DPAIn den Umfragen liegt Norbert Röttgen hoffnungslos zurück, jetzt dreht er im Schlussspurt noch einmal das ganz große Rad: Der CDU-Spitzenkandidat erklärt die Landtagswahl in NRW kurzerhand zur Abstimmung über Angela Merkels Euro-Kurs. Die eigene Partei ist irritiert.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...832137,00.html
Noch schlimmer: Das sie hinreichend hatte, aber das ihr noch immer nicht reichte, um populistisch sozialen Wohltaten zu fröhnen!
Problem ist nur, dass Röttgen mit seinem Kuschel-Wohlfühl-Wahlkampf ("Wir sparen Milliarden ein, und keiner wird´s merken") massiv an Glaubwürdigkeit verliert. Und das Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt bis 2017 vorzulegen, überzeugt mich auch nicht wirklich.
Mein Gott, warum spricht Röttgen denn nicht aus, dass sich gerade aus der Schuldenkrise ergibt, dass selbst wünschenswerte soziale Wohltaten nur leistbar sind, solange man ohne Neuverschuldung auskommt? Dass man in wirtschaftlich florierenden Zeiten selbst nach Auffassung des bei den Sozialdemokraten so beliebten Keynes die Verschuldung zurückführen müsse und erst in einer Krise auf "Deficit Spending" zurückgreifen kann? Und dass es nach 40 Jahren SPD und fünf Jahren CDU in NRW keinen bildungspolitischen oder sozialen Notstand gegeben hat, der eine neue Ausgabenrunde rechtfertigen würde? DAMIT wäre er durchgedrungen, so nervt sein Wahlk(r)ampf nur.
Setzt der Herr Röttgen in NRW auf die Kubicki-Taktik in S-H?
Äußerste Distanz zur eigenen Partei beschert Wählerstimmen?
Nur, der Herr Röttgen verkennt da die Sachlage etwas.
Der FDP steht das Wasser in Deutschland "Oberkante Unterlippe und neigt eher zum weiteren Ansteigen.
Die CDU zieht ihre Kraft und ihre Machtansprüche aus Frau Merkel und einige weitere wenige Politikerpersönlichkeiten.
Ohne diese Frau stünde diese Partei wahrscheinlich, wo die FDP sich befindet.
Den Ast abzusägen, auf dem man sitzt, zeugt nicht nur von Tolpatschigkeit sondern auch einem gehörigen Maß Dummheit.
Wer sind nur die falschen Einflüsterer von Herrn Röttgen?
Sind es die Gleichen, die diese Partei in den Augen mancher an die Grenze einer kriminellen Vereinigung brachten (Spenden, Jüdische Vermächtnisse)?
Herr Röttgen ist der wahre Opportunist! Die hat es immer gegeben - aber hier kommt der Typ gut verpackt rüber. Wollte der mal nicht Industrieverbandsgeschäftsführer bei gleichzeitigem Fortbestehen der politischen Funktionen werden?
Hatte der nicht die Kommunikation mit der Einführung von E10 vergeigt?
Mit schneller Zunge immer lächelnd aber besserwissend - Null Chance! Selbst bei einem eher Konservativen, wie mir nicht. Ich frage mich manchmal wer mehr Unheil anrichtet: Diese im Verwöhnaroma der 70er Jahre groß gewordenen Berufspolitiker oder die ahnungslosen Piraten?
Ad 1.) SPD-Albig hatte für seine Partei ein Ergebnis von 40% erwartet,
aber nur 30% erhalten. Gemessen an 40% entspricht ein Minus
von 10% einem Viertel, d.h. exakt 25 Prozent.
Ad 2.) So enorm dürfte der von Ihnen postulierte Image-Vorsprung von
Frau Kraft auch wieder nicht sein.
Schon vorher hatte es nur für eine Minderheitsregierung gereicht, und die ist dann auch noch gescheitert.
Röttgen hat zwar weniger landespolitischen Stallgeruch, aber seine
bundespolitische Kompetenz macht ja auch was her. Das Umwelt-
ministerium war schon immer auch ein Sprungbrett für höhere Ämter.
Und es muss ganz und gar kein Nachteil für einen MP-Kandidaten sein, wenn er auch als möglicher späterer Kanzlerkandidat gehandelt wird.