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Notenbank: Warum die EZB schon jetzt die Zinsen senkt

Gerade drei Tage ist Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank im Amt*- schon senkt sie die wichtigsten Zinssatz des Kontinents. Damit hatte niemand gerechnet. Und das*schürt Ängste: Riskiert die EZB mit dem Italiener mehr Inflation?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...795739,00.html
  1. #40

    x

    Nun mal eine Frage, damit auch ich das verstehe:

    Wenn Griechenland einen Schuldenschnitt bekommt und insgesamt 100 Mrd. Euro abgeschrieben werden, erhöht sich die Geldmenge im Umlauf, da die Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden müssen. Das führt doch dann ebenfalls zur Inflation? Oder unterliege ich da einem Denkfehler? Die Senkung des Leitzinses wäre dann ja problematischer zu sehen, wie sonst?

    Danke, für die Antworten.
  2. #41

    $%#

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und nichts ist für die EZB wichtiger als stabile Preise. Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet hat einen Anstieg der Verbraucherpreise stets mit eiserner Faust bekämpft.
    Ach, das hat die EZB dann aber eher heimlich gemacht, die letzte Zeit. Oder meint SPON 'stabile Preise auf hoeherem Niveau als die Preise vorher waren'
    Weil : Die eiserne Faust war ja auch mehr ein Samthandschuh.
    Nur die Bankengeschaefte nicht beeintraechtigen!
    Ich weiss, alles nur gefuehlt.
  3. #42

    Und was macht die mächtigste Frau der Welt??

    Die EZB wird nun wohl entgültig zu einer Interessenvertretung der Süd-, Nehmerländer.
    Draghi wird nun wohl die Italienische Konkunktur anheizen und Staatsanleihen kaufen, was das Zeug hält.
    Allein 2012 sind für ca. 259 Mia. € Italienische Staatsanleihen fällig.
    Was macht aber Merkel, die doch sooo viel Macht haben soll?

    Nichts, denn die EZB ist ja selbständig und unabhängig!! (Kleiner Scherz).
    Merkel kann nur abnicken und die Bürger zahlen lassen und dann wieder mit Eimerchen und Schäufelchen im Sandkasten spielen. Vielleicht nimmt sie auch Schäuble mit.

    Denn zu sagen hat sie de facto nichts, will sie vielleicht auch gar nicht, weil sie absolut nicht versteht (verstehen will), was da abgeht.
  4. #43

    Wir haben stabile Preise!

    Zitat von Altesocke Beitrag anzeigen
    Ach, das hat die EZB dann aber eher heimlich gemacht, die letzte Zeit. Oder meint SPON 'stabile Preise auf hoeherem Niveau als die Preise vorher waren'
    Weil : Die eiserne Faust war ja auch mehr ein Samthandschuh.
    Nur die Bankengeschaefte nicht beeintraechtigen!
    Ich weiss, alles nur gefuehlt.
    Schaut man sich die Kosten für die Einzelpositionen des Warenkorbes an, erkennt man, dass es keine allgemeine Geldentwertung gibt, sondern nur einen drastischen Anstieg der Energiekosten, der sich stark im Portemonnaie auswirkt und teilweise auch in höheren Preisen für Produkte mit sehr hohem Energie-/Transportkostenanteil. Eine derart sachlich begründete Preissteigerung ist keine Inflation.

    Trotzdem ist die Zinssenkung kritisch zu sehen: Wer Wertpapiere an die EZB weitergibt, um sich zu refinanzieren, behält trotzdem den Anspruch auf die hieraus rührenden Zinsen. Wenn ich also eine Siemens-Unternhemensanleihe, die zu 4,5% verzinst, hingebebe, behalte ich einen Zinsspread von jetzt vorgestern 3, heute 3,25% als Gewinn für mich. Wofür eigentlich? Es drängt sich der Verdacht auf, dass so durch die EZB die Stärkung des Eigenkapitals der Banken aufgbaut werden soll - aus völlig leistungslosen Gewinnen.

    Der Zug, mit sinkenden EZB-Zinsen die Bereitschaft der privaten Banken zur Kreditgewährung an die Unternehmen anzukurbeln, ist schon lange abgefahren. Das Geld, das sich die Banken von der EZB besorgen, wird hierzu nicht genommen - oder nur zum kleinen Teil.
  5. #44

    @avollmer

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Unter den Regierungen Brandt und Schmidt gab es in Deutschland zwischen 8% und 10% Inflation im Jahr, brach damals Panik aus oder bibberten die Menschen vor Angst? Nein!
    Diese Zeit höherer Inflation betrug nur etwa von 1971-76 und 1979-82.
    Über einige Jahre war es besonders durch die Ölpreise induziert.

    Die Bundesrepublik ging in diese Phase mit fast ausgeglichenem Bundeshaushalt, geringer Staatsschuld und Vollbeschäftigung (echter!). Am Ende gab es Massenarbeitslosigkeit.
    Und nun wollen wir das perpetuieren, 5 Jahre höhere Inflation sind doch langweilig, lass es uns ein paar Dekaden machen, so wie es einige Länder gewohnt sind!
    - Wenn Sie das so locker finden (Muss man ja nur die Löhne entsprechend anpassen, damit es schön sozial aussieht, was?):
    Genau das ist die geniale Methode einiger unserer heutigen Europartnerländer gewesen. Wegen schon erhöhter Inflation müssen die Löhne noch stärker steigen und am Ende bleibt man nur wettbewerbsfähig, weil man abwertet (Teufelskreis, weil sich dann die Importe nochmal verteueren >> weiter Inflationsantrieb).

