Forum: Blogs
Nürnberg-Verteidiger Wollscheid: Früher gegen die Hauswand, heute gegen Robben & Co.
dapdEigentlich ist es nicht mehr vorgesehen, dass es einer wie Philipp Wollscheid in die Bundesliga schafft. Der Verteidiger spielte vor drei Jahren noch in Liga fünf, an DFB-Maßnahmen nahm er nie teil. Das Magazin "11FREUNDE" erzählt seine Geschichte, die neue Fragen an die Talentsuche aufwirft.
Philipp Wollscheid im Portrait - SPIEGEL ONLINE
- #1 10.05.2012 09:46 von
optional
Schöner Beitrag, der nur einen Makel hat. Es wird nicht erklärt, wie er letztlich den Weg zu Nürnberg fand. Das hätte mich schon interessiert...
- #2 10.05.2012 09:55 von
Er wurde nicht vorzeitig verschlissen
Sein Plus ist, daß er eben nicht schon mit 12 in einem Leistungszentrum war um dann mit 15 oder 16 verschlissen zu sein, oder eben nicht den Anforderungen des Jahrgangstrainers zu entsprechen. Er konnte sich frei eintwickeln und sicher wurden ihm da auch Fehler erlaubt, welche er dann selbstständig behoben hat. Dies ist in den Leistungszentren der Bundesligisten unmöglich. Wer mal einen Durchhänger hat, fliegt dort raus oder verliert die Lust.
Jeder Jugendliche entwickelt sich anders und man muß ihnen die nötige Zeit geben. Phillip Wollscheid hat diese bekommen und dann zum richtigen Zeitpunkt waren die Scouts dann da. - #3 10.05.2012 10:00 von
Und er hat doch für die deutsche U20 gespielt!
- #4 10.05.2012 10:09 von
Dilemma
Das ist das Dilemma, dass es viele sehr gute Amateurspieler nicht nach oben schaffen weil ihnen das Glück fehlt gefunden zu werden. In diesem Fall wurde er, so weit ich weiß, per Zufall/Glück gefunden in dem er dem heutigen Nürnberger Trainer vorgeschlagen wurde ("ich hab da einen, schau dir den mal an" ... so ungefähr).
Heutzutage muss man als junger Spieler nicht nur Glück haben, sondern auch die notwendigen Verbindungen und vor allem Spielerberater.
Für mich ist das alles geschäftemacherei. Als Beispiel hier ein Auszug was so hinter den Kulissen passiert:
"Jugendtrainer stellen angeblich Mannschaften nach der Maßgabe auf, dass Spieler bestimmter Spielerberater bevorzugt werden würden."
Quelle: http://www.berliner-kurier.de/hertha-bsc/riss-im-praesidium-wegen-preetz-zoff-der-hertha-bosse,7168990,15176040.html - #5 10.05.2012 10:29 von
.
Der Autor würde nun sagen:" Aber eben nicht U15, U16, U17 usw."
Das "Problem" ist doch folgendes: Fußball ist DIE Sportart in Deutschland. Beinahe jeder zweite Junge kickt gegen den runden Plastikball. Und weil die Talentförderung und die Integration von Kids mit Migrationshintergrund (früher haben die ja meist nur in kleineren türkischen Vereinen gespielt) in den letzten 10 Jahren so gut funktioniert hat, gibt es eben eine hohe Anzahl an Talenten. Dementsprechend schwierig ist es für manch ein Talent, sich bei dieser ganzen Systematik durchzusetzen. Ich finde es aber durchaus positiv, dass es eben noch weiterhin möglich ist, dass Fußball auch über andere Wege in die Bundesliga kommen.
Was nicht passieren darf, dass die N11 nur Fußballer aufnimmt, welche sämtlichen U-Teams durchlaufen haben. Die Chance für qualitativ gute Quereinsteiger muss vorhanden sein. Dafür ist es immer noch eine Sportart und keine Politik. - #6 10.05.2012 10:51 von
- #7 10.05.2012 12:20 von
Stimmt
das hätte mich auch interessiert. gut Wikipedia schafft ein wenig abhilfe, was das wie angeht, aber die Geschichte dahinter hätte mich auch interessiert.
Hier der Link, der enthält wenigstens die Stationen.
Philipp Wollscheid
Das sehe ich ehrlich gesagt nicht als Dilemma. Das ist doch eine riesige Möglichkeit. So können die Vereine an spieler kommen die nicht schon vom geschäft (und Beratern) völlig versaut sind.Hier sollten die vereine ansetzen, ich mag mir garnicht vorstellen wieviele mögliche Götzes, Badstubers oder Draxlers jetzt Müllmann, Elektriker oder Steuerberater sind. - #8 10.05.2012 13:50 von
@ mauerfall und die anderen Interessierten:
Nach der Ausmusterung beim FCS nach dem Aufstieg in die Regionalliga West sollte er wie beschrieben in deren zweiten Mannschaft. Weil er aber trotzdem glaubte, es in der Regionalliga schaffen zu können, hat er sich an einen professionellen Spielerberater gewendet: Guido Nickolay, der bereits Mike Frantz betreute, der ein Jahr zuvor vom FCS nach Nürnberg gewechselt war. Dieser hat ihm dann ein Probetraining beim FCN2 (Regionalliga Süd) besorgt, wo Wollscheid gefiel und einen Amateurvertrag bekam. In der Hinrunde 09/10 war er dann Stammspieler und Leistungsträger und durfte in der Wintervorbereitung mit den Profis ins Trainingslager. Dort konnte er wiederum überzeugen und durfte in der Rückrunde regelmäßig mit den Profis trainieren und erhielt einen Profivertrag, spielte aber weiterhin meist bei den Amateuren. In der Saison 10/11 war er dann fester Bestandteil des Profikaders und erkämpfte sich gegen Ende der Hinrunde einen Stammplatz, den er niemehr abgegeben hat.
- #9 10.05.2012 13:57 von
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


