Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart: Unterlegener Turner entschuldigt sich bei Kuhn

DPAFritz Kuhn und Sebastian Kuhn lieferten sich einen harten Wahlkampf um das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters. Jetzt hat sich der unterlegene Turner bei Grünen-Politiker Kuhn entschuldigt. Kuhn hatte Turner einen "Schmähwahlkampf" vorgeworfen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-863256.html
  1. #1

    Eine faule Entschuldigung

    "Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT)

    Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
  2. #2

    Dieser Mann ist einfach unglaublich. Anstatt dass er mal in sich geht und überlegt, was er denn wohl falsch gemacht hat (da gibt es eine Menge), kartet er jetzt wie ein beleidigter Junge nach. Und die überregionalen(!) Zeitungen bringen das auch noch.

    Trotzdem vielen Dank an Herrn Turner. Er hat mit diesem Brief einen weiteren Grund gegeben, mit seiner Nicht-Wahl zufrieden zu sein.
  3. #3

    Blamage für die Spätzle-Connection ...

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    [...]Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
    Sehe ich genauso. Auch solche Floskeln "aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen" dienen nur der eitlen Selbstdarstellung. Wenn ich jemanden bitte, etwas zu tun, z.B. auf andere zuzugehen, dann mache ich es. Wenn nicht, dann brauchen Leser/innen keine hohlen Floskeln.

    Ausgerechnet in Stuttgart. Hätte Turner wirklich etwas verstanden, wüsste er, dass gerade dort die Bürgerinnen und Bürger geübt darin sind, auf Zwischentöne zu achten und Worte sorgfältig zu wägen. Deshalb war Turners Wahlkampf wirklich kein Ruhmesblatt für seine Profession. Ist ja auch gut so! :-)
  4. #4

    Ja, so sans die oiden Rittersleut

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    "Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT)

    Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.

    Ich empfinde den Brief auch nur als eine besonders perfide Methode des Nachtretens, im Gewande einer Entschuldigung für ...... nichts.
  5. #5

    Andersrum wird ein Schuh draus

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    "Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT)

    Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
    Nach Ihrer Schilderung hätte ja dann eher Kuhn einen Grund, sich bei Turner zu entschuldigen. Das sehe ich im Übrigen auch so.
  6. #6

    Nach einer Wahl lässt sich gut entschuldigen, klingt eh geheuchelt...
  7. #7

    Entschuldigungsrichtung

    Zitat von carlitom Beitrag anzeigen
    Nach Ihrer Schilderung hätte ja dann eher Kuhn einen Grund, sich bei Turner zu entschuldigen.
    Das ist richtig unter der Voraussetzung, dass eine solche Attacke von Kuhn jemals stattfand. Während des Wahlkampfs fand in der Presse jedoch kein Ereignis Erwähnung, das dazu passen könnte und Sebastian Turner ist sicher nicht der Mann, der sich so eine Vorlage hätte durch die Lappen gehen lassen.
  8. #8

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    "Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT)

    Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
    Volle Zustimmung.
    Eine weitere perfide PR-Nummer, die nach hinten losgeht, da Turner noch nicht so recht mit der Eigendynamik des 'neuen' Werbemediums Internet zurechtzukommen scheint.
  9. #9

    Unbewältigte Niederlage

    Zitat von Traumflug Beitrag anzeigen
    Dieser Mann ist einfach unglaublich. Anstatt dass er mal in sich geht und überlegt, was er denn wohl falsch gemacht hat (da gibt es eine Menge), kartet er jetzt wie ein beleidigter Junge nach. Und die überregionalen(!) Zeitungen bringen das auch noch.
    Die Wahlniederlage hat er offensichtlich noch nicht verarbeitet und seine Position als Kolumnist der WELT soll ihm wohl dabei helfen. In einem Interview mit der selben Zeitung lässt er nichts unversucht die Wahl als Erfolg schönzurechnen:

    "in den zehn größten deutschen Städten hat bei den letzten Wahlen nur ein bürgerlicher Kandidat ein besseres Ergebnis erzielt. 45 Prozent ist auch ein Sprung nach vorne von den 37 Prozent, die FDP und CDU bei der letzten Landtagswahl in Stuttgart gemeinsam erreicht haben."

    "Es sind aber nur Einzelstimmen, die von einem Debakel reden – damit muss man bei ein paar Tausend Mitgliedern rechnen, sonst ist in der Partei etwas kaputt. Die Reaktion der meisten CDU-Mitglieder ist, dass sie vor einem Jahr so ein gutes Ergebnis nicht erwartet hätten."


    Auf die Frage: Haben Sie schon mit der Kanzlerin gesprochen?
    "Unser letztes Gespräch war bei ihrer Kundgebung hier in Stuttgart. Danach haben wir über 20.000 Stimmen dazugewonnen."
    Sebastian Turner: "Arbeiter wählen CDU, Bildungsbürger eher Grün" - DIE WELT

    Da stellt sich auch die Frage, wie wäre Sebastian Turner mit Abstimmungsniederlagen als OB umgegangen? Denn die bleiben in der Position nicht aus, da der Gemeinderat entscheidet und nicht der OB.