    Nun sind diese Länder nicht mehr wettbewerbsfähig und überschuldet.
    Ihre Zukunfstvision, @avollmer.

    Nein, die Rentner haben nur geringe Erhöhungen ihrer Renten. Und die, die zusätzlich auf Spargroschen angewiesen sind, VERLIEREN dauernd!!
    Auch (wie schon jemand hier sagte) werden die anderen Altersvorsorgen bei solch einer Politik überproportional teurer.
    Haus-, Wohnungs- und Grundbesitzerwerb wird überproportional teurer, weil alle reinflüchten (plus, Bauwesen, etc. inflationieren auch).

    Ich sehe in so einer Politik auf ALLEN Seiten nur Negatives für "uns" "einfache Leute".
  6. #45

    Es ist wie in den USA

    Die "Notenbank" EZB ist genauso Teil der Finanzindustrie, wie in den USA. Der Präsident kommt auch von Goldman Sachs. Dieselbe Zinspolitik, die schon die US-Wirtschaft zerstört hat, zerstört nun die EU-Wirtschaft.
    Unternehmen investieren, wenn sie Aufträge haben und die Kapazität ausweiten müssen. Aufträge hat die Industrie aber nur, wenn wirtschaftlicher Optimismus herrscht. Und der wird gerade durch die Bankenkrise verhindert.

    Die Bankenkrise ihrerseits ist Ausfluß zu vielen Geldes auf dem Märkten. Dieses Geld sucht verzeifelt nach Anlagemöglichkeiten. Die Industrie hält sich aber pessimistisch zurück.
    Da beißt sich die Katze in den Schwanz und die Ursache wird offenbar: Zuviel Liquidität durch zu niedrigen Leitzins. Ausufernde Staatsverschuldung. Der Markt wendet sich von der Realgüterproduktion ab und investiert in Finanzprodukte.

    Die Finanzprodukte sind jedoch hochriskant, Die Banken und Hedgefonds werden insolvent, wenn sie sich verzocken. Aber sie sind "too big to fail". Hier hilft nur "frisches" Geld aus der "Zentralbank". Der Kreislauf geht in die nächste Runde. Die Staaten retten die Banken werden in die Verschuldung getrieben.

    Die Gewinner des Spiels, die den tatsächlichen Wert des Geldes kennen, kaufen sich Schürfrechte und den sonstigen Zugriff auf Bodenschätze. Dem Steuerzahler bleibt es vorbehalten, die Zeche zu zahlen.
    "Zentralbanken" sind vom Staat unabhängige Banken. Sie sind "nur" von den großen Geschäftsbanken abhängig. Diese haben die Lizenz, Geld aus der Luft zu schöpfen, um dieses dem Staat zu leihen.
    Wir brauchen eine MONETATIVE, ein Organ des Staates und der Gewaltenteilung, das für den Staat das Geld schöpft. Aber noch unabhängiger als das Bundesverfassungsgericht. Und auf jeden Fall unabhängig von den internationalen Geschäftsbanken.
  7. #46

    ja, die Historie

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Unter den Regierungen Brandt und Schmidt gab es in Deutschland zwischen 8% und 10% Inflation im Jahr, brach damals Panik aus oder bibberten die Menschen vor Angst? Nein!
    Damals hatten wir Deutschen nicht die PIIGS Staaten am Hals
    und auch nicht die Pleite-DDR mit ihren b i s j e t z t 22-jährigen Folgekosten.
  8. #47

    Kalte Enteignung deutscher Rentner

    Die Zinssenkung der EZB stellt im Grunde nichts anderes dar als die kalte Enteignung deutscher Rentner, die jetzt auf ihrer Ersparnisse nur noch Minizinsen bekommen, während unsere Freunde vom Club-Med weiter in Saus und Braus leben können.

    Das Ganze funktioniert ja nur, weil die deutschen Rentner in der Vergangenheit gewaltig gespart haben und auf Konsum verzichtet haben.
  9. #48

    Verdächtig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gerade drei Tage ist Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank im Amt*- schon senkt sie die wichtigsten Zinssatz des Kontinents. Damit hatte niemand gerechnet. Und das*schürt Ängste: Riskiert die EZB mit dem Italiener mehr Inflation?

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...795739,00.html
    Wenn diese Meldung halbwegs stimmt, waren Geschäftsbanken in die Zinsentscheidung involviert. So viel zur Unabhängigkeit der EZB.
    Unsere Banken werden sich also noch preiswerter mit Kapital versorgen können, den Habenzins senken und den Sollzinssatz
    nicht verändern. So generiert man neuen Profit.
  10. #49

    ...

    Zitat von Kopfmensch Beitrag anzeigen
    Für Deutschland hat es neben den sich abzeichneten Kaufkraftverlust für kleine bis mittlere Einkommen
    Ich dachte eigentlich, wir hätten da Organisationen die dafür sorgen sollten, dass das miteinander Schritthält. Irgendwas mit G glaube ich...








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