Obamas Steuerplan: "Alle müssen ihren gerechten Anteil zahlen"

Drei Billionen Dollar - diese gigantische Summe will US-Präsident Obama in den kommenden zehn Jahren einsparen. Doch Kürzungen bei den Ausgaben will er nur zustimmen, wenn gleichzeitig die Steuern für Reiche steigen. Widerstand im Kongress ist ihm gewiss:*Die Republikaner verteufeln den Plan.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...787190,00.html
  1. #70

    Armut kostet Geld

    Zitat von kurtwied Beitrag anzeigen
    Mit stolz geschwellter Brust erklären Sie, dass ein "moderner Staat" nun mal mit Schutzgeld leben müsste - denn schließlich "profitiert" ja der "Reiche" davon, dass er vor "Verteilungskämpfen" geschützt wird. Das ist tatsächlich genauso, wie die Mafia argumentiert, wenn sie den Schutz eines Restaurants anbietet - sie wollen doch nicht, dass die Scheiben eingeworfen werden? Dann müssen Sie halt zahlen ...
    Au Mann.
    Ist vielleicht wirklich etwas dumm ausgedrückt, aber wer die Armen und Benachteiligten ausgrenzt und die Mittelschicht ausdünnt, darf sich nachher nicht über Aufstände, Plünderungen und Revolution wundern. Das beweist die Geschichte. Der Pöbel ist am Ende immer in der Überzahl!

    Wir schimpfen uns doch (noch) Rechts- und Sozialstaat, oder? Gleiches Recht für alle, gleiche Pflichten für alle und die Armen, Alten und Schwachen bekommen Hilfe von den anderen, den Reichen, Jungen und Starken, ist das nicht so?
    Nennen wir das nicht "Generationenvertrag", denkt man an die Rente, sagen wir nicht "Chancengleichheit", denken wir an die Bildung, usw?

    Was aber, wenn die Leistungsstarken ihren Teil dieser Vereinbarung nicht einhalten, oder sich dieser Verantwortung entziehen möchten? In der Form, dass z.B. die Reallohnentwicklung seit den 90ern praktisch stagniert, andererseits die Reichen immer reicher werden und immer weniger der Steuerlast tragen? (Bevor wieder irgendwelche Geschichten aufgewärmt werden: Die Hauptlast der Steuer trägt die Mittelschicht, also das arbeitende Volk!)

    Möchten wir uns als Gesellschaft, als Zivilisation nicht irgendwann mal weiterentwickeln? Möchten wir nicht irgendwann mal die Fesseln des Geldes abstreifen? Den nächsten Schritt in der gesellschaftlichen Entwicklung tun?

    Möchten wir denn nicht, dass unsere Kinder noch freier in ihrern Entscheidungen sind, noch weniger vom Geld abhängig und sich noch freier entfalten können, als wir das konnten?

    Was bedeutet es, wenn gerade junge Menschen keine Zukunftsperspektiven mehr haben? Egal ob Hauptschüler oder Akademiker? Was tun, wenn Geld haben oder nicht haben über Wohl und Wehe der persönlichen Zukunft entscheiden kann?

    Warum machen wir uns nicht unabhängig davon, ob jemand Geld hat oder nicht? Warum nehmen wir das Geld nicht nur noch dafür her, Waren und Dienstleistungen zu entlohnen? Warum entkoppeln wir die persönliche Entwicklung der Menschen nicht vom Geld?

    Jugendarbeit? Kostet Geld.
    Bildung? Kostet Geld.
    Familienhilfe? Kostet Geld.
    Arbeitslosigkeit? Kostet Geld.
    usw...

    Armut? Kostet Geld.

    Solange alles Geld kostet und wir diese Betrachtungsweise nicht verändern, wird sich nichts bessern. Wir müssen das Geld als das alles Beherrschende endlich überwinden.

    Nichts gegen Reichtum, wer viel leistet, darf sich auch was gönnen und Geld anhäufen, nur damit wir uns nicht falsch verstehen. Es wird nur irgendwann keine Rolle mehr spielen.

    Utopische Grüße

    JT
  2. #71

    ....

