Notlage in Athen: Der Griechenland-Fluch

Die Krise in Griechen will einfach kein Ende nehmen: Kurz vor dem EU-Gipfel sorgt Athens dramatische Lage für Nervosität in der Bundesregierung. Kanzlerin und FDP wollen nichts von zusätzlichen Hilfen wissen - aber können sie die harte*Linie wirklich durchhalten?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...811777,00.html
  1. #120

    Die Deutschen

    kaufen derzeit in Erwartung auf eine inflationäre Nicht-Währung - vorausgesetzt die Preisexplosionen seit 2002 haben noch Geld zum Kaufen übrig gelassen.
    GR ist bankrott (Portugal leider auch) und daran kann man auch nix mehr beschönigen. Die restlichen Zwei-Drittel der Geld-Zone (PIIGS) dümpeln irgendwo zwischen Auffangbecken und bankrott herum.
    Es ist also genau das eingetreten was die sog. Realitätsverweigerer und Anti-Europäer (wie der offizielle Grundton gegenüber Hanke, Schattschneider & Co stets lautete) dem BVerfG gegenüber vorgetragen hatten als diese Lügenwährung eingeführt werden sollte und leider mit ihrer Klage scheiterten.

    Das einzige war derzeit läuft ist blinder Aktionismus weil man dieses EWG-Geld auf jeden Fall und um jeden Preis retten will. Und dafür gehen die Politiker auch offensichtlich mittlerweile über Steuerleichen ohne Ende bzw. werden die St-Zahler nur noch mehr ausgepreßt werden.
  2. #121

    Schlechte Politiker machen schlechte Politik

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Halten Sie bitte mal kurz inne. Gerade an diesem Tag. Das soll kein Schuldgebrabbel werden, aber können wir so einen Rest an Solidarität aufbringen, in unserem Interesse. Vielen Menschen in D geht es auch nicht so gut, einigen Griechen sicher. Aber sollte man nicht aus der Geschichte mitnehmen, dass wir in einem Rettungsboot sitzen? Leute aus dem Boot zu befördern wird uns nicht retten. Man muss Gr und Portugal retten - nicht aus Mitleid, sondern in unser aller Interesse. Das ist auch keine Frage von Krieg und Frieden, sondern eine Frage der Ehre und des Anstands.

    Es wäre eine Frage der Ehre und des Anstandes gewesen, Europa erst gar nicht in so eine Lage zu zwingen. Alle Welt belächelt und verunglimpft heute Kaiser Wilhelm II., der in seiner grandiosen Selbstüberschätzung und mit seinen grandiosen dummen Träumen das alte Europa in den Untergang trieb. Und die gleichen Leute, werden nicht müde, unsere "Väter des Euro", die mindestens genau so verblendet, genau so naiv und genau so wenig weitblickend agierten und uns in die Euro-Katastrophe trieben zu loben - als Einiger des Kontinents.

    In meinen Augen sind das aber Peiniger des Europagedankens, die alles zerstört haben, was über Jahrzehnte hinweg von echten Staatsmännern aufgebaut wurde.

    Die Euro-Tölpelei war absolut überflüssig. Wieso mußte ein funktionierendes System weggeworfen werden (never change a runnign system) - wieso mußte uns die Mark weggenommen werden - nur um die Eitelkeit einiger Möchtegern-Weltstaatsmänner zu befriedigen? Das ging schon bei Wilhelm II. schief.
  3. #122

    Sie haben wohl die falsche Brille auf.

    Zitat von d.nix Beitrag anzeigen
    .............

    Und eine zweite Frage hätte ich auch noch:

    könnte man den gleichen Zirkus nicht auch mit Deutschland inszenieren? Das Ding ist ja echt lukrativ. Soviel Milliarden, wie man dann geschenkt bekommt, kann man ja in Generationen nicht selbst verdienen! Kann da nicht mal einer diskret nach Griechenland reisen und sich beraten lassen, wie man sowas inszeniert?
    Und Sie glauben tatsächlich, die kleinen Leute in Griechenland
    leben durch die ihnen aufgebrummte Sparorgie in Saus und Braus ?
  4. #123

    Zutiefst Unsozial

    Zitat von BlogBlab Beitrag anzeigen
    Wenn Griechenland Finanzhilfen braucht, soll es doch erst einmal die vielen hundert Milliarden hinterzogenen Steuern eintreiben, die ihre wohlhabenden Staatsbürger auf schweizer Bankkonten und anderswo gebunkert haben.
    Gilt auch fuer Italien oder andere Laender, das Problem ist doch das die oberen 10% in jedem Land keine oder kaum Steuern zahlen, die Steuerzahler hier oder Mittelschicht und unteren Einkommenschichten im Euroland fuer alle zahlen soll
  5. #124

    Olivenhaine - gutes Stichwort

    Zitat von Gerdtrader50 Beitrag anzeigen
    Wieviel Geld möchte denn eigentlich ein Land von der wirtschaftlichen Grösse Hessens noch haben ?

    Was haben die Olivenhainbesitzer mit den Milliarden gemacht, die sie sich seit Jahrzehnten leihen, von der EU in der Rachen geworfen erhielten aus den Strukturfonds, etc.
    Die Griechen übertreibens auch ein bisschen.
    Wohl wahr. Ganz tolle Olivenplantagen, zum Beispiel auf Kreta. Wenigstens wurden dort mit EU-Mitteln Bäume gepflanzt.
    Ernten lohnt sich nur bedingt, denn ca. 300 Euro/Hektar Subventionen sind ohne Arbeit sicher. In Spanien/Kanaren reichte die Vollmitgliedschaft, die verfallenen landwirtschaftlichen Nutzflächen rechtzeitig zu reaktivieren. Beispiel Canarias: 1988 = 50.500 ha, 1994 = 324.000 ha, 1995 = 46.490 ha.

