Notfallprogramm: Nichts wie raus aus der Trainee-Falle!

Liebevoll gepäppelt oder eiskalt ausgenutzt: Vielen Trainee-Stellen sieht man vorher nicht an, ob sie seriös sind. Wer in die Falle tappt, muss schnell entscheiden, welche Konsequenzen er zieht: Kündigen? Abmahnen?*Die Verunsicherung ist groß. Einige Regeln helfen bei der Schadensbegrenzung.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...792345,00.html
  1. #1

    Völlig an der Realität vorbei....

    Abmahnen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei einem zeitlich befristeten Trainee-Programm einen positiven Effekt hat. Vielmehr wird durch eine förmliche Beschwerde doch die weitere Zusammenarbeit nachhaltig gestört.

    Aus meiner Sicht gibt es hier nur zwei "echte" Möglichkeiten.
    1. Das persönliche Gespräch mit der Personalabteilung.
    2. Wenn es nicht hilft: Entscheidung, ob bleiben oder kündigen.
    Eigentlich ganz einfach oder?

    Deshalb, liebes Karriere-Team, lieber mal über die echte Arbeitswelt nachdenken, anstatt hier irgendwelche formaljuristischem Artikel zu schreiben.
  2. #2

    Vor Allem erst mal keine Panik schieben...

    Man sollte jungen Menschen nicht noch mehr Panik machen, was der Artikel zugegeben nicht tut. Allerdings räumt er auch nicht die größte Lüge aus dem Weg, die viele gerade junge Bewerber glauben: Dass ein Lebenslauf keine Lücken aufweisen darf und immer schön in gerader Linie auf die nächste Stelle zulaufen soll.
    1. Auch Trainee-Progamme haben eine Probezeit. Wenn ich feststelle, dass es mir nicht gefällt, kann ich jederzeit gehen. (Schreibe ich in der Probezeit gleich eine Abmahnung, könnte ich jederzeit gegangen werden. In den meisten Fällen hilft ein Gespräch mit Vorgesetzten und Personalern schon weiter.)

    2. Das Abbrechen eines Trainee-Programms, das einem keinen Spaß macht, einem nichts bringt, außer miserabler Bezahlung, ist KEINE Katastrophe. Mal abgesehen, dass die Suche von Neuem beginnt und man für eine Übergangszeit finaziell den Gürtel enger schnallen muss - für die zukünftige Karriere ist es eben kein Fallstrick, auch wenn man das schon in der Schule eingetrichtert bekommt. Vielleicht haben viele junge Leute Schiss, für ein-zwei Monate sparsamer leben zu müssen und nicht zu wissen, wie schnell sich wieder was findet und kündigen deshalb eine Ausnutz-Stelle nicht. Der böse, böse Knacks im Lebenslauf wird dann gern mal als Grund genannt.

    3. Wieso soll es einem jungen Menschen zum Nachteil werden, wenn er Mut und Selbstsicherheit beweißt, eigene Entscheidungen bewusst trifft und in seinem Lebenslauf durch für sich falsche Entscheidungen gelernt und Erfahrungen gesammelt hat??? Eben! Gar nicht. Im Gegenteil: Personaler entscheiden sich heute häufiger für nicht ganz so glatte Lebensläufe.

    Lasst Euch nicht so verunsichern! Geht Euren Weg und wenn da ein blödes Trainee-Progamm nicht reinpasst, lasst es eben wieder sein.
    Junge Menschen sollten vielmehr ermtutigt werden, dass es ok ist, auch mal auf die Schnauze zu fallen, wenn sie dadurch lernen, richtig zu gehen.


    Kisses,
    Veri
  3. #3

    Kündigen?

    Das kann man vielleicht dann tun, wenn einem die Arbeitgeber hinterher laufen - dann erübrigt sich aber auch die Frage, wie man ein abgebrochenes Trainee-Programm im Lebenslauf am besten verpackt.

    Die Realität sieht anders aus: Wer aufmuckt, hat 10 andere hinter sich stehen, die den Job, sei er noch so schlecht bezahlt, mit Kusshand nehmen, und zwar ohne auch noch Forderungen zu stellen.

    Den Arbeitgeber abmahnen, das ist eines der vielen ach-so-tollen Rechte, die ein Arbeitnehmer theoretisch haben mag - wenn die Arbeitgeberlobby sich nicht Im Gegenzug eine Vielzahl an Rechte erkauft hätte, die es ihnen erlaubt, unliebsame Arbeitnehmer aus den lächerlichsten Gründen zu entlassen.

    Letztlich sei gesagt, dass man als Arbeitnehmer nur dann kündigen kann, wenn man entweder genügend Rücklagen hat, oder einen neuen Job. Ansonsten ist und bleibt es eines Kündigung, die zur Folge hat, dass man einige Monate kein Arbeitslosengeld erhält. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass für ausgenutzte Trainees andere Regeln gelten als für ausgenutzte Verkäufer/innen, Bauarbeiter und Kellner/innen.

