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NS-Verbrechen: Ehemaligem Auschwitz-Wachmann droht Anklage in Deutschland

AP/ National ArchivesJohann Breyer soll geholfen haben, in Auschwitz mindestens 344.000 Juden zu ermorden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Weiden gegen den ehemaligen KZ-Wachmann. Er beteuert seine Unschuld - doch ein Dokument lässt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen.

Ex-KZ-Wachmann Johann Breyer droht Anklage in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Lachhaft

    An diesen Beispielen, wo man uralte Täter aus der Versenkung kramt, kann man sehen, was die BRD zur Aufarbeitung der NS-Gechichte bisher beigetragen hat. Wenig bis nichts. Hätte man es gewollt, stünden diese Verbrecher längst vor Gericht und hätten nicht in aller Ruhe ihre "wohlverdiente" Rente genießen können. Während man diejenigen, die den Kriegsdienst unter Hitler verweigerten, in der BRD lange Zeit wie Aussätzige behandelte und diskriminierte, erhielten SS-Angehörige sogar ihre Dienstzeiten auf die Rente angerechnet.
    Insofern kann man angesichts dieses Kaspertheaters wirklich nur lachen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Johann Breyer soll geholfen haben, in Auschwitz mindestens 344.000 Juden zu ermorden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Weiden gegen den ehemaligen KZ-Wachmann. Er beteuert seine Unschuld - doch ein Dokument lässt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen.

    Ex-KZ-Wachmann Johann Breyer droht Anklage in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    In den 40 Jahren nach 1945, wo Täter und überlebende Opfer noch in gerichtsverwertbarer Form vorhanden waren, hat die Deutsche Justiz elendig bei der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen aus der Nationalsozialistischen Zeit versagt. Wohl auch deswegen, weil es an Tätern in der Richterrobe nicht mangelte, und man sich den "eigenen Stall" nicht beschmutzen wollte. Jetzt, nach 70 Jahren!, ermittelt man gegen einen 87-jährigen der als 17-jähriger der SS beitrat. Das ist eher eine weitere Blamage der deutschen Justiz statt einer späten Ehrenrettung. Besser wäre es, wenn die Justiz sich an einer Aufarbeitung der Gründe aktiv beteiligen würde, weshalb sie in den Jahren 1950 bis 1985 nicht fähig, oder willens, war, den Tätern den Prozess zu machen. Aber damit würde man ja selbst wieder Flecken auf der Robe riskieren; also steigt man lieber einem 87-jährigen hinter her statt die eigenen Verstrickungen auf zu arbeiten.
  3. #3

    richtig!

    Zitat von Peter B. Beitrag anzeigen
    An diesen Beispielen, wo man uralte Täter aus der Versenkung kramt, kann man sehen, was die BRD zur Aufarbeitung der NS-Gechichte bisher beigetragen hat. Wenig bis nichts. Hätte man es gewollt, stünden diese Verbrecher längst vor Gericht und hätten nicht in aller Ruhe ihre "wohlverdiente" Rente genießen können. Während man diejenigen, die den Kriegsdienst unter Hitler verweigerten, in der BRD lange Zeit wie Aussätzige behandelte und diskriminierte, erhielten SS-Angehörige sogar ihre Dienstzeiten auf die Rente angerechnet.
    Insofern kann man angesichts dieses Kaspertheaters wirklich nur lachen.
    ich stimme ihnen zu. ausserdem ist es nur ein peinlicher versuch von den pannen und verstrickungen der sicherheitsbehoerden im fall nsu abzulenken.
  4. #4

    Die Rädchen im System.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Johann Breyer soll geholfen haben, in Auschwitz mindestens 344.000 Juden zu ermorden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Weiden gegen den ehemaligen KZ-Wachmann. Er beteuert seine Unschuld - doch ein Dokument lässt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen.

    Ex-KZ-Wachmann Johann Breyer droht Anklage in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Die Maschine Holocaust wurde von 200.000 betrieben*. Nennen wir die 200.000 "Rädchen". Große "Rädchen", kleine "Rädchen", sehr kleine "Rädchen", sehr große "Rädchen". Manche waren wieder "Öl" für die vielen "Rädchen". Andere "Schraubenschlüssel" für die "Rädchen", und wenn ein "Rädchen" ausgewechselt werden mußte.

