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Nukleartechnik: Der Atomstaat

Bedingungslos verschrieb sich Japan nach der Ölkrise der Kernkraft. Seitdem hat die Branche das ganze Land korrumpiert, allen voran Fukushima-Betreiber Tepco. Politik, Wissenschaft und Medien sind Mittäter - eine Großtechnologie hat eine Demokratie unterwandert.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,764069,00.html
  1. #90

    Kein Titel

    Zitat von tylerdurdenvolland Beitrag anzeigen
    Mal wieder ein Musterbeispiel für das "Denken" hier in Hysteristan.... wo haben sie denn "endlose Lobeshymnen über die Unzerstörbarkeit der Containments gelesen"? Sie lügen!

    Was genau hat sich denn jetzt ihrer Meinung nach geändert? Wichtig für Menschen sind sowieso einzig und allein die Strahlungswerte und die gehen ausser in der unmittelbaren Umgebung der AKWS überall, seit dem dritten Tag bereits zurück. Nicht mal die Firma Greenpeace die ja da davon lebt, bestreitet das.

    Bleiben sie doch einfach mal bei der Realität:
    AKWs zu bauen war IMMER ein Verbrechen an der Menschheit. Die Vorstellung, dass Energie Konzerne nicht in erster Linie an ihren Profiten Interesse haben, ist einfah nur albern.
    Genauso albern ist die Vorstellung, dass Regierungen die Macht oder das Interesse haben, diese Konzerne zu bekämpfen.
    Wir werden in 10 oder 20 Jahren weltweit mehr AKWs haben wie heute.
    Wir werden in regelmässigen Abständen weitere "Unfälle" haben. Für die Menschen ist nur noch von Bedeutung, wie weit weg von so etwas man in relativer Sicherheit leben kann...

    Ich hab das schon mal geschrieben: Hier furzt ein Volk in seine TV Sessel, das nicht mal in der Lage ist seinen Salat vor dem Essen richtig zu waschen, und will dem Rest der Welt Ratschläge zu Atomkraftwerken geben?
    Warten sie mal bis in DE so ein Unfall passiert, dann werden sie aber Kompetenz bei den Verantwortlichen, und Wahrheit in den Medien erleben... sie Täumer!
    Und was soll uns dieses ganze Geschwurbsel eigentlich sagen. In Ihren Aussagen ist nicht der Hauch eines roten Fadens erkennbar. Nach dem Lesen Ihres Posts habe ich mich gefragt, was sie eigentlich damit aussagen wollen, außer einen Mitforisten dumm anzumachen.
  2. #91

    Völlig losgelöst, von der Erde...

    Zitat von tylerdurdenvolland Beitrag anzeigen
    ...

    Ich hab das schon mal geschrieben: Hier furzt ein Volk in seine TV Sessel, das nicht mal in der Lage ist seinen Salat vor dem Essen richtig zu waschen, und will dem Rest der Welt Ratschläge zu Atomkraftwerken geben?
    Warten sie mal bis in DE so ein Unfall passiert, dann werden sie aber Kompetenz bei den Verantwortlichen, und Wahrheit in den Medien erleben... sie Täumer!
    ... schwebt ein durden...
    Nee, so ein Fall, egal ob Un- oder Stör-, muß nicht sein, egal wo.
    Läßt sich beim Fernsehen auch nicht verhindern, unabhängig vom nationalen oder individuellen Methanausstoß.
    Ein "furzendes Volk" - eine olphaktorische Katastrophe...
    Und tylerdurdenvolland riecht von Japan aus mit^^
  3. #92

    Zitat von 24moskito Beitrag anzeigen
    ...
    aber evtl kommen ja aus D-Land demnächst Vorschläge wie man alleine die 40 Millionen Menschen im Grossraum Tokyo ohne Kernenergie bedienen könnte?
    ...
    Nachdem das Land in die Abhängigkeit von der Kernkraft geführt und gehalten wurde wird das etwas dauern, aber nach gegenwärtigem Stand von Wissenschaft und Technik ist das gar nicht mal so teuer.
  4. #93

