewigen "Wachstum"-Geschwurbel unserer Politiker, satt von Milliardengewinnen der Großkonzerne und satt mit privatem Alltagsluxus.

    Verzicht wird immer gern interpretiert als vollkommener Verzicht. Es gibt aber auch den einfachen Verzicht. Einfach "nur" genau so viel oder ein bisschen weniger von allem. Doch da tönt es gleich wieder aus dem Propagandalautsprecher: Stillstand ist Rückschritt. Jaja.
  9. #9

    Die Falle hat nicht der Spiegel gestellt

    Zitat von ecce homo Beitrag anzeigen
    Schön, dass Herr Graeber dem Spiegel nicht auf den Leim gegangen ist.
    Das sehe ich anders. Herr Graeber muß nicht in einem Luxushotel hof halten. Es war seine Entscheidung. Jeder Cent der über einer normalen Lebensweise liegt wird für das verwendet, gegen das er selber kämpft. Das ist nicht sehr glaubwürdig.


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