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Obama vs. Romney: Wahlkampf um Gerechtigkeit

AFPRick Santorum ist raus, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner heißt Mitt Romney. Jetzt geht es gegen Präsident Barack Obama. Der hat sich längst auf den Multimillionär und Ex-Unternehmer eingestellt und sieht gute Chancen, gegen ihn zu punkten - vor allem beim Thema soziale Gerechtigkeit.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...826721,00.html
  1. #50

    Geld und Macht

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Wenn es so einfach wäre dann dürfte in Zeiten in denen ich Meinungen fast umsonst publizieren kann es nicht so schwer sein ein vernünftiges Gegenkonzept an den Wähler zu verkaufen.

    "Yes, we can" konnte man ganz gut verkaufen. Woran liegt es nun dass im Kongress Abgeordnete nicht "can" umsetzen?

    Warum glaubt die Mehrheit der Amerikaner nicht dass mehr Steuern dazu führen würde dass die Beamten dann weniger Schulden machen?
    Macht erlangt man in den USA nicht indem man irgendwo publiziert, sondern durch Präsenz in den Leitmedien zur besten Sendezeit. Dort haut man dann dem potentiellen Wähler seine Spots um die Ohren bis die den Inhalt glauben. Das ist der Sinn von "Super PACs". Obama ist Teil des gleichen Systems.

    Wenn eine Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass der Staat eine Bestie ist, die man am Besten aushungern sollte ("Don't feed the Beast"), kann man das aber mit medialer Gehirnwäsche nicht mehr erklären. Das ist ein größeres Ideologie-Problem. Den Staat ablehnen und sich an Medicare erfreuen. Vielleicht könnte ein breiter aufgestelltes Bildungssystem da helfen:

    Beamte machen keine Schulden. Beamte haben kein Budgetrecht. Das Recht liegt u.a. bei den Republikanern und Tea-Baggern im Parlament.
  2. #51

    Zitat von shokaku Beitrag anzeigen
    Das ist der Punkt. Kleiner Blick auf die Sprache: Gerechtigkeitsempfinden, Gerechtigkeitsgefühl. Zu gut deutsch, Gerechtigkeit ist immer subjektiv.

    Deshalb ist ein Gerechtigkeitswahlkampf auch durchaus zweischneidig. Es kann sich jeder etwas darunter vorstellen, aber halt jeder etwas anderes. Mag Stimmen bringen, aber nach der Wahl sind Enttäuschungen im Wahlvolk vorprogrammiert.
    Gerechtigkeit ist für mich in erster Linie Gleichstellung (nicht Gleichmachung). Das bedeutet, dass Menschen gleiche Rechte (auch vorallem in der Praxis) und ähnliche materielle Verhältnisse haben. Das ist allerdings in unserem derzeitigen System unmöglich. Jeder kann reich werden, aber nicht alle. Solange dieses System von den selbsternannten Eliten aufrecht erhalten wird, solange wird es keine Gerechtgkeit geben. Das ist die größte Herausforderung für die Menschheit: Entzug der Macht von den "Mächtigen".
  3. #52

    ..

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Das Problem an Ihren Kommentaren ist dass Sie Begriffe wie "Vollbeschäftigung" verwenden ohne diese richtig zu verstehen.

    Was ist denn "Vollbeschäftigung"?

    Wenn jedem 22-jährigen Schulabbrecher der gewünschte Ferrari-Testfahrerjob am Wunschort zum Wunschgehalt angeboten wird?

    In der Volkswirtschaftslehre geht man davon aus dass Arbeitslosigkeit zwischen 3-5% bereits Vollbeschäftigung darstellt da man bei 40 Berufsjahren immer wieder mal Zeiten haben wird wo man bei ausreichender Bezahlung aus Transfergeldern "freiwillig" temporär ausscheidet.
    Das allgemein akzeptierte Beispiel ist der Arbeitnehmer der im Jahr vor der Rente bei eintretender Arbeitslosigkeit nicht unbedingt ganz dringend wieder einen Vollzeitjob sucht sondern sich mit seiner Transferleistung die über Rentenniveau liegt arrangiert.