    3500 Zeichen

    Zitat von 24moskito Beitrag anzeigen
    Werter Iyami,
    ich lebe seit langer Zeit in Asien und war auch einige Zeit davon in Japan, weiss also recht gut wie Japan und Japaner ticken. GARANTIERT jedenfalls nicht so wie die PanikMacher in D-Land die von Anfang an die eigentliche Katastrophe völlig übergangen haben und Japan hinstellten als hätten sie Fukushima Daiishi absichtlich herbeigeführt
    naja, groebst oder straeflich fahrlaessig war es schon
    .... hatten die deutschen Medien NICHTS anderes zu tun als Kritik an der Informationspolitik eines zu dieser Zeit völlig überforderten Landes zu üben
    Die Kritik ist aber voellig berechtigt. Tepco luegt bis zum geht nicht mehr. Die Regierung verbietet Wissenschaftlern Messergebnisse ueber Strahlenwerte zu veroeffentlichen. Schulen werden angewiesen so weiter zu machen als ob nichts passiert waere. Staedte weigern sich Strahlenbelastungen auf Schulhoefen zu messen damit sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen die Ergebnisse zu verheimlichen.

    Ich gebe zu dass Kan und Co. ueberfordert waren. Die LDP und die ganze 'Elite' haben das Land ganz schoen in den Dreck geritten. Aber Ueberforderung ist kein Grund dafuer Zeitungsartikel ueber unangehme Vorgaenge verschwinden zu lassen oder die Veroeffentlichung von Messergebnissen aktiv zu unterdruecken.

    Die japanische Mentalität zielt AUCH darauf das es um eine GEMEINSCHAFT geht..nicht um jeden einzelnen. Dort werden die Menschen nicht unbedingt zu Einzel und Ellenbogenkämpfern erzogen....auch dies sollte man wissen....
    Auf die Zulassungstests fuer Schulen und Unis trifft dass aber nicht zu oder auch auf Leute wie

    - den ex-Tepcochef hat schnell all sein Bargeldaufgebraucht um sein Haus abzubezahlen weil er Angst vor Geldforderungen aus Fukushima hatte

    - Edano + Renpo schicken Ihre kinder ins Ausland ('Urlaub') beteuern aber immer wieder die Ungefaehrlichkeit der Lage

    Das 'ganbare Nippon' ist hauptsaechlich and die finanziell Schwaechere gerichtet. An oeffentlichen Schulen wird Gemuese aus Ibaraki und Fukushima zum Schulessen benutzt ("es ist ja noch unter den Grenzwerten', 'es ist nicht sofort gesundheitsschaedlich')... 'ganbare Nippon' heisst hauptsachlich dass wir alle verstrahltes Gemuese/Fische/Milch essen und trinken sollen um den Bauern zu helfen; dass wir uns ueber nichts beklagen sollen weil die Regierung sowieso alles richtig macht und zu viele Sorgen gesundheitsschaedlich sind

    Es tut mir leid aber der Gemeinschaftssinn ist zumindest in Staedten nicht groesser als ich ihn in Deutschland erlebt habe. Er wird von den Herrschenden gerne beschworen damit sie sich um ihren Mist nicht kuemmern muessen.

    aber evtl kommen ja aus D-Land demnächst Vorschläge wie man alleine die 40 Millionen Menschen im Grossraum Tokyo ohne Kernenergie bedienen könnte?
    Ich glaube die werden gar nicht so dringend benoetigt. Die ersten Grossraumklimaanlagen mit drastisch reduzierten Energiebedarf sind schon auf dem Markt. Eine Conbini-kette hat in allen Laeden in Tokyo Lampen gegen LED lichter ausgetauscht un Solarzellen auf den Daechern der Laeden installiert Die meisten Laeden, oeffentliche Schwimmbaeder ... benutzen nur die Haelfte - ein Drittel ihrer Neon lampen. Ich denke dass das Einsparpotential noch ziemlich gross ist. Ausserdem finde ich es tagsueber nicht so schlimm fuer ein paar Stunden keinen Strom zu haben. (Viele meiner Bekannten denken aehnlich.)
  5. #94

    Danke für Ihre offenen Worte...

    Zitat von iyami Beitrag anzeigen
    naja, groebst oder straeflich fahrlaessig war es schon


    Die Kritik ist aber voellig berechtigt. Tepco luegt bis zum geht nicht mehr. Die Regierung verbietet Wissenschaftlern Messergebnisse ueber Strahlenwerte zu veroeffentlichen. Schulen werden angewiesen so weiter zu machen als ob nichts passiert waere. Staedte weigern sich Strahlenbelastungen auf Schulhoefen zu messen damit sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen die Ergebnisse zu verheimlichen.

