wie heisst es immer so schön: nach der wahl ist vor der wahl. Ich denke mal der Präsidentschaftswahlkampf hat mit dem "Tot" von Bin Laden begonnen und wir in den nächsten Wochen verschärft.
Bei dieser Zeremonie musste jeder Schritt, jedes Wort stimmen: Vier Tage nach der Tötung Bin Ladens hat US-Präsident Obama zum ersten Mal Ground Zero besucht. Er gedachte der Terroropfer, tröste Angehörige, dankte Polizisten und Feuerwehrleuten. Trotz vereinzelter Kritik gelang die Inszenierung.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...760968,00.html
wie heisst es immer so schön: nach der wahl ist vor der wahl. Ich denke mal der Präsidentschaftswahlkampf hat mit dem "Tot" von Bin Laden begonnen und wir in den nächsten Wochen verschärft.
"...gelang die Inszenierung."
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Einfach etws tun, von Herzen, von sich aus, oder wie auch immer, geht nicht mehr.
Authentizität ist nicht mehr möglich, auch nicht mehr gefragt.
Inszeniert muss alles werden.
Künstlich hergestellt für den dummen Zuschauer.
Das ist sehr traurig...
Nun stimmt sie wieder.
Wenn das Amerika ist: eine durch und durch verlogene Politik, dann kann man sich nur noch mit Grausen abwenden.
Die Opfer von Ground Zero werden Usama bin Ladin angelastet, er selber bekam nicht die mindeste Chance, die Dinge in ein anderes Licht zu rücken. Vielleicht ist dies genau der Grund, weswegen man ihn hingerichtet hat: man wollte keine Klarheit über 9/11.
Bei dieser Präsentation eines Schmachtfetzens wird einem schlecht. Und Amerika verstrickt sich immer mehr in den verlogenen Krieg gegen den Terror. Und dieser Krieg wurde von Amerika aus angezettelt, indem man keinen Frieden gab in Afghanistan. Auf diese Weise ist Al Kaida entstanden. Die Welt wird so nicht besser.
Man darf nicht vergessen, dass SPON in *allem* das Haar in der Suppe findet, und ein äußerst negatives Menschenbild zu haben scheint.
Obama's Auftritt ist natürlich inszeniert, aber das ist jeder Auftritt eines Politikers, und muss es heutzutage sein. Wichtiger ist, dass der Auftritt den betroffenen Familien, den New Yorkern, und den AmerikanerInnen im Allgemeinen hilft, ein wenig Ihren Frieden mit dem 11. September zu machen.
Ok. Der Chef hat einmal gezeigt, dass er Eier hat. Der Einsatz gegen Bin Laden war mit etwas Glueck fast fehlerlos. Nicht ueberraschend, weil das US Militaer nun mal das beste der Welt ist. Auch ein Grund fuer die ploetzliche Aufwertung des Dollars.
Ueber den Crash des ultramodernen Hubschraubers auf Bin Ladens Hazienda kann man da leicht hinwegsehen.
Der Chef hat keine Minute gezoegert, seinenm Erfolg noch am Sonntag abend rauszuposaunen. Symbolisch wichtig, militaerisch wohl weniger. Wir haben es zu Kenntnis genommen.
Jetzt ist also die Zeit fuer Victory Laps auf dem Gelaende des weltweit groessten Terroranschlags gekommen?
Was fuer Bush eine Sache der Ueberzeugung war, ist fuer Obama eine Sache der Public Relations.
Wieso werde ich einfach nicht warm mit diesem Typen?
So läuft das heute leider - und nicht nur in Amerika. Letztlich geschieht nichts ohne Kalkül und Berechnung - auch bei uns. Weil das so ist, sollte man die Geschehnisse - vor allem die rund um die Uhr - und meistens unisono gesendeten Nachrichten immer unter dem Aspekt sehen - hat hier jemand einen Nutzen. Handelt es sich um eine einfache Nachricht - oder um eine Meinungsmanipulation. Es ist natürlich unter diesen Umständen nicht einfach, darauf eine halbwegs verlässliche Antwort zu finden. Im Falle des Todes von Bin Laden hat natürlich Obama den entscheidenden Vorteil - er zieht die Sympathien der Wähler auf seine Seite. Daraus nun abzuleiten, das Ganze wäre nur ein PR-Gag, ist vermutlich weit hergeholt. Allerdings geben die Umstände zu denken - es gibt nur eine Aussage, keine Leiche, keine Bilder...
Warum spielt die deutsche Presse, auch der SPIEGEL, eigentlich so eine unkritische Rolle, was die USA angeht. Das ist unerträglich.
Warum werden eigentlich überhaupt keine kritischen Fragen gestellt? Ist es verboten, die Militäraktion gegen OBL in Frage zu stellen, ohne gleich Verschwörungstheoretiker zu sein? Ist das Pressefreiheit?
Das liegt aber auch an der Erwartungshaltung. Wieviele lauern denn gerade auf einen Fehltritt, analysieren jedes Wort und jede Geste? Will man es möglichst allen recht machen, geht es wohl nicht anders.
Solche Bilder haben eine enorme Symbowirkung und Macht, man denke nur an Willy Brandts Kniefall in Warschau.
Diese Macht kann aber ebenso zerstörerisch sein, wenn ein kleines Detail schief geht.
Ausserdem ist Inszenierung in der Politik Tagesgeschäft, denn die Präsenz ist notwendig, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Das ist ja nicht neu, nur sind solche Auftritte inzwischen sehr viel professionieller als ehemals nur bunte Fähnchen und Luftballons am Wahlkampftisch.
Die Welt ist wie sie ist.Alle Menschen spielen ihre Rollen,
die einen etwas besser als andere.Was beurteilen wir,
die Qualität der Aufführung oder den Sinn ihrer Reden.
Fraglich ist in allen Fällen die Wahrhaftigkeit der Inhalte.