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Occupy-Urvater Graeber im Interview: "Wir werden dramatische Umbrüche erleben"

Getty ImagesDraußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,833789,00.html
  1. #50

    Zitat von Wofgang Beitrag anzeigen
    Wozu Nichtweltverbesserer, sondern angebliche Volksvertreter seit mehreren Jahrzehnten nicht in der Lage waren, spüren wir alle doch sehr deutlich! Schlechter kann man es nicht machen!
    Och. Gucken Sie mal ins Ausland. Dabei werden Sie feststellen, dass man es ganz offensichtlich noch sehr, sehr, sehr viel schlechter machen kann. Finden Sie nicht?

    Ich kann nur immer wieder den Kopf darüber schütteln, wie viele Leute die sozialen Errungenschaften und den Lebensstandard hier in Deutschland für so selbstverständlich halten, dass sie das nicht einmal zu würdigen wissen -- oder es aus anderen Gründen nicht würdigen wollen. Schade.
  2. #51

    Morgen sieht alles anders aus.

    Zitat von mopsfidel Beitrag anzeigen
    Doch da tönt es gleich wieder aus dem Propagandalautsprecher: Stillstand ist Rückschritt. Jaja.
    Ja, dabei kann Stillstand auch einfach mal innehalten bedeuten. Aber das können die nicht verstehen, bei denen Innehalten weniger Geld verdienen heißt, oder die bei denen Stillstand soviel wie, ich kann mir heute kein neues Handy kaufen, heißt. Aber wenn die Wirtschaft heute die Ressourcen der Erde verbraucht, wird sie morgen zusammenbrechen. Ist das einigen egal, oder ist es denen bewußt, die da so oben auf Ihrem Geld sitzen, und immmer nur Wachstum im Kopf haben? Mich würde einmal interessieren, ob sich die Manager von morgen darüber heute Gedanken machen.

    n01
  3. #52

    ..

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Es sollte niemand mit über 40 regieren dürfen. Ich glaube, ab einem bestimmten Alter verlieren die Leute den Sinn fürs Große und werden egoistisch.
    Ich finde eher, es dürfte erst ab 40 regiert werden, Aber nach oben und in der Länge der Regierungszeit sollte eine Grenze sein. Anderseits kann man nicht gut regieren, wenn man die ganze zeit nur an seine Widerwahl denken muss, nach 8 Jahren oder spätestens 12 Jahren sollte Schluß sein, und nach jeweils 4 Jahren sollte es nur eine eine Volksumfrage geben, ob man mir dem oder der Regierenden zufrieden ist. Kein Wahlkampfgetöse, wodurch der Regierende nicht mehr gut regieren kann. Er soll nur regieren und etwas für das Volk tun.

    n01
  4. #53

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Draußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.

    Interview mit David Graeber von Occupy - SPIEGEL ONLINE
    Graeber hat recht, wir werden dramatische Umbrüche erleben. Griechenland und Spanien haben uns gezeigt, dass es nicht friedlich von statten geht. wer nichts hat, hat auch nichts zu verlieren. Und in Italien haben die Anarchisten schon Monti betroht. Wir alles nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ob es uns paßt oder nicht!
  5. #54

    wohl wahr

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Ich kann nur immer wieder den Kopf darüber schütteln, wie viele Leute die sozialen Errungenschaften und den Lebensstandard hier in Deutschland für so selbstverständlich halten, dass sie das nicht einmal zu würdigen wissen -- oder es aus anderen Gründen nicht würdigen wollen. Schade.
    Genau das denke ich immer über unsere neoliberalen Freunde, denen es mit dem Abriss der sozialstaatlichen Errungenschaften und dem Abbau von Arbeitnehmerrechten nicht schnell genug gehen kann. Sie haben es auf den Punkt gebracht.
  6. #55

    Wie soll das gehen?

    Zitat von Lemmi42 Beitrag anzeigen
    aber so kann es auch nicht weiter gehen,der Kapitalismus ist am Ende,esist nur noch eine Gesellschaft von Betrügern und Kriminellen,wer soll denn hier noch arbeiten und wofür ? Jeden Tag ein Skandal,kein Mensch kann noch sagen was man essen kann,in welches Krankenhaus man noch kann,in welche Schule oder Kirche überall Sauerei und Kriminalität.Wenn es der Kapitalismus nicht schafft Ordnung ins System zu bringen muß er weg.So jedenfalls kann es nicht weiter gehen.
    Ich bin der gleichen Meinung wie Sie, daß der Kapitalismus ideell und moralisch am Ende ist. Aber er ist es nicht als Macht. Jedes kapitalistische Land, Deutschland und USA allen anderen voran hält mit eiserner Faust an dieser Macht fest. Und wer es wirklich "ernsthaft" versucht, an dieser Macht und damit auch an den gesellschaftlichen und ökonomischen Grundlagen zu rütteln, bekommt es sehr drastisch mit dieser Macht in Form von Polizei, Geheimdiensten und Justiz zu spüren. Mögen diese Occupy - Camps in USA und Deutschland mit noch wenig Gewalt beseitigt worden sein, weil sie noch nicht soooo ernst genommen wurden. Das zeigt sich auch an der etwas lockeren und z. T. ironischen Berichterstattung in die System - Medien. Sollte diese Bewegung aber stärker werden und die berechtigten Forderungen nach Verstaatlichung der zockenden Banken und die Bevölkerung erpressenden strategischen Konzernen stellen, dann werden diese Occupy - Aktivisten mal merken, wozu so eine Staatsmacht fähig ist. Dann ist Schluß mit Lustig. Dann wird sich auch der Ton der gleichgeschalteten Medien verändern. Es wird ein mediales Trommelfeuer einsetzen, da waren die Berichterstattungen über Timoschenko - und Syrienkrise nur ein billiger und noch recht freundlicher Abklatsch. Schlimmere Staatsfeinde als Occupy gibt es dann gar nicht.
    So ein lockerer Haufen sympatischer aber konzeptloser Opponierer wie Occupy verkraften die Staaten des Westens locker. Bevor diese Leute zu Potte kommen und erst einmal alles durchdiskutiert haben, damit sie überhaupt wissen was sie eigentlich wollen, sind Jahre vergangen und es ist in dieser Hinsicht nichts passiert. Also keine Gefahr. Weitermachen!
  7. #56

