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Norwegischer Attentäter: Breivik*offenbar*für unzurechnungsfähig erklärt
Es ist ein Schlag für die Angehörigen der Opfer: Anders Breivik war nicht zurechnungsfähig, als*er in Oslo und auf Utøya 77 Menschen*tötete. Zu diesem Ergebnis kommt laut einem Zeitungsbericht ein rechtspsychiatrisches Gutachten. Damit kann der 32-Jährige für seine Taten nicht strafrechtlich belangt werden.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...800607,00.html
- #150 29.11.2011 19:02 von
Möglich, dass er das auch ist... wer sagt denn, dass es wirklich eine Schmach für ihn ist, als Unzurechnungsfähig erklärt zu werden? Nur, weil er das schreibt...? Ihm wirds sicherlich bedeutend besser als im Knast gehen. Schließlich muss man sich ja um seine kranken Mitbürger kümmern. Er fühlt sich als "nicht schuldig" und das Gericht gibt ihm vermutlich nun auch Recht - er wird nicht verurteilt, er gilt nicht als Straftäter...
- #151 29.11.2011 20:21 von
Haben Sie Dank...
...für Ihre Antwort auf meinen Beitrag.
Ich denke, daß wir beide - auch in Bezug auf viele andere Kommentatoren - nicht übermäßig weit auseinander sind, was die jeweiligen Wertungen angeht. Ich kenne das/ die Gutachten nicht, die eine Unzurechnungsfähigkeit von Breivik annehmen. Ich denke, das Problem des (Nicht-)Verstehens resultiert daraus, daß das, was offenbar in den Gutachten als "wahnhaft" etc. bezeichnet wird, darum wahnhaft erscheint, weil wir selber es nicht nachvollziehen oder uns als Realität "zueignen" (= übernehmen) können.
Wie auch - ich habe 55 Jahre meines Lebens zwar mit inneren und auch äußeren Konflikten gegenüber vielen gesellschaftlichen Prozessen verbracht, hatte jedoch keine Anwandlungen, das alles mit Bomben, Waffen, Vernichtung anderer o. ä. zu quittieren.
Breiviks Sichtweise/ Struktur ist mir fremd, deshalb verstehe ich es nicht. Es mag angehen, daß er so reagiert, wie jemand, der "tatsächlich" glaubt, seine Suppe sei vergiftet, weshalb er sie nicht essen will. Glaubte ich dasselbe, täte ich es auch nicht. Natürlich nicht. Aber es gibt in der heutigen hochinformierten Welt derartig viele Möglichkeiten, das eigene Wissen/ den eigenen Glauben zu überprüfen und zu reflektieren, daß ein solches Handeln nach reiflicher Überlegung nicht vetretbar sein dürfte - sogar nach eigenen subjektiven Maßstäben. Ich denke da an den Kategorischen Imperativ.
Aber ganz ehrlich ?
"Der Mensch ist ein schwindlig' Geschöpf." (Shakespeare) oder
"Die Wirklichkeit reicht soweit, wie der Geist begreift." (Goethe).
Ich weiß es letztlich auch nicht.
Und das könnte/ dürfte angesichts derartiger Taten "des Menschen" Problem sein. - #152 29.11.2011 21:11 von
Freispruch für die Demagogen.
Ob es ein Schlag ins Gesicht für die Opferfamilien ist, haben diese selbst zu entscheiden.
Jedoch ist dies für die Gesellschaft definitiv ein Schlag ins Gesicht. Nicht wegen irgendwelcher Rachefantasien, sondern weil die Demagogen, deren Hetze sich Breivik zu einem Ausländer-, Linken-, und vor allem Moslem-feindlichen Weltbild zusammengebastelt hat, somit freigesprochen wurden.
Die Damen und Herren die sich ihr täglich Brot durch das schüren des Hasses gegen diese Gruppen verdienen waren ja auch sehr schnell dabei ihre Mitschuld zu leugnen, manchmal noch bevor sie den Opfern ihr Beileid ausgesprochen hatten.
"Plausible deniability" heisst da die Devise. Man hat ja nicht zum Massenmord aufgerufen.
Nein, der Herr Wilders hat ja nur mit einem hämischen Grinsen gemeint, dass er einen Rassenkrieg zwar nur ungern sehen würde... aber naja, wenn schon, denn schon, oder?
