Zitat von
onzapintada
Die Gruenen plaedieren richtigerweise fuer weniger oder kein Wachstum, an dessen Grenzen wir sowieso bald stossen - von daher braeuchte es kein Plädoyer dafuer - aber von Umverteilung von Vermoegen und Einkommen, welche ein Leben in einer wachstumslosen Gesellschaft ueberhaupt erst ertraeglich oder auch nur moeglich machen wuerde, ist bei ihnen ernsthaft nicht die Rede.
In einer Gesellschaft, wie sie offenbar den heutigen Gruenen vorschwebt, wuerde nur noch eine reiche Elite ihr Auskommen haben; von daher passt der Begriff des "selektives Wachstums" tatsaechlich zu ihrer Politik. Selektiv, fuer wenige.
Ein gruener Kapitalismus wuerde die Grenzen des Wachstums noch einmal hinausschieben. Als Beispiel sei hier genannt die Umwandlung von Agrarflaechen weg vom Nahrungsmittel- zum Treibstoffanbau (Zuckerrohr), was der einheimischen Bevoelkerung die Existenz- und Nahrungsbasis nimmt, und insgesamt die Nahrungsmittel verteuert. Eine Nutzbarmachung von bisheriger Brache (Urwald, Grassland u.a.) fuer die gleichen Zwecke haette den Effekt der Unterwerfung auch der letzten freien Ressourcen, Flaechen und Natur unter den Verwertungsprozess des kapitalistischen Systems, welches so seinen nach 500 Jahren zu Ende gehenden Lebenszyklus noch einmal verlaengern koennte. Also die Vollendung der Unterwerfung der Erde und des Arbeiters unter das Verwertungsprinzip.
Wer Gruen waehlt, wird sich Schwarz aergern, stellte Oskar Lafontaine ganz richtig fest.
Die Gruenen sind eine Ein-Generationen-Partei; diese kommt aus dem kapitalistischen Buergertum, ist dorthin laengst wieder zurueckgekehrt, und vertritt heute neoliberale und z.T. bellizistische Positionen, im Schnitt radikaler im kapitalistischen Sinne als die CDU - die hier als Volkspartei etwas gemaessigter auftreten muss - oder die FDP, die z.B. die von den Gruenen forcierten Kolonialkriege zwar mittraegt, sie aber nicht wie diese vorantreibt. Und in Afghanistan und anderswo geht es um die Beherrschung von geografischen Raeumen zur Ressourcenkontrolle - und nicht um die Befreiung der afghanischen Bevoelkerung, damit Maedchen dort zur Schule gehen koennen. Das wissen natuerlich auch Herr Trittin und Frau Roth.
Von daher sind die Gruenen nicht nur zu ihren Wurzeln zurueckgekehrt, sondern haben sich zur Avantgarde des Kapitals gewandelt, die Avantgardepartei des Systems schlechthin. Kuenftige schwarz-gruen-gelbe Koalitionen, und eine noch engere Kooperation des Kapitals mit dieser Partei sind daher sehr wahrscheinlich.
Um ihre Waehlerbasis und auch ihr Bild von sich selbst bewahren zu koennen, praesentieren sie allerdings hin und wieder solche Maetzchen wi
Es geht heute um die sich verschaerfenden Gegensaetze zwischen Kapital und Arbeit, und hier zeigen die Gruenen einen Loesungsansatz im Sinne des hinaus.