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Nocebo-Effekt: "Wir schläfern Sie ein, gleich ist es vorbei"

CorbisNocebo ist das Gegenteil von Placebo - unbedachte Äußerungen von Ärzten können krank machen. Das gleiche gilt für eine allzu ausführliche Aufklärung über Behandlungsrisiken. Nun diskutieren Mediziner: Soll es für Patienten ein Recht auf Nicht-Wissen geben?

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...847838,00.html
  1. #50

    Selbstheilungskräfte ausser Gefecht!

    Da kann Mensch mal sehen, von welch entscheidender Bedeutung es ist, dass unser Gedankenschatz bewahrt werden muss. Er allein entscheidet über Gesundheit oder das Gegenteil davon.
  2. #51

    Angewandte Psychologie

    Es gibt zwei verläßliche Methoden, dem Patienten sein Geld aus den Rippen zu schneiden, oder das der gesetzlichen KK. Man muß dem Patienten erst mal ordentlich Angst machen, man droht also, wobei die Wirksamkeit der beschädigten Gliedmaßen eine wesentliche Rolle spielt. Das Augenlicht etwa oder der Schwanz, während sich das Leben als solches altersabhängig einer differenzierten Wertschätzung erfreut. Wenn eine Fistel im Enddarm dazu führen kann, nie mehr ficken zu können, wird der Patient liebend gern auf Alkohol und Nikotin verzichten. Oder zum Säufer, je nach Motivation.

    Jetzt kommt nämlich nur der erste Schritt, nämlich die zahlreichen Untersuchungen, die der Arzt erst mal selbst vornimmt, dann aber zunehmend an Spezialisten und zuletzt an Krankenhäuser weitergibt, wobei die technisch perfekt ausgestatteten privaten natürlich gern bevorzugt werden. Man wird nur selten zu eindeutigen Ergebnissen kommen, und wenn, müssen auch diese noch überprüft werden, damit die Ungewißheit eindeutig feststeht. Das Verfahren nennt sich doppelblind, weil weder der Patient noch der Arzt den tieferen Sinn ergründen können.

    Natürlich wird jeder Arzt die Phase der Ergründung möglichst weit hinauszögern wollen, aber da er vor allem helfend heilen will, muß er das vor dem Ableben des Patienten machen. Jetzt fängt er an, von Hoffnung zu faseln, daß alles nicht so schlimm wäre, und man bei geeigneten Operations- und Nachbehandlungsmaßnahmen fast wieder so wäre wie früher. Die Risiken wären winzig, die Kosten gedeckelt, in kurzem würde man aus dem luxuriösen Schlafhotel entlassen. Daß allein die Narkose und die Schlaftabletten für zwei Wochen Krankheitsgefühl reichen, wird natürlich verschwiegen. Oder daß immer mit gewissen Komplikationen zu rechnen ist, etwa wenn nach zwanzig Jahren das Knie nicht mehr funktioniert, wei der Metzger etwa hart zugelangt hat bei der Entfernung der Schleimbeutel. Oder daß die Chemotherapie zwei Jahre dauert und bestenfalls für fünf Jahre Erlebenszeit konzipiert ist. Es soll nicht verschwiegen werden, daß es sinnvolle Eingriffe gibt, wie etwa die meist unnötige Blinddarmoperation, die kaum Schaden anrichtet.

    Installateure und Theologen wenden die beschriebenen Verfahren übrigens identisch gleich an. Andere auch, aber weil die Sysope mich sowieso auf dem Kieker hat, erwähne ich die nicht. Außer Mütter, die ihrem Kind mit dem schwarzen Mann drohen, wenn sie sich nicht die Zähne putzen, und ihnen eine Tafel Schokolade versprechen, wenn sie es tun. Frauen wenden übrigens beide Techniken gemeinsam an, während sich – männliche – Psychologen die Köpfe einschlagen, um zu ergründen, welche Methode die bessere und zwingend vorzuschreiben sei. Übrigens eine sehr zweckmäßige Vorgehensweise, zumindest aus Sicht der Gehirnchirurgie.
  3. #52

    Die praktischen Alltagsbeispiele fehlen noch.

    Die neuesten medizinischen Erkenntnisse waren vor 100 Jahren schon einmal weltbekannt durch den französischen Apotheker Émile Coué (1857-1926). Auch Ärzte haben damit praktiziert und geforscht und ihre interessanten Ergebnisse publiziert, so z.B. der bekannte Naturheilarzt Prof.Dr.Alfred Brauchle in Kliniken in Berlin, Dresden und im Schwarzwald.

    Im Gegensatz zu den ständigen Theoriediskutierern unserer Zeit hatte Coué kaum Zeit für Theorie. Schon in den Jahren um den 1.Weltkrieg kamen jährlich mehrere zehntausend Hilfesuchende aus aller Welt nach Nancy und aus den unentgeltlichen, öffentlichen Sitzungen Coués sind nur die interessantesten Erfolge berichtet.

    Nicht unklug wäre es, wenn man nicht nur immer wieder theoretische Studienergebnisse vorstellen würde sondern so ein lebenspraktisches Beispiel wie das Coués.

    Ich grüße freundlich.

    Franz Josef Neffe








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