    Es wäre schön, wenn die Karriereberatung hier sich doch etwas mehr an der Realität orientieren würde. Die meisten Leser hier sind nun einmal nicht in der Chefetage vom Spiegel oder bei SpiegelOnline beschäftigt, sondern üben ganz normale Berufe aus, die einem ein Vorgehen wie hier im Artikel beschrieben, einfach nicht erlauben.
  4. #4

    ***

    Trainee= Praktikant
    Apprentice= Lehrling (apprenticeship= Lehre)

    Quote: "Im Englischen meint der Begriff etwa das, was in Deutschland ein Auszubildender ist - aber auch nicht immer."
  5. #5

    Vorher erkundigen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Liebevoll gepäppelt oder eiskalt ausgenutzt: Vielen Trainee-Stellen sieht man vorher nicht an, ob sie seriös sind. Wer in die Falle tappt, muss schnell entscheiden, welche Konsequenzen er zieht: Kündigen? Abmahnen?*Die Verunsicherung ist groß. Einige Regeln helfen bei der Schadensbegrenzung.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...792345,00.html
    Diese Tipps sind gut gemein - aber schlecht gemacht.
    Wenn man eine Arbeitsstelle kündigt, fragt nicht nur der zukünftige Arbeitgeber, wie es dazu gekommen ist, sondern auch das Arbeitsamt. Man kann evtl. mit Leistungskürzung rechnen. Wenn man aber nur Anspruch auf ALG II hat (z. B. nach dem Studium), fragt die dementsprechende Stelle ebenfalls nach und kürzt Leistungen. Ergo braucht man dickes finanzielles Polster und/oder einen bereits unterschriebenen Vertrag bei einem anderen Unternehmen.

    Wirklich traurig an der Sache ist, dass der Begriff "Trainee" nicht geschützt ist und man so Praktikumsplätze anbieten kann, die einfach nur einen schöneren Namen haben.

    Ein großer Lebensmittelhersteller aus Solingen und Bonn bietet jährlich auch einige Trainee-Stellen an. Natürlich erhält man branchenüblich nur einen befristeten Vertrag und muss sich gegen ca. 11 Mitbewerber auf 2 Stellen durchsetzen. Durch die enorme Spezialisierung, die man während der Trainee-Phase erwirbt, findet man nach 2 Jahren kaum einen anderen Job. Demzufolge ist das Hauen und Stechen um die 2 Stellen groß.

    Ein Tipp für zukünftige Trainees: Recherche. Man sollte vorher wissen, auf was man sich einlässt.
  6. #6

    Persönlichkeitsstärke??

    "Wenn bei späteren Bewerbungen die Sprache auf dieses Thema kommt, sollte man eine Erfolgsstory daraus machen. Indem man erklärt, wie das Programm ablief und betont, dass es die beste Entscheidung war, die Notbremse zu ziehen, zeigt man Persönlichkeitsstärke und dass man nicht alles mit sich machen lässt..."

    Zeigen Sie mir mal die Jobs, bei denen "Persönlichkeitsstärke" bei Nachwuchskräften gefragt ist. Wieder so ein aus dem Elfenbeinturm verfasster Artikel, der mt dem wirklichen Leben wenig zu tun hat.
  7. #7

    Falsch

    Zitat von Elizabeth_Tudor Beitrag anzeigen
    Trainee= Praktikant
    Apprentice= Lehrling (apprenticeship= Lehre)
    Falsch.

    Es gibt im Englischen kein Wort für Azubi, denn die duale Ausbildung, wie es sie in Deutschland gibt, gibt es im englishsprachigen Raum praktisch nicht.
    In England z.B. würde ein junger Mensch nach der Schule/Uni entweder ein Internship machen (Intern = Praktikant) oder ein Traineeship (= Ausbildung) beginnen. "Ausbildung" ist hier rein wörtlich zunehmen (ein Trainee ist schlichtweg ein sich in Ausbildung befindender Mensch) und hat nichts mit dem zu tun, was wir Deutschen unter Berufsausbildung verstehen.

    Das Wort apprenticeship gibt es im Englischen zwar, wird aber - wenn überhaupt - nur im British English verwendet. Außerdem ist es wohl eher ein Versuch mancher Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch-Wörterbücher auf Teufel komm raus ein Wort für die deutsche Berufsausbildung zu finden. Meine Kollegen aus Australien z.B. haben keine Ahnung, was ein "apprentice" sein soll.
    Ich arbeite in Deutschland in einem internationalen Unternehmen (Hauptsitz in London, England). Bei den englischsprachigen Kollegen sind die Trainees diejenigen, die vom Studium kommen und die Azubis sind die "younger Trainees" oder "other Trainees".

    Im amerikanischen gibt es außerdem noch das "Vocational Training" (Vocational School = Berufschule), wobei hier eher eine Ausbildung wie z.B. auf einer Kosmetik-Schule oder Mode-Akademie verstanden wird.

    Gemeinsam haben alle Begriffe = Sie bedeuten ein Mensch in AUSBILDUNG im wahrsten Wortsinne und eben nicht AZUBI (wie wir Deutsche es verstehen).


    Kisses
    Veri