    Unselig, die geistig Armen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Draußen trägt die Polizei "Blockupy"-Demonstranten weg, im Luxushotel Frankfurter Hof empfängt David Graeber SPIEGEL ONLINE zum Interview. Der Mitbegründer von Occupy Wall Street spricht über Anarchie, die Piratenpartei - und die linke Lust an der Selbstkasteiung.

    Interview mit David Graeber von Occupy - SPIEGEL ONLINE
    David Graeber ist kein einfacher Interviewpartner. Ich habe es genossen, wie er die üblichen Journalistenvorwürfe ins Leere hat laufen lassen.

    Zudem scheint er die Sache durchdacht zu haben. Denn so ein Statement, wie folgendes, beweist, dass er keine hohlen Phrasen drischt: "Es geht bei Systemumstürzen weniger darum, was die Menschen wollen – sondern was sie für möglich halten. Wir müssen den
    Horizont der Leute erweitern."

    Es gilt wirklich diese geistige Armut zu bekämpfen, an der unsere Zeit am meisten leidet.
  8. #57

    Das ist keine Frage des Alters

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    In aller Regel funktioniert das am Anfang ganz gut. Nur wurde leider noch kein Weg gefunden, die Machtverteilung dauerhaft zu verteilen, statt auf wenige zu bündeln.
    Es sollte niemand mit über 40 regieren dürfen. Ich glaube, ab einem bestimmten Alter verlieren die Leute den Sinn fürs Große und werden egoistisch.
    Es gibt bei den jüngeren Leuten genau so skrupellose Typen wie bei den älteren. Ich denke auch an jene Studenten, die die Arbeiterklasse mobilisieren und ihr die Welt erklären wollen, ohne selbst jemals Arbeiter gewesen zu sein - und dann natürlich noch davon ausgehen, daß sie nach der "Revolution" selbstverständlich ihre Akademikerkarriere verfolgen werden. Wenn es dann aber der Sozialismus fordert, daß sie anstatt Rechtsanwalt nur Fließbandarbeiter sein sollen, schwindet die Begeisterung rasch. Rückgratlose Gesellen.

    Gott sei dank gibt es auch andere, die vorbehaltlos für reale politische Ziele kämpfen und dafür auch eigene Opfer zu bringen bereit sind, wenn es der Allgemeinheit dient.
  9. #58

    Herr Graeber unglaubwürdig...

    ...weil er in einem "Luxushotel" gastiert? Mag sein. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit des Widerstands.
    Daß Bewegungen beizeiten von ihren Führern verraten werden, ist nichts Neues. Zuletzt praktiziert in Baden Württemberg von den Grünen. Gerade deswegen ist es wichtig, keine Sekunde zu zögern, wenn es angebracht ist, den Protest auch gegen die ehemaligen Anführer zu wenden.
  10. #59

    Zitat von doofundick Beitrag anzeigen
    Ab wann gilt man denn ihrer Meinung nicht mehr als wohlhabend und reich und was könnten die Ursachen dafür sein? Und es sind noch nicht mal 99 Prozent der Geringverdiener. Wir können wählen und bestimmen somit, welche Regeln für Banken gelten sollen. Das generelle System wankt ja nicht. Die Welt hat halt Probleme, sie hatte schon immer welche, sie wird immer welche haben. Es gab schon Zeiten, da hat das System wirklich gewankt und dagegen ist die jetzige Krise doch noch eher überschaubar. Unser System ist alternativlos. Guck dir doch Diktaturen, Sozialisten oder Kommunisten an. Siehst ja was bei raus gekommen ist: Stalin, Hitler, Mao, Lenin und und und
    Ich würde niemals auf die Idee kommen, die Occupy-Bewegung auch nur annähernd mit den o.g. Herren gleichzusetzen - und bei längerem Nachdenken, müssten Sie auch zu diesem Schluss kommen. Nicht immer gleich so unüberlegt aus der Hüfte schießen, nur weil man nicht richtig informiert ist. ;-)


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