    Ich gebe zu dass Kan und Co. ueberfordert waren. Die LDP und die ganze 'Elite' haben das Land ganz schoen in den Dreck geritten. Aber Ueberforderung ist kein Grund dafuer Zeitungsartikel ueber unangehme Vorgaenge verschwinden zu lassen oder die Veroeffentlichung von Messergebnissen aktiv zu unterdruecken.



    Auf die Zulassungstests fuer Schulen und Unis trifft dass aber nicht zu oder auch auf Leute wie

    - den ex-Tepcochef hat schnell all sein Bargeldaufgebraucht um sein Haus abzubezahlen weil er Angst vor Geldforderungen aus Fukushima hatte

    - Edano + Renpo schicken Ihre kinder ins Ausland ('Urlaub') beteuern aber immer wieder die Ungefaehrlichkeit der Lage

    Das 'ganbare Nippon' ist hauptsaechlich and die finanziell Schwaechere gerichtet. An oeffentlichen Schulen wird Gemuese aus Ibaraki und Fukushima zum Schulessen benutzt ("es ist ja noch unter den Grenzwerten', 'es ist nicht sofort gesundheitsschaedlich')... 'ganbare Nippon' heisst hauptsachlich dass wir alle verstrahltes Gemuese/Fische/Milch essen und trinken sollen um den Bauern zu helfen; dass wir uns ueber nichts beklagen sollen weil die Regierung sowieso alles richtig macht und zu viele Sorgen gesundheitsschaedlich sind

    Es tut mir leid aber der Gemeinschaftssinn ist zumindest in Staedten nicht groesser als ich ihn in Deutschland erlebt habe. Er wird von den Herrschenden gerne beschworen damit sie sich um ihren Mist nicht kuemmern muessen.



    Ich glaube die werden gar nicht so dringend benoetigt. Die ersten Grossraumklimaanlagen mit drastisch reduzierten Energiebedarf sind schon auf dem Markt. Eine Conbini-kette hat in allen Laeden in Tokyo Lampen gegen LED lichter ausgetauscht un Solarzellen auf den Daechern der Laeden installiert Die meisten Laeden, oeffentliche Schwimmbaeder ... benutzen nur die Haelfte - ein Drittel ihrer Neon lampen. Ich denke dass das Einsparpotential noch ziemlich gross ist. Ausserdem finde ich es tagsueber nicht so schlimm fuer ein paar Stunden keinen Strom zu haben. (Viele meiner Bekannten denken aehnlich.)
    ... und tatsächlich wird weiter am Abwiegeln und Verharmlosen gearbeitet.

    Gestern hat die Meteorologie-Behörde auf Empfehlung der IAEA beschlossen, die Daten zur Verteilung radioaktiver Substanzen durch die Luft nicht weiter zu veröffentlichen:

    http://www.japantoday.com/category/n...-nuclear-plant

    Es geht vorwärts in Japan.
  6. #95

    Deutschland das Volk der Dichter und Denker

    Zitat von tylerdurdenvolland Beitrag anzeigen
    Die Menschn in DE sind gebildeter, an Politik und AKWs mehr interessiert als Japaner, und man hat sich in DE in den letzten Jahrhunderten einige Freiheiten erkämpft,
    Das mit dem erkaempfen hoert sich ein bisschen komisch an.
    So richtig aufregend haben die Deutschen auch nie revoltiert. Aber 1945 sind die Herrschenden in Deutschland etwas schlechter weggekommen als in Japan. Das hilft.
    Ich habe nicht den Eindruck dass die Deutschen gebildeter sind als die Japaner, einige sind vielleicht ein bisschen eingebildeter.

    Das Resultat sind dann Anti-AKW Demos mit 50 Leuten Mitte März, in Tokyo, einer Stadt mit 36 Millionen Einwohnern, die 200 km entfernt von einem AKW liegt, das gerade vor sich hinstrahlt...
    Ob die Anzahl der Demonstranten so aufschlussreich ist weiss ich nicht. Ich weiss aber dass die Anzahl der Leute die im kleinen Versuchen was zu veraendern groesser zu sein scheint als in Deutschland (NGOs, Druck auf staedtische Behoerden und Lokalpolitiker auszuueben, kurzeitig kleine Gruppen von Leuten zu organisieren die gemeinsam).
    Ich kann aber nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen.
    Ob das statistisch relevant ist weiss ich nicht,

    Demonstrationen haben das Ziel die eigene Meinung laut oeffentlich zu machen aber dadurch allein aendert sich nichts.








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