    Tatsächlich wird der Sozialstaat massiv ausgebaut und die "kostenlos"-Mentalität bis zur Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens (Piraten, Grüne) ausgeweitet.
    Was Ihnen nicht gefällt ist dass sich die "Reichen" durch Verlagerung ins Ausland nicht an der Finanzierung dieser Vorhaben beteiligen sondern die Mittelschicht ran muss.
    Sie reden von Vollbeschäftigung bei 3-5% Arbeitdslosen und verkennen allerdings daß die amtlichen Zahlen natürlich NICHT die wahre Lage widerspiegeln. In Wirklichkeit liegt die Arbeitslosigkeit nicht bei 3 sondern bei 6-7 Millionen. Die Zahlen also weit höher.
    Wenn Sie es fertigbringen diesen Menschen anständig bezahlte Stellen anzubieten wähle ich Sie gerne. Billigjobs, Zeitarbeit und Ein-Euro-Jobs verschleiern die Realität und führten direkt in die Altersarmut - die dann wieder mit staatlichen Mitteln abgemildert werden muss während die zusäzlichen Gewinne wegen niedriger Löhne direkt in die Kassen der Unternehmen fliessen.

    Erläutern Sie doch bitte näher wo der Sozialstaat AUSGEBAUT wird, wo es mehr Leistungen gibt als z.B. 1998. Ist mir wohl entfallen, ich sehe keine.
    Was mir wirklich nicht gefällt ist die de facto Abkopplung der Oberschicht von der Finanzierung des Staates. Hier fehlt der politische Wille zur Änderung; ein Staat der sozial zerfällt wird mittelfristig demokratieunfähig und endet als Scheindemokratie mit willigen Politikern im Sold der Eliten.

    Das Grundeinkommen ist ein Ansatz die sozialen Sicherungssysteme, die offenbar in ihrer Funktionsfähigkeit immer schwächer werden, durch ein neues, modernes System zu ergänzen oder abzulösen. Eine Diskussion darüber schadet nicht - in einer Demokratie soll so etwas ab und zu vorkommen. Über Kürzungen bei H4 wird ja auch gerne und oft geredet.
  4. #53

    Zitat von johnr. Beitrag anzeigen
    Macht erlangt man in den USA nicht indem man irgendwo publiziert, sondern durch Präsenz in den Leitmedien zur besten Sendezeit. Dort haut man dann dem potentiellen Wähler seine Spots um die Ohren bis die den Inhalt glauben. Das ist der Sinn von "Super PACs". Obama ist Teil des gleichen Systems.

    Wenn eine Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass der Staat eine Bestie ist, die man am Besten aushungern sollte ("Don't feed the Beast"), kann man das aber mit medialer Gehirnwäsche nicht mehr erklären. Das ist ein größeres Ideologie-Problem. Den Staat ablehnen und sich an Medicare erfreuen. Vielleicht könnte ein breiter aufgestelltes Bildungssystem da helfen:

    Beamte machen keine Schulden. Beamte haben kein Budgetrecht. Das Recht liegt u.a. bei den Republikanern und Tea-Baggern im Parlament.
    "Der Politiker geht, der Beamte steht." ist nicht nur in Berliner Ministerien ein geflügeltes Wort.

    Was hilft einem Abgeordneten sein Budgetrecht wenn der Beamte auf sein Unkündbarkeitsrecht und seine verbrieften Privilegien pocht?
    Der Bonner Beamte bleibt eben so lange in Bonn bis er in (Früh-)pension geht. Wie könnte man ihm auch einen arbeitsbedingten Umzug weg vom schmucken Eigenheim zumuten?