    Die großen "Rädchen" hätten nicht funktioniert ohne die vielen kleinen "Rädchen". Und das Teil, diese Maschine, "Holocaust" war wieder nur ein Teil eines größeren Teils, einer größeren Maschine. Ohne Holocaust, ohne Enteignung der Juden, keine Kriegsfinanzierung. Der Holocaust war fester buchhalterischer Posten der Buchhaltung des III. Reiches.

    Wenn diese 200.000 Rädchen beim Eintritt ins Rädchensein alle signalgrün angestrichen worden wären, und dass sie im Dunkeln phosphoreszierend leuchten, würde man sie erkennen und sehen. Wenn eines stirbt nach 1945, als wieder eine unbefangenere Justiz eingezogen war, als das alte Machtsystem verschwunden war, innerhalb dessen sie unbehelligt waren, so verschwindet eines der 200.000 ehemaligen "Rädchen". Weltweit zu sehen, denn viele dieser 200.000 "Rädchen" wanderten aus und in ferne Länder. Und so verschwanden nach 1945 weltweit immer mehr grüne, leuchtende "Rädchen". Einige dieser Rädchen nun laufen noch herum. Und fängt man eines, muß es der Justiz überstellt werden. Die nur hat eine wahrlich schwere Antwort zu formulieren in einem Urteil. Sie muß das Gesamte sehen wie das Detail.

    * Die Zahl, die mir bekannt ist.
  5. #5

    .

    Zitat von ziegenzuechter Beitrag anzeigen
    ich stimme ihnen zu. ausserdem ist es nur ein peinlicher versuch von den pannen und verstrickungen der sicherheitsbehoerden im fall nsu abzulenken.
    Das war auch mein erster Gedanke. Alte Tattergreise (die natürlich auch für ihre Taten verantwortlich gemacht werden sollten) werden kurz vor dem Tot gejagt wie die Hunde während unsere Geheimdienste über 10 Jahre hinweg eine klandestine Terrorgruppe aufbauen und unterstützen. Die Politiker behaupten ja immer, dass im Zuge der Abstimmungen bei den Rettungsschirm ein deutsches Nein peinlich und unverantwortlich wäre. Wie peinlich ist es denn für unser Land, dass eine solche Terrortruppe vom Staat aufgebaut wurde? Neben all dem Syrien, Euro und Israel/Iran Konflikt halte ich das NSU Thema für das wichtigste innenpolitische Thema der nächsten 2 Jahre. Aber die Poltiker ballern ja wieder die Rente und was weis ich was in den Vordergrund. Der U-Ausschuss ist dauerhaft empört, ein paar Tattergreise in den Führungsgremien der Geheimdienste gehen ein paar Jahre früher in den Ruhestand und spätestens 2014 ist das alles vergessen und höchsten gut für ein paar Doku´s die dann in den ÖR-Sendern um 1:15 gesendet werden.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Johann Breyer soll geholfen haben, in Auschwitz mindestens 344.000 Juden zu ermorden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Weiden gegen den ehemaligen KZ-Wachmann. Er beteuert seine Unschuld - doch ein Dokument lässt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen.
    Naja. Ob man einem, der 1944 und Anfang 1945 gerade mal 18 Jahre alt und wohl irgendwo in den untersten Rängen angesiedelt war (wenn auch bei der SS) den Tod von 344.000 Menschen vorwerfen kann, ist Geschmackssache. Mit Sicherheit hat er von all den Verbrechen gewusst. Man kann durchaus dafür plädieren, ihn dafür auch zu bestrafen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Schreibtischtäter, diejenigen die tatsächlich etwas zu sagen und tatsächlich Macht hatten, noch Jahrzehnte nach Ende des Dritten Reiches unbehelligt überall in den Verwaltungen, in der Politik und in der Wirtschaft der BRD saßen, teilweise auch in der DDR. Da braucht man nur mal in die Justiz schauen, Richter, Staatsanwälte, Polizei, Konzernführungen, Politiker vor allem aus Union und der frühen FDP, teilweise auch der SPD.