    Zitat von Sassy60 Beitrag anzeigen
    Wenn ich heute noch ein weiteres Mal (zum 153. Mal) "Class Warfare" hören muß, werde ich vermutlich einen Schreikrampf bekommen. Pathetic!
    Aber es ist nun mal Class Warfare. *shrug*
    Allerdings wird die von den Republikanern betrieben, was diese natürlich völlig empört von sich weisen.
    Wenn ein Warren Buffett sich darüber wundert, warum sein effektiver Abgabensatz nur 17% beträgt, und der seiner Sekretärin mehr als das doppelte, dann wird ein vernunftbegabter Mensch kein Problem damit haben, hier eine Gerechtigkeitslücke zu erkennen, es sei denn, man ist ein überzeugter Neofeudalist/GOP'ler.
    Weiterhin dürfte jedem mit ein wenig Kombinationsgabe aufgefallen sein, daß zwischen dem Einsetzen des Haushaltsdefizits und den Bush-Tax Cuts eine "erstaunliche" zeitliche Korrelation besteht.
    All diese Steuersenkungen sind komplett über Staatsverschuldung finanziert worden, und direkt in den Taschen der oberen 10.000 gelandet.
    Da sind also Billionen von $ Joe Sixpack als Schulden aufgelastet worden, um den Reichtum von ein paar wenigen exorbitant zu vergrößern.
    Merke: Umverteilung finden die Rechtsaußen durchaus klasse, solange nur die Richtung stimmt.
    Jetzt, wo der Karren tief im Dreck steckt, kommen also diejenigen, die die breite Masse infam beklaut haben daher und schlagen vor, die sozialen Systeme zu kastrieren, weil der kleine Mann offensichtlich über seine Verhältnisse gelebt habe.
    Die Dreistigkeit muß man erstmal haben...


    Eigentlich sollte es der Regierung leicht fallen, die GOP zu demaskieren.
    Denn die Politik, die die betreiben und fordern, produziert millionenfach Verlierer und nur ganz wenige Gewinner.
    Alles was die Dems hinbekommen müssen, ist dem Durchschnitts-Teebeutel vorzurechnen, wie viel ihn die Umsetzung der republikanischen "Reformen" kosten würden.
    Wenn die das hinkriegen(kann doch nicht so schwer sein), fällt die ganze rein auf PR und Buzzwords aufgebaute Tea Party Bewegung zusammen wie ein Kartenhaus.
  3. #72

    Begriffe

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Aber das was Obama da wieder rauskramt ist doch schlicht Unsinn. Die "Reichen" zahlen heute schon den Loewenanteil der Steuern in Amerika. Dagegen zahlt die Bevoelkerung in der unteren Einkommenshaelfte so gut wie gar nichts.
    Diese Aussage ist schlichtweg falsch, es sei denn, Sie zählen die Durchschnittsverdiener zu den 'Reichen' (wie auch immer Ihre Definition von 'reich' aussehen mag).
    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Ich geb der Sache noch bis Februar oder so, dann tritt Obama aus irgendeinem windigen Grund (Gesundheit oder so) zurueck und die Democrats schicken Mrs. Clinton ins Rennen. Wetten?
    Was für ein Unsinn, warum sollte er das tun?
    Viele glauben es offensichtlich noch immer nich, das ist keine politische Krise, sondern eine strukturelle. Ein neuer Präsident wird das auch nicht ändern. Die Gesellschaft muß sich ändern.
  4. #73

    Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich

    Zitat von kurtwied Beitrag anzeigen
    Mit stolz geschwellter Brust erklären Sie, dass ein "moderner Staat" nun mal mit Schutzgeld leben müsste - denn schließlich "profitiert" ja der "Reiche" davon, dass er vor "Verteilungskämpfen" geschützt wird. Das ist tatsächlich genauso, wie die Mafia argumentiert, wenn sie den Schutz eines Restaurants anbietet - sie wollen doch nicht, dass die Scheiben eingeworfen werden? Dann müssen Sie halt zahlen ...
    Au Mann.
    Ihren Vergleich finde ich einfach böswillig! Er ist so daneben, da habe ich keine Lust, überhaupt darauf einzugehen.
  5. #74

    bißchen Geschichte lernen

    Zitat von kurtwied Beitrag anzeigen
    "Geschürt" hat die USA sicherlich keinen der Konflikte, weder die Massaker der Roten Khmer, noch die ethischen Säuberungen im Sudan, Überfälle auf Kuwait oder Scud-Raketen auf Israel. Was Sie meinen, ist dass Sie sich gewünscht hätten, die USA hätten sich damit nicht beschäftigt.
    Schön, dass Sie, wie ich Ihren Geschichtskenntnissen entnehme, als anscheinend nach 2002 Geborener schon in der Lage sind, an einem solchen Forum teilzunehmen.

    Allerdings sollten Sie sich gelegentlich mal mit der Geschichte vor 2003 beschäftigen.
  6. #75

    Vorschlag

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    .....
    Was Mr. YeswecanMärchenonkel da von sich gibt, ist hohles Gerede, weil er seine ach so tollen Pläne nie durch die Parlamente bekommen wird.
    Er sollte über das Machbare reden und nicht über das wünschenswerte.
    rabenkrähe

    Wenn es etwas 'machbares' gibt, hätten es ja die Rep's schon vorgeschlagen. So könnte man Punkte sammeln.
    Noch einmal, es war 'we can', not 'I can'. Es sollten sich wohl alle angesprochen fühlen.
  7. #76

    Begriffe

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Meinen Sie wirklich, Sie haetten weniger Steuern bezahlt, wenn Sie 5% Einkommensteuer zahlen und ich 10%? Oder meinetwegen umgekehrt?.
    Urgumentieren Sie mit dem Begriff 'Steuern' endlich einmal sauber. Entweder Sie reden von Steuern oder von Einkommensteuern. Das sind riesige Unterschiede für die Betroffenen.

