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Nordirische Politiker unter Terrorverdacht: Der lange Schatten des Bürgerkriegs

AFPWar Sinn-Fein-Chef Gerry Adams einst IRA-Kommandeur, befahl er gar Morde? Das wird auf vertraulichen Tonbändern behauptet, über deren Freigabe ein erbitterter Streit entbrannt ist. Die Bänder könnten auch andere Top-Politiker unter Terror- und Mordverdacht bringen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...844041,00.html
  1. #1

    IRA-Kommandeure

    Sowohl Adams, wie auch McGuinness waren führende IRA-Mitglieder. Dies ist und war jedem klar, der sich eingehend mit der Materie befasst (hat).

    Das hat selbst der Spiegel schon vor Jahrzehnten geschrieben:

    Zu Adams: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41955188.html

    Zu McGuinness: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42944735.html und http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42650897.html

    Bei McGuinness gibt es sogar eine Filmaufnahme, aus der deutlich hervorgeht, dass er ein IRA-Führer war (ab Minute 4:30): http://www.youtube.com/watch?v=ZG6cNaM1a5U&feature=autoplay&list=PLD867F2 C26AA1E33F&playnext=3

    Beide waren außerdem am am 7. Juli 1972 als IRA-Führer an Geheimgesprächen mit der Regierung beteiligt (Adams wurde dafür sogar extra aus dem Internierungslager entlassen): http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/2601875.stm
  2. #2

    Kompetenz?

    Nordirland ist nicht Teil von Grossbritannien, aber Teil des Vereinigten Königreichs. Weshalb also steht neben dem Artikel das "Länderlexikon Grossbritannien"? Diese Unterschiede sollte man als Journalist(in) schon kennen, bevor man zum Thema "Nordirland" einen Artikel schreibt.
  3. #3

    Britische Regierung fehlt als wichtige Konfliktpartei

    Wer den Nordirlandkonflikt aufarbeiten will, muss eine Form finden, in der Aktionen aller beteiligten Konfliktparteien auf den Tisch kommt. Von Menschenrechtsorganisationen in Nordirland wurde in der Vergangenheit die Option einer Wahrheitskommission wie in Südafrika oder angelehnte Formate diskutiert. Bevor ein solcher gemeinsamer Weg existiert, dienen diese angeblichen Informationen über Gerry Adams oder andere führenden Architekten des nordirischen Friedensprozesses wohl eher politisch interessierten Kreisen.

    Eine wichtige Konfliktpartei fehlt übrigens in ihrem Bericht. Das ist die britische Regierung und ihre Sicherheitskräfte, Militär, nordirische Polizei und Geheimdienste. Viele Morde harren der Aufklärung, deren Spuren in Richtung 10 Downing Street führt. Genannt sei hier als Beispiel der Mord an dem Menschenrechtsanwalt Pat Finucane. Am 12. Februar 1989 wurde er in seiner Belfaster Wohnung vor den Augen seiner Familie erschossen. Die britische Regierung kämpfte lange gegen eine öffentliche Untersuchung des Mordes. Da inzwischen alle an der Ermordung des Rechtsanwalts Beteiligten als Mitarbeiter britischer Dienste entlarvt sind, war diese Position nicht mehr zu halten. Die britische Regierung änderte daraufhin in einer "Lex Finucane" die Bedingungen für öffentliche Untersuchungen. Die Regierung hat seither das Recht, Informationen aus nationalem Interesse zurückzuhalten. (Siehe Info Nordirland, Schwerpunkt "Collusion": http://www.info-nordirland.de/key_collusion_d.htm )

    Ein weiterer Fall ist das Massaker an elf unbewaffneten Zivilisten in Ballymurphy im August 1971. Dieselbe Sondereinheit des britischen Militärs, 1 Para, die nur wenige Monate später an Bloody Sunday 14 Menschen ermordete, tötete im West Belfaster Stadtteil Ballymurphy in drei Tagen elf Menschen, darunter ein Mutter von acht Kindern, einen englischen Sozialarbeiter und einen Priester.

    Unterstützung erhalten die Familien in ihrer Kampagne um Aufklärung von den Familien der Bloody Sunday Opfer. John Kelly, einer der Repräsentanten der Bloody Sunday Opfer erklärte auf einer Veranstaltung im August 2010:
    "Das Ballymurphy Massaker ereignete sich sechs Monate vor Bloody Sunday. Alle diese Morde, die die britische Armee um diese Zeit verübte, trugen dazu bei, den Maßstab zu setzen, dass britische Soldaten immun vor Verfolgung waren und wussten, dass sie für Mord nicht zur Rechenschaft gezogen werden würden und konnten. Wir wissen, dass die britischen Staatsorgane, von der Regierung bis zur Staatsanwaltschaft, mitgeholfen haben, diese Kultur der Straflosigkeit zu fördern und zu ermutigen." (Siehe: http://www.info-nordirland.de/news/2010/new2010_112_d.htm )
  4. #4

    Die Ablenkung

    Zitat von Uschi Grandel Beitrag anzeigen
    Wer den Nordirlandkonflikt aufarbeiten will, muss eine Form finden, in der Aktionen aller beteiligten Konfliktparteien auf den Tisch kommt. Von Menschenrechtsorganisationen in Nordirland wurde in der Vergangenheit die Option einer Wahrheitskommission wie in Südafrika oder angelehnte Formate diskutiert. Bevor ein solcher gemeinsamer Weg existiert, dienen diese angeblichen Informationen über Gerry Adams oder andere führenden Architekten des nordirischen Friedensprozesses wohl eher politisch interessierten Kreisen. ....
    Hinzu kommen die periodisch in deutschen Medien verbreiteten Meldungen über Konflikte zwischen "Katholiken" und "Protestanten" in Irland.
    Damit wird gegenüber der Besatzungsmacht Vereinigtes Königreich Toleranz geübt und von den eigentlichen Problemen abgelenkt.


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