    Völlig unplausibel! Aber je Hektar gab es für Flächenstilllegung umgerechnet 1.000 €. - Die ehemals landwirtschaftlichen Flächen (minderster Qualität), die Spekulanten und Investoren den armen Schluckern für 'nen Appel und Ei als Bauerwartungsflächen abgegaunert hatten (siehe gekalkte Stein-Grenzen), wurden per Buschtrommel landwirtschaftlich reanimiert. Typische Aznar-Mafiastrukturen.

    Mich erschüttert, dass diese für Mitteleuropäer schamlose Raffgier Südeuropäer nicht errötet. Sie betteln wie mobile ethnische Minderheiten, ohne Schamgefühl. - Ich bin überzeugt und weiß, dass meine südeuropäischen Nachbarn hierzulande, auch in ihrer Heimat (Griechen, Italiener, Spanier, Portugiesen) sich wie Mitteleuropäer verstehen.

    Sie verstehen, dass sie hier recht ehrlich besteuert werden, aber nicht, dass die faulen Abzocker noch mit unseren/ihren Steuergeldern ihr Gaunerleben weiterführen dürfen.
  6. #125

    Zitat von Bhigr Beitrag anzeigen
    Ja können sie, denn es reicht. Wenn sie nochmals zulegen, dann verlieren sie Ihren Job bei der nächsten Wahl.
    Soso...und wen wollen Sie dann wählen? Die Haltung der Opposition ist klar, die will nachlegen...
  7. #126

    Zitat von fortion Beitrag anzeigen
    [...]
    Ich kann immer noch nicht verstehen, wie ein angeblich konservativer Politiker das Zocker-Risiko der überhasteten Euro-Einführung eingehen konnte. Alle damals Verantwortlichen haben schwere Schuld auf sich geladen und müssen vielleicht sogar ein Auseinanderbrechen der Europäischen Union auf ihr Gewissen nehmen. War das bißchen Staatsmannspielerei und eitle Selbstüberhöhung unserer - wie man jetzt sieht doch nicht besonders klugen und weitsichtigen "Väter des Euro" diesen Preis wert?
    Die Entscheidung die damals getroffen wurde war nicht Euro oder kein Euro, sie war Euro und Wiedervereinigung oder nicht.
    Der Euro war der Preis den wir für die politische Unterstützung Mitterrands bezahlten und es war den Politikern auch damals klar, dass die DM ein hoher Preis war.
    Man war damals der Meinung es wäre ihn wert gewesen.


    Kann man zB. hier nachlesen:
    DER SPIEGEL*39/2010 - Der Preis der Einheit

    Warum man so dumm war Griechenland in den Euro zu lassen ist allerdings noch eine weitere Frage.
  8. #127

    Sie sparen doch, die Griechen.

    Zitat von deutschmann68 Beitrag anzeigen
    .................
    Und die Griechen wären doch dumm wenn sie sparen. Je grösser das Defizit, desto mehr Geld gibt es geschenkt.
    Nur auf die falsche Weise und an den falschen Leuten.
  9. #128

    Nun

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Ja, die Gewichte verschieben sich momentan. Ohne jetzt Asien hypen zu wollen. Das ist schon ein Meilenstein mit Putzmeister, nebenbei hagelte es gerade Downgrades von Fitch. D tanzt wie die gesamte Eurozone auf einem Vulkan. Unseren Politikern sollte recht bald etwas einfallen. Sich stur gegen amerikanische Kritik zu stellen und den Oberlehrer zu geben. Bei Putzmeister kocht die schwäbische Hausfrau jetzt mit dem Wok süss sauer.
    Die amerikanische Gelassenheit gegenüber möglichen Inflationen des Dollars kann uns gegenüber China nur nützen.
    Allerdings wird ja selbst in China die Produktion zum großen Teil gerade ins Inland verlagert.....der Lohnkostenvorteile wegen.
    Sowas hatten wir auch schon mit Japan, Hongkong und auch Korea zu überstehen.
    Im einstigen Billiglohnland Japan haben die Bürger im Durchschnitt (!) ein Mehrfaches ihres Jahreseinkommens als Sparvermögen....teilweise auch in Staatsanleihen...so ist Japan hoch verschuldet, aber eben bei seinen eigenen Bürgern und insofern von der Finanzmafia weitgehend unabhängig.
    Ich sehe derzeit im sogenannten Euro die wirklich ernsthafte Gefahr für uns und unsere Nachkommen.
  10. #129

    Wer hat etwas anderes erwartet?

    Zitat von freidimensional Beitrag anzeigen
    ...
    Umso mehr sollte man dem ganzen Projekt Skepsis entgegenbringen, denn was ist das denn für ein verrottetes System, das so idiotisch konstruiert ist, dass ein 10-Mio-Volk von Griechen den ca. 200 Mio Partnern jahrelang auf der Nase herumtanzen kann?
    Ich nicht. Der Euro ist ein Geschenk für Europa. Der Euro bringt die Europäer noch enger zusammen. Der Euro wird mindestens genau so stark wie die Mark. Der Euro ist sicher. Der Euro bringt den Frieden. Der Euro bringt Deutschland unermeßliche Vorteile - die schnelle Euro-Erzwingung ist ein Kind des weitsichtigen Geistes-Heroen und Superstaatsmannes Helmut Kohl. Wundert sich da noch jemand, wie das ausgehen wird?