    Ich will den 18-jährigen KZ-Aufseher, der mit Sicherheit von allem wusste, auch wenn er vielleicht nicht aktiv und befehlsausübend an konkreten Tötungen beteiligt war, nicht verteidigen. Ich will damit nur sagen, dass die meisten damals schon erwachsenen Täter in weitaus machtvolleren Positionen Jahrzehnte lang von der Justiz in Rihe gelassen wurden und anschließend im Alter noch in Ruhe ihre oft vom Steuerzahler finanzierte Pension genießen konnten. DAS ist der eigentliche Skandal der ersten 40 Jahre nach dem Krieg.
  7. #7

    Geheimdienste und Justiz der BRD...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Johann Breyer soll geholfen haben, in Auschwitz mindestens 344.000 Juden zu ermorden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Weiden gegen den ehemaligen KZ-Wachmann. Er beteuert seine Unschuld - doch ein Dokument lässt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen.

    Ex-KZ-Wachmann Johann Breyer droht Anklage in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    ...sahen es von Anbweginn als ihre Aufgabe, Naziverbrecher vor Strafe zu schützen. Erwiesenermaßen! Hätten sie z.B. Wind von der israelischen Aktion gegen Eichmann bekommen, wäre der garantiert auch gewarnt worden.
    Und wenn aktuell ans Licht kommt, wie stark der Verfassungsschutz von Neonazis durchsetzt ist, und welche Rückendeckung er dennoch seitens unserer Innenminister genießt, wird klar: das waren keine Pannen.
  8. #8

    Das stimmt so nicht

    Zitat von Peter B. Beitrag anzeigen
    An diesen Beispielen, wo man uralte Täter aus der Versenkung kramt, kann man sehen, was die BRD zur Aufarbeitung der NS-Gechichte bisher beigetragen hat. Wenig bis nichts. Hätte man es gewollt, stünden diese Verbrecher längst vor Gericht und hätten nicht in aller Ruhe ihre "wohlverdiente" Rente genießen können. Während man diejenigen, die den Kriegsdienst unter Hitler verweigerten, in der BRD lange Zeit wie Aussätzige behandelte und diskriminierte, erhielten SS-Angehörige sogar ihre Dienstzeiten auf die Rente angerechnet.
    Insofern kann man angesichts dieses Kaspertheaters wirklich nur lachen.
    1965 und 1969 hat die Bundesrepublik geltendes Recht gebrochen und gegen den Protest die Verjährungsfristen manipuliert.
    Haben Sie mal einen Prozess in den 60 oder 70er Jahren erlebt ? Es war damals schon schwierig, heute ist es unmöglich, die Wahrheit zu finden. Es gibt keine Zeugen mehr oder wenn eine alte Dame als Zeugin auftritt, so erinnert sie sich nicht mehr.......

    Im übrigen ist dieser Beschuldigte aufgrund seiner Mutter US Staatsangehöriger. USA liefert aus, aber seien Sie sicher, dass das Jahre dauern wird.
    Gerechtigkeit ?
    Ich lebe als Anwalt in Südamerika. Hier kann niemand zu lebenslänglich verurteilt werden und mit einem Alter von 70 Jahren geht er auch nicht mehr in Haft. Das ist nicht Gerechtigkeit, aber menschlich.
  9. #9

    Dem kann ich mich nur anscließen!

    Zitat von Peter B. Beitrag anzeigen
    An diesen Beispielen, wo man uralte Täter aus der Versenkung kramt, kann man sehen, was die BRD zur Aufarbeitung der NS-Gechichte bisher beigetragen hat. Wenig bis nichts. Hätte man es gewollt, stünden diese Verbrecher längst vor Gericht und hätten nicht in aller Ruhe ihre......
    Nachdem die Deutsche Justiz diese Angelegenheit(en) mit aller Macht verschleppt, ignoriert und vertrödelt hat, will man offensichtlich auf der "Zielgraden" noch mal schnell Aktionismus vortäuschen. Wie das wohl ausgeht kann sich jeder klar denkende Mensch, anhand des Falles Demjanjuk, selber vorstellen!


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