Oder die Frau Malkin aus Amerika, die behauptet, dass es ja nicht so schlimm war, dass man dort damals im 2. Weltkrieg Bürger japanischer Herkunft in Gefangenenlager gesteckt hatte. Und da man sich heutzutage ja im Krieg gegen den Islam befindet... naja, soweit will sie ja nicht gehen, es auszusprechen. Da muss ein Grinsen und ein Zwinkern reichen. Wer es kapiert, kapiert es, und wer es verwerflich findet muss erstmal beweisen, dass es überhaupt so gemeint war.
Auch der Herr "fjordman," wie er sich im Internet nennt, hat es ja nicht so gemeint. Zwar Ausländer und Moslems wie bösartige, endlose, braunhäutige Horden geschildert, wie es selbst J.R.R. Tolkien damals nicht konnte, ein Schelm aber, wer sich bezüglich der Konsequenzen böses denkt.
Und und und.
Ja, alle waren sie in Breiviks nahezu epischem Manifest zitiert, und keiner hatte Schuld. Jetzt dürften bei ihnen die Korken knallen und der Schampus in Strömen fliessen, denn mit ihrem übereifrigen Lehrling zusammen kommt auch jeglicher Verdacht, dass das Gedankengut welches sie tagein tagaus verbreiten ihn beeinflusst haben könnte, mit in die Klappsmühle.
Und wenn sie morgen den Alkohol- und Siegesrausch abgeschlafen haben wird tüchtig weitergehetzt. Denn sie wurden freigesprochen. - #153 29.11.2011 21:20 von
Das kann man nicht fassen!
Anders Breivik wurde als unzurechnungsfähig erklärt - und Hitler bekommt demnächst nachträglich das Bundesverdienstkreuz, oder was?!
Was für eine gestörte, kranke Welt in der wir leben! Jemand wie Anders Breivik gehört weggesperrt, und zwar für immer! So ein Monster hat ein normales Leben oder "verhätscheltes" Leben in der Psychatrie doch gar nicht verdient.
Den Psychater, der das festgestellt hat, können sie gerne mit einsperren. - #154 29.11.2011 21:45 von
...
Nur mal am Rande: Der korrekte Begriff lautet ZurechnungsUNfähigkeit, nicht UNzurechnungsfähigkeit. Jemand ist der Zurechnung fähig oder eben unfähig, nicht aber der Unzurechnung fähig.
- #155 29.11.2011 22:15 von
geisteskrank != unzurechnungsfähig
Psychisch krank (angenommen, Sie meinen auch gestört) heißt nicht unzurechnungsfähig. Auch das ist eine wacklige Geschichte - Soziopathen können zB kein Gewissen empfinden, werden aber nicht als unzurechnungsfähig eingestuft.
Unter anderem das Milgram-Experiment hat gezeigt, warum viele sonst völlig normale Menschen mit intaktem Gewissen zu Gräueltaten fähig sind. In diese Kategorie fallen bestimmt viele NS-Schergen, vielleicht die meisten. Die Konstellation war aber bei Breivik anders.Ob die NS-Schergen psychisch krank waren (Psychopathen usw.)? Der eine oder andere bestimmt.
Ich glaube kaum, dass irgendwas an Breivik offenbar ist - nur speziell ausgebildete Psychologen, die sich mit ihm direkt beschäftigen, können annähernd zuverlässig beurteilen, ob er freiwillig oder aus Zwang gehandelt hat (und darum geht's ja hier).
Meinen Sie PTBS? Gut möglich. Haben auch heute noch viele aus dem 2. WK.Nach meiner Theorie kamen viele aus dieser Generation psychisch gestört aus dem 1.WK zurück. - #156 29.11.2011 22:34 von
...
