Sie berichten von Kidnapping, Misshandlung, Todesdrohungen: Drei ukrainische Demonstrantinnen sind offenbar von weißrussischen Agenten entführt worden. Die Frauen hatten mit freiem Oberkörper vor der KGB-Zentrale in Minsk protestiert - später wurden sie nackt in einem Wald ausgesetzt.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...804963,00.html
Und welches Recht hat Russland=KGB-Diktatur sich in diese Länder (Belarus mit Lukashenko, Ukraine mit Janukovic) einzumischen, Meinung zu manipulieren damit Russland-Großkonzerne (Gasprom) und Oligarche=KGB dort an die Bodenschätze, kommen können, beantworten Sie mir Bitte diese Frage!
Warum auswandern ? Deutsche und Russen sind Europäer, während die US-Bürger entweder Nachfahren der europäischen "Elite" sind, welche über 400 Jahre nach Nordamerika ins Indianerland ausgewandert sind oder "Neu-US-Bewohner", das sind die, welche sich da einen Wohnsitz zugelegt haben !
Die US-Bürger und Angehörige, hält NIEMAND auf der ganzen Welt fest, wenn sie wieder in die USA heimkehren wollen !!
Also, was hält Sie noch in Europa, in den USA ist es doch auch schön ?
In Belarus herrscht kein Stalinismus. Wer Lukaschenko mit Stalin vergleicht, der war offensichtlich noch nicht in Belarus. Man sollte mit solchen Vergleichen extrem vorsichtig sien, weil man ansonsten Gefahr läuft den Stalinismus zu relativieren. Massenhafte Exekutionen politischer Gegner, Gulag und pauschale Hinrichtungen jedes zweiten Mannes einer Partei in jedem Ort gibt es in Belarus nicht.
Weißrussland ist mit Sicherheit kein Vorbild für Westeuropa und der Umgang mit den Femen-Aktivistinnen ist widerwärtig und brutal. Trotzdem sollte man a) sachlich bleiben und b) keine unangemessenen Vergleiche bemühen. Wie soll man übrigens verhindern belarussisches Benzin zu kaufen? Schreiben die Tankstellen jetzt dran: Unser Benzin wurde in Belarus raffiniert und das Öl dazu stammt aus russischen Quellen, säuberlich getrennt vom Öl aus dem - ach so demokratischen - Saudi-Arabien und Venezuela??? Immer mit der Ruhe...Im übrigen ist Lukaschenko nicht annähernd so korrupt wie viele andere Diktatoren der GUS. In Belarus bekommt man immer noch relativ leicht Arbeit und Mieten und kommunale Dienstleistungen sind hoch subventioniert, genau wie Grundnahrungsmittel. Eine medizinische Basisversorgung ist kostenlos, ebenso Schulen und auch die Universität (sofern man sich danach für zwei Jahre verpflichtet Dorfschulkindern was beizubringen - gegen recht mageren Lohn). Auch Auslandsreisen sind grundsätzlich möglich, sogar ein ausländischer Wohnsitz wird (nach einem Haufen Bürokratie...) genehmigt.
Ich male hier jetzt kein Bild eines perfekten Landes - Belarus ist eine Diktatur, aber das Bild das sie malen ist einfach übertrieben - ich erlebe bei meinen freunden dort nicht, dass sie vor Angst schlotternd zu Hause sitzen und auf die Polizei warten...
Bin selbst aus Belarus. Habe selbst versucht, gegen den Totalitarismus zu kämpfen. Kenne alles aus eigener Erfahrung, nicht nur durch Lektüre von Solshenizyn, Schalamow oder Orwell. Mich erstaunt immer wieder, wie viel manche zu wissen glauben, die mal ein Land besucht und dort mit ein paar Leuten ein paar Gläser geleert haben – die halten sich sofort für Experten. Kenn ich alles: Minsk ist so sauber, alles ist ruhig, die Menschen haben Arbeit …
„Heute ist Belarus gut für denjenigen, der keinerlei Initiative, Fähigkeiten, Talente besitzt.
