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Nocebo-Effekt: "Wir schläfern Sie ein, gleich ist es vorbei"

CorbisNocebo ist das Gegenteil von Placebo - unbedachte Äußerungen von Ärzten können krank machen. Das gleiche gilt für eine allzu ausführliche Aufklärung über Behandlungsrisiken. Nun diskutieren Mediziner: Soll es für Patienten ein Recht auf Nicht-Wissen geben?

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...847838,00.html
  1. #1

    optional

    Ärzte, Apotheker und andere Berufsgruppen, die mit Patienten zu haben, sollten einem wirklich nicht sagen, was alles passieren kann. Da macht man sich nur unnötige Sorgen und im schlimmsten Fall treten die erwähnten Symptome auch noch auf. Ich bin immer heilfroh, wenn ich von diesen Informationen verschont werde!
  2. #2

    Ich wußte es!

    Der Nocebo Effekt ist doch die schlechteste Wortneuschöpfung des 20. Jahrhunderts!

    Machen wir uns nichts vor, die Menschen sind beeinflussbare Jammerlappen, aber der Rückschluss, dass ein Arzt entscheidende Informationen deswegen nicht geben darf ist vor allem dumm und danach noch gefährlich. Nach der selben Logik sollte man auch in den Nachrichten nur lügen....
  3. #3

    Endlich mal ein Artikel

    der in die richtige Richtung geht. Weiter so :-)
  4. #4

    optional

    Jeder Arzt, der einen Patienten nicht komplett über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklärt, steht mit einem Bein im Gefängnis. Es macht keinen Spaß, Patienten zu erzählen, dass es ein theoretisches Risiko gibt, an einer geplanten Prozedur zu versterben. Bedanken können sich die verunsicherten Patienten bei der deutschen Justiz.
  5. #5

    ............

    der Skandal der in dem Bericht liegt ist ungeheuerlich. Selbstverständlich muss ein Patient informiert werden.
  6. #6

    optional

    "In einem anderen Versuch verabreichten Ärzte Patienten mit koronarer Herzerkrankung 50 Milligramm des Betablockers Atenolol und klärten nur einen Teil der Teilnehmer darüber auf, dass eine der Nebenwirkungen sexuelle Funktionsstörungen sein könnte. "

    Es gäbe auch noch eine andere Möglichkeit: man verabreicht den Patienten einen rezeptor-spezifischen Betablocker, der die genannte und andere Nebenwirkungen nicht hat. Das würde aber wenige Cent am Tag mehr kosten. Dann ist es doch billiger, den Pateinten einfach nicht aufzuklären. Spart auch Zeit und der Verordner muss nicht befürchten, später zur Rechenschaft gezogen zu werden.
  7. #7

    Gut gegangen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nocebo ist das Gegenteil von Placebo - unbedachte Äußerungen von Ärzten können krank machen. Das gleiche gilt für eine allzu ausführliche Aufklärung über Behandlungsrisiken. Nun diskutieren Mediziner: Soll es für Patienten ein Recht auf Nicht-Wissen geben?

    Nocebo: Falsche Arzt-Sprüche können krank machen - SPIEGEL ONLINE
    Ich kann mich noch an eine "Not"-Operation erinnern, die auf einen eigentlich harmlosen Eingriff bei einem Leistenbruch folgte. Nur 24 Stunden nach der Bruchbehandlung war ich wieder draussen und alles ging 4 Tage gut. Am vierten Nachmittags bekam ich plötzlich starke Schmerzen im Unterleib und wurde schließlich mit Tatü ins Krankenhaus rück-eingeliefert. Ich konnte zu der Zeit weder stehen noch liegen noch sonst etwas. Ein Spritze half ein wenig und ich sollte gleich erneut auf den OP-Tisch. Kurz vor dem Eingriff "klärte" mich ein Arzt über mögliche Folgen dieser neuen OP auf: Mir wurden u.U. künstlicher Ausgang, Amputationen, zurückbleibende Schmerzen und einige weitere Folgen angekündigt. "Ob ich damit einverstanden wäre?" fragte der Arzt zum Schluß. Da liegt man schmerzerfüllt, hört die Androhungen und soll sich dann vielleicht gegen das Risiko OP entscheiden???
    Naja, es ging alles gut, nach zwei Wochen kam ich ziemlich heil aus dem Krankenhaus wieder raus...
  8. #8

    Hoffnungslos

    Ich ging als psychisch Beeinträchtigter (das Lachen über mich selber ist mir aber noch nicht vergangen) zu dem Hausarzt, den mir mein Psychiater auf Anfrage empfohlen hatte und brachte auch ein Info-Blatt über meine speziellen Empfindlichkeiten mit.
    So weit, so gut, dann kam das Blutbild - zuviel Cholesterin.
    Zitat des Arztes: "Und für die ganz hoffnungslosen Fälle habe ich hier noch ein Medikament, probieren Sie mal, ob Sie die Nebenwirkungen vertragen".

    Ich habe seither lieber konsequent auf alle tierischen Fette verzichtet. Vielleicht war das ja auch ein hochpsychologisch ausgeklügelter Effekt .
  9. #9

    optional

    einiges geht hier wohl durcheinander. Erst einmal geht es nicht darum, daß Patienten nicht "informiert" werden sollen, sondern darum, daß eine realistische Risikoprognose gestellt wird. Auch Aspirin kann Nebenfolgen haben, trotzdem schluckt das Zeug fast jeder, weil es eben eine überwätligend positive Reputation hat.


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