Ihr Optimismus, was den möglichen Behandlungserfolg einer Psychose angeht, ist leider nicht angebracht. Man weiß herzlich wenig darüber, was die verordneten Neuroleptika im Hirn auslösen, noch weiß man auch nur annähernd exakt (wie etwa, wann morgen der Mond aufgeht), welche Ungleichgewichte im Stoffwechsel psychotische Störungen und vor allem welche auslösen. Mein engster Freund ist an einer schweren Psychose erkrankt, seit Jahren geht es bergab. Er drückte sich in Bezug auf die im Laufe der Zeit zahlreich versuchten Medikamente so aus: Die Wirkung komme ihm vor, als würde jemand mit einer Gabel in einem Mikrochip herumstochern. Das ist nicht gerade, was man sich unter einer guten Behandelbarkeit vorstellt. Die ganze diesbezügiche Forschung ist in etwa so weit wie die Strahlentherapie Anfang des Jahrhunderts - man knallt die volle Ladung auf den Tumor, der ist dann erstmal weg, dafür gibts später oder gleich einen anderen. Die Prognose der behandelnden Ärzte beinhaltete darüberhinaus auch die ziemlich ernüchternde Aussage, daß statistisch gesehen ungefähr jeweils ein Drittel der Patienten im weiteren Leben keine erneute akute Psychose entwickeln, ein Drittel damit wieder konfrontiert werden wird und, nun ja, sich bei einem Drittel leider der Zustand derart verschlechtert, daß ich die Konsequenz hier nur ungern angeben möchte. Was nun Breivik angeht gebe ich zu bedenken, daß selbst wenn er therapierbar / seine psychische Erkrankung behandelbar ist, er mglw. früher oder später auf die Tragweite seiner Handlungen kommen wird. Hm, ich kann mit nur schwer vorstellen, daß diese jemand verarbeiten kann. Zur Tragik der Psychose gehört nämlich leider auch, daß die Patienten nach den akuten Schüben sehr wohl in der Lage sein können, ihre Handlungen zu begreifen.
- #157 30.11.2011 04:12 von
Norwegischer Attentäter: Breivik*offenbar*für unzurechnungsfähig erklärt
Ist doch logisch, bei seiner Festnahme, redete er davon, auch im TV übertraung zu sehen und zu höhren, dass er Freimaurer sei,
bzw von denen beeinflußt wurde.
"Mindcontroll durch Haarp" klar das "sie" ihn mundtod machen wollen. - #158 30.11.2011 10:31 von
...
Genauso ist es. Das war schon kurz nach der Tat so. Breivik wurde sofort in die Ecke des verrückten Einzeltäters abgeschoben. Ein pathologischer Fall also, die Brandstifter können sich beruhigt zurücklehnen. Und nach einer kurzen Pause weitermachen, denn wir stehen am Abgrund, Europa wird vom Islam überrollt, die Apokalypse steht vor der Tür usw. usw.
Bei Linksextremisten und bei Hardcore-Islamisten wurde und wird die Rolle der Propaganda, auch wenn keine expliziten Mordaufrufe stattfinden, zu Recht so eingestuft, wie sie nun einmal ist: Mit ihr wird ein Fundament geschaffen, das Gewalttaten relativiert und dadurch begünstigt.
Bei den Rechtsauslegern sind dagegen die Gewalttäter allzu oft scheinbar wie vom Himmel gefallen, als ideologische "tabula rasa" zu Totschlägern und Mördern geworden. Breivik mag tatsächlich eine Art "Ein-Mann-Terrorzelle" gewesen sein, doch was da in seinem Kopf und in seinem Manifest herumspukt, hat er ja nicht erfunden - es wurde über Jahre hinweg z.B. im Netz gesammelt.
Da kann man wirklich mal den Volksmund zitieren: "Von nichts kommt nichts". Breivik hat ja nicht geglaubt, er sei vom Planeten Gorgon ZX-37 und in Wirklichkeit ein Alien. Er sah sich als Vollstrecker eines Kampfes gegen den Islam und gegen die "Gutmenschen". Ein Kampf, der nicht nur sein Kampf war und der seit Jahren mit permanenten Untergangsvisionen herbeibeschworen wird. Bis einer geschossen hat. Als Einzeltäter natürlich (und "verrückt" ist er auch). - #159 30.11.2011 12:44 von
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Das Leben in einem Psychoknast ist keinesfalls "Normal". Es kann sogar härter sein als in einem "Normalknast". Habe einen Bekannten, der seit mehr als 20 Jahren als Psychologe in der Forensik arbeitet. Ich glaube, daß ein psychisch gesunder Krimineller im Psychoknast mehr leiden würde, als im Normalvollzug.
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