Der zur Arbeit geht, aber nicht gern arbeitet. ...
Der beste Bürger ist der dumme und initiativlose.
Er darf sogar klug sein, aber er sollte das nicht zeigen. Er sollte seine Intelligenz nicht demonstrieren.
Er sollte einfach zur Arbeit gehen, dort sitzen, sein Gehalt bekommen.
Eigeninitiative ist nicht nötig.“ LAVON VOLSKI
Selbstverständlich kann es im 21. Jahrhundert keine Massenrepressionen in stalinschen Maßstäben geben, die Rahmenbedingungen sind Gott sei Dank etwas andere. Gemeint ist bei dem Vergleich die Ausgangsposition des Systems Lukaschenko an sich, die auf einer Ideologie der Lüge und Einschüchterung/Gewalt aufgebaut ist. Bitte nicht vergessen, nach seinen eigenen Worten ist Hitler Lukaschenkos großes Vorbild! Genauso wie Stalin, der übrigens auch in Putin seinen Verehrer hat – hier schließt sich der Kreis innerhalb der GUS. Zu Stalins Zeiten hatte der NKWD (heute KGB) absolute Handlungsfreiheit mit Planvorgaben, wieviel Volksfeinde zu vernichten sind – je höher die Ziffer, desto besser. Heute bestimmt in Belarus Lukaschenko, wer Feind ist und wer nicht, dem ist selbst der KGB mit Eigeninitiative suspekt. Und es sind genug Oppositionelle verschwunden, die persönlich gegen ihn angetreten sind: wo sind denn Gontschar, Krassovski, Sacharenko, Sawadzki …? Was ist mit Sannikow, Bandarenka, Statkevich, Daschkevitsch … usw. Es gibt IN JEDER STADT UND IN JEDEM DORF in Belarus jemanden, der repressiert worden ist. In den Gefängnissen schlafen die in drei Schichten, so sind diese überfüllt – und nicht wegen der hohen Kriminalität.
Und ich bin nicht der Meinung, dass Lukaschenko nicht genauso korrupt ist, wie andere Diktatoren: er und seine Söhne kriegen den Hals genauso nicht voll, wie alle anderen auch. (wohin sind denn die Milliarden-Kredite des IWF und die ganzen Moskauer Subventionen geflossen?).
Zum Märchen von der sozialen Harmonie mit kostenlosen Schulen und medizinischer Versorgung: UNSERE Verwandten in Belarus erzählen von Rentnerinnen, die sich Hundenahrung kaufen, weil die billiger ist. „Unsere medizinische Versorgung entspricht dem Niveau von Simbabwe“ – Zitat einer belarussischen Ärztin.
Um belarussisches Benzin zu sabotieren benötigen wir ein Programm auf EU-Ebene und nicht auf Verbraucherebene. Sicher kann ich mir an der Tankstelle nicht aussuchen, welchen Diktator ich reich mache, leider. Dank Europas „Realpolitik“.
Ihr Freunde schlottern zu Hause sicher nicht vor Angst, das ist gut. Aber wenn sie versuchen sollten, sich auf den Oktoberplatz oder Jakub-Kolas-Platz hinzustellen und 10 Minuten lang einfach schweigend zu applaudieren, dann werden Sie den Effekt dessen beobachten können – oder befinden sich Ihre Freunde „auf der anderen Seite der Barrikade“?
Das hat dieses Volk vor ca. einem Jahr getan. Auch wenn Ihnen (und auch mir) dieses Ergebnis nicht wirklich sympathisch ist.
Auch wenn es mir unverständlich ist, aber praktische jeder Weißrussische Bürger den ich kenne (und das sind nicht wenige) hat für Lukaschenko gesstimmt.
Und unisono war die Antwort auf meine anfänglich ungläubige Frage nach Gründen: "Die anderen Verbrecher sind auch nicht besser. Bei dem wissen wir wenigstens was wir haben."
Also zugespitzt wie bei uns: Die Wahl zwischen Pest und Cholera....