    Ein breiteres Bildungssystem in dem nicht nur Beamte indoktrinieren könnte allerdings tatsächlich helfen.
    Vielleicht würde es in D auch helfen wenn Eltern ins Schulgeschehen eingreifen und Lehrpersonal auswählen bzw. abberufen?
    Bei PISA Mathe sieht man ja nicht unbedingt schlechtere Resultate im US-amerikaischem Schulsystem.
  5. #54

    Zitat von Maya2003 Beitrag anzeigen
    Sie reden von Vollbeschäftigung bei 3-5% Arbeitdslosen und verkennen allerdings daß die amtlichen Zahlen natürlich NICHT die wahre Lage widerspiegeln. In Wirklichkeit liegt die Arbeitslosigkeit nicht bei 3 sondern bei 6-7 Millionen. Die Zahlen also weit höher.
    Wenn Sie es fertigbringen diesen Menschen anständig bezahlte Stellen anzubieten wähle ich Sie gerne. Billigjobs, Zeitarbeit und Ein-Euro-Jobs verschleiern die Realität und führten direkt in die Altersarmut - die dann wieder mit staatlichen Mitteln abgemildert werden muss während die zusäzlichen Gewinne wegen niedriger Löhne direkt in die Kassen der Unternehmen fliessen.

    Erläutern Sie doch bitte näher wo der Sozialstaat AUSGEBAUT wird, wo es mehr Leistungen gibt als z.B. 1998. Ist mir wohl entfallen, ich sehe keine.
    Was mir wirklich nicht gefällt ist die de facto Abkopplung der Oberschicht von der Finanzierung des Staates. Hier fehlt der politische Wille zur Änderung; ein Staat der sozial zerfällt wird mittelfristig demokratieunfähig und endet als Scheindemokratie mit willigen Politikern im Sold der Eliten.

    Das Grundeinkommen ist ein Ansatz die sozialen Sicherungssysteme, die offenbar in ihrer Funktionsfähigkeit immer schwächer werden, durch ein neues, modernes System zu ergänzen oder abzulösen. Eine Diskussion darüber schadet nicht - in einer Demokratie soll so etwas ab und zu vorkommen. Über Kürzungen bei H4 wird ja auch gerne und oft geredet.
    Ich rede davon dass eine Vollbeschäftigung wie Sie sie sich vorstellen nur erreicht wird indem man jeden Arbeitslosen beim Arbeitsamt unbefristet einstellt. Andernfalls wird man immer einen gewissen Prozentsatz von 3-5% an "akzeptierter" Arbeitslosigkeit haben.

    Die Sozialleistungen werden nicht in der Höhe ausgebaut sondern in der Breite. Es gibt immer mehr Menschen die aus irgendeinem Transfertopf leben wollen.

    Und die realexistierende generationenübergreifende Transfermentalität soll nun über das BGE institutionalisiert werden.
  6. #55

    ..

    Zitat von pom_muc Beitrag anzeigen
    Ich rede davon dass eine Vollbeschäftigung wie Sie sie sich vorstellen nur erreicht wird indem man jeden Arbeitslosen beim Arbeitsamt unbefristet einstellt. Andernfalls wird man immer einen gewissen Prozentsatz von 3-5% an "akzeptierter" Arbeitslosigkeit haben.

    Die Sozialleistungen werden nicht in der Höhe ausgebaut sondern in der Breite. Es gibt immer mehr Menschen die aus irgendeinem Transfertopf leben wollen.

    Und die realexistierende generationenübergreifende Transfermentalität soll nun über das BGE institutionalisiert werden.

    Natürlich wurden die Leistungen in der Höhe abgebaut. wer früher ALG1 erhalten hat rutscht heute viel schneller in ALG2 ab. Von den ständig steigenden Zuzahlungen im Gesundheitswesen nicht zu sprechen. Defekte Zähne - Pech gehabt. Früher sah das anders aus.
    Ihr "Ausbau in der Breite" ist ein Hirngespinst, gibt es nicht, nur in den Wahnvorstellungen der neoliberalen Freiheitskämpfer existent.
    Heute wird ja auf "Eigenvorsorge" gesetzt - wo das Geld dafür herkommen soll ist allerdings Millionen Mitbürgern ein Rätsel. Da ist nämlich "0" am Monatsende. Auch Pech gehabt.

    Aber Sie sehen ja überall eine "Transfermentalität". Die Mehrheit in diesem Lande sieht eher eine "Abzockermentalität" - oben. Sorgenfreies Leben für Gutbetuchte als Staatsziel. Sorgenreiches für den Rest.


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