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Aber das ist genau das was ich eingangs meinte. Das sind diese Scheindiskussionen um "Gerechtigkeit" auf Kindergartenniveau, mit der Obama da jetzt mal wieder versucht an niedrigste Instikte zu appelieren..
    Seit wann ist denn das 'Gerechtigkeitsgefühl' des Menschen ein 'niedrigster Instinkt'?
    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Ob wir unser eh schon kompliziertes Steuersystem um ein paar unsinnige Paragraphen und Rumspielen mit Prozentsaetzen und Steuerarten weiter verkomplizieren, wird an den eigentlichen Problemen nichts aendern. Wir haben ein Ausgabenproblem. Wir muessen aufhoeren, den Staat fuer Dinge bezahlen zu lassen, fuer die er nicht zustaendig ist. Die Diskussion ueber das Steuersystem koenne wir ein paar Monate (wenigstens) verschieben.

    Das Steuersystem ist m.E. für den Durchschnittsbürger nicht kompliziert. Bei Firmen etc. mag das durch die massenhaften Sonderregelungen anders sein.
    Es ist in der Tat nicht nur ein Ausgabenproblem, entsprechende Einnnahmen müssen wohl schon da sein.
    Wie wäre es z.B., wenn die US Firmen nun wirklich alle Steuern zahlen würden (wie hoch war der Anteil - 30%?).
  8. #77

    ?

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Man kann sich ja lange ueber so schwammige Begriffe wie "Gerechtigkeit" zanken. Aber das was Obama da wieder rauskramt ist doch schlicht Unsinn. Die "Reichen" zahlen heute schon den Loewenanteil der Steuern in Amerika. Dagegen zahlt die Bevoelkerung in der unteren Einkommenshaelfte so gut wie gar nichts.
    Ich geb der Sache noch bis Februar oder so, dann tritt Obama aus irgendeinem windigen Grund (Gesundheit oder so) zurueck und die Democrats schicken Mrs. Clinton ins Rennen. Wetten?
    Ich habe das mal "gegoogelt" und es schient zu stimmen. Der Höchststeuersatz ist zwar immer noch niedriger als bei uns, aber die unteren Bevölkerungsschichten kommen raltiv gut weg. Ich denke auch das hier eine Neidkampagne Obamas Image retten soll. Wirklich arm.

    Für die Bevölkerung wäre es allerdings ein echter Fausthieb in die "Fresse" wenn Obama abdankt.
  9. #78

    uduuf

    Zitat von masshole Beitrag anzeigen
    Nope. Dann habe ich einige Freunde und hinreichend viele geladene Argumente um einem solchen Treiben ein schnelles Ende zu bereiten.
    Tja. Wer wie Sie seine Freunde wahrscheinlich bezahlen muss, um sie zu haben, wird wohl nicht mehr sehr viele Freunde haben, wenn das Finanzsystem ins Wanken gerät. Und dass Sie Waffen haben: Ja, schön für Sie. Aber die haben andere auch. Und im Gegensatz zu Ihnen haben diese anderen nicht viel zu verlieren.

    Zitat von masshole Beitrag anzeigen
    Absolute nicht. Genau deswegen bereite ich mcih darauf vor (Si vis pacem, para bellum). Aber das strategische Konzept der "Deterrence" sagt Ihnen wahrscheinlich auch nicht allzuviel, gelle?
    Es ist das herausstechendste Merkmal dummer Menschen, dass sie in ihren Betrachtungen zuallererst von sich selbst ausgehen und aus diesem Grund andere Menschen erstmal persé für dumm halten.

    Vie Grüße
  10. #79

    Die Augenwischerei betreiben sie!

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    'Ihre' Argumentation ist nichts weiter als Augenwischerei!
    btw glauben sie ernsthaft eine 'arme' 4 koepfige Familie wuerde mehr Strom verbrauchen, als ein single.....
    Ein ehrlicher Vergleich sieht anders aus!
    Z.b übers Einkommen:
    Yuppie Millionär 5.000.000 $ Jahreseinkommen

    vs.
    100 Arbeiterfamilien mit je 50.000 $ Jahreseinkommen
    Beide Seiten haben 5.000.000 $ Jahreseinkommen.
    Wer glauben sie zahlt mehr Steuern und Abgaben?
    Die 100 Mittelstandsfamilien oder der Yuppie?

    Und nur so kann man es rechnen!