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Nobelpreisträger Phelps: Mehr Kreativität, weg mit der Arbeitslosenversicherung!

Reformunwillen, rückwärtsgewandte Gewerkschaften, Arbeitslosenversicherung: Der US-Ökonom Edmund Phelps geht mit der deutschen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. In Mannheim erklärte der Wirtschaftsnobelpreisträger, was Europa braucht, um wettbewerbsfähig zu werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,513290,00.html
  1. #1

    Wenn Sie Dr. Marlboro fragen, wird der Ihnen auch sagen, dass Rauchen gesund ist. Weltwirtschaft wird man nicht begreifen, wenn man sich auf ein Erfolgs(?)-Modell festlegt.
  2. #2

    Phelps ist widerlegt!

    Dänemark beweist, dass Menschen genau dann ein glückliches Leben führen, wenn die Politik das exakte Gegenteil von Phelps Thesen verfolgt!

    Tom Berger
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Reformunwillen, rückwärtsgewandte Gewerkschaften, Arbeitslosenversicherung: Der US-Ökonom Edmund Phelps geht mit der deutschen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. In Mannheim erklärte der Wirtschaftsnobelpreisträger, was Europa braucht, um wettbewerbsfähig zu werden.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,513290,00.html
    Um zur Versachlichung beizutragen, muss bemerkt werden, dass der Nobel-Preis für Wirtschaftswissenschaften nicht vom Nobel-Komitee verliehen wird, sondern von der schwedischen Finanzwirtschaft vergeben wird. Friedman war ebenfalls Nobel-Preisträger. Seine Arbeiten werden mehr und mehr in Zweifel gezogen, bzw. werden - auch in den USA - widerlegt. Auch die Theorien von Phelps werden neuerdings als Markt radikal und als reine Ideologie entlarvt. Der Polemik des Interviews folgend, kann man den Gedanken weiter verfolgen, dass es am sinnvollsten wäre, in allen Produktionen, die für den Weltmarkt bestimmt sind, einen Stundenlohn von 5,00 € zu zahlen. Den Rest bekommen die MA als Aufstockung. Dann würden weiterhin eine ganze Menge an Arbeitsplätzen entstehen! Und die Herrschaften von der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" wären glücklich! Nur wer das bezahlen soll, darüber bleibt man den Lesern die Antwort schuldig! Nur zu dumm, dass eine Menge der Niedriglohn - Jobs überhaupt nichts mit dem Export oder der " Globalisierung" zu tun haben. Anschließend würde eine Komission beim BDI eingerichtet, in der entschieden würde, welche Arbeiten in Zukunft als Niedriglohn-Jobs zu gelten haben. Das wäre so recht nach dem Geschmack von Herrn Sinn und Herrn Hundt. Auch zum Thema Hedge - Fonds kann man eine Reihe gut verdienender Firmen aufzählen, die durch Hedge - Fond und Private-Equitys fast ruiniert worden sind, bzw. die die Kaufsumme als Kredit selbst abarbeiten müssen. Da ist es ebenfalls berechtigt die Frage nach der Sittenwidrigkeit zu stellen.
    Es wäre sehr sinnvoll gewesen, wenn der Spiegel darauf hingewiesen hätte, dass Phelps eine Reihe Vorträge im Namen der INSM abhält.
  4. #4

    Der Mann gefällt mir, keine Frage, und seine Sicht spricht mir aus dem Herzen. Allein ist zu befürchten, dass wir es uns in Deutschland bereits zu bequem gemacht haben, indem uns der Sozialstaat über Jahrzehnte rosenblätterweich gebettet hat. Die vorgeschlagene Rosskur würde uns, dem kraftlosen Patienten, gänzlich das Ende bereiten. Schamvoll müssen wir eingestehen, dass die Dinge schlimmer stehen als Prof. Phelbs ahnt.
  5. #5

    Die Kritik an der europäischen Lethargie ist sicherlich nicht unberechtigt, was wir aber keinesfalls brauchen, sind amerikanische Verhältnisse mit Ghettoisierung, Verarmung breiter Gesellschaftsschichten und schwindelerregender Kriminalitätsrate. Und daß der Arbeitsmarkt im freien Spiel der Kräfte einen fairen Preis für die Arbeitskraft aushandelt, ist wohl ein ganz schlechter Witz! Die europäischen Gewerkschaften sind ja gerade entstanden, weil der Markt seine diesbezügliche Unfähigkeit unter Beweis gestellt hat. Bei 3,5 Mio., die dem Arbeitsmarkt als überschüssiges Reservoir zu Verfügung stehen, kann man sich die Lohn- und Gehaltsabstürze ja vorstellen. Kein Unternehmen bezahlt aus reiner Menschenliebe einen fairen Lohn, wenn es nicht muss; die mangelnde soziale Verantwortung der Konzerne ist doch gerade in Deutschland mehr als deutlich.
    Frage mich wirklich, warum einer den Wirtschaftsnobelpreis bekommt, der offensichtlich Zustände wie um die Mitte des 19. Jahrhunderts fordert. Nich besonders innovativ, wenn auch wirtschaftsfreundlich...
  6. #6

    Professor Phelps leidet offensichtlich unter Kulturschock, da haben die Aufenthalte in Mannheim nichts bewirkt. Interessant, wie wortgetreu er das Gewäsch der INSM wiedergibt. Das paßt in die Agenda des Spiegel und anderer wirtschaftsliberaler Vereine. Mit wissenschaftlicher Objektivität hat es rein gar nichts zu tun, es handelt sich um Ideologie reinster Form.

    Nein, er hat das europäische Sozialstaatsmodell wirklich nicht verstanden und auch nicht die Ursprünge und Ursachen.
  7. #7

    Man sollte Herrn Phelbs über Deutschland informieren

    Herr Phelbs glaubt offenbar, in Deutschland könne man einfach seinen Job kündigen und bekäme danach Arbeitslosengeld. Das war noch nie so. Nicht einmal, als Deutschland noch ein Sozialstaat war. Wer in Deutschland selbst kündigt, hat nur in Ausnahmefällen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Zum Beispiel dann, wenn der Arbeitsvertragspartner keinen Lohn zahlt.
  8. #8

    Unsachgemässer Denkansatz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Reformunwillen, rückwärtsgewandte Gewerkschaften, Arbeitslosenversicherung: Der US-Ökonom Edmund Phelps geht mit der deutschen Wirtschaftspolitik hart ins Gericht. In Mannheim erklärte der Wirtschaftsnobelpreisträger, was Europa braucht, um wettbewerbsfähig zu werden.l
    Das Konzept von Phelbs setzt in sachlich zutreffender Weise Ware und Arbeitskraft gleich. Arbeit aber ist keine reine Ware die auf einem Markt im Wettbewerb gehandelt werden kann. Arbeit hat eine gewichtige psychosziale Dimension. Wer Arbeitsleistung zur reinen Ware macht macht den Menschen zu Ware. Das ist ein zutiefst inhumner Ansatz.

    Die Arbeitslosenversicherung ist ein wesentlicher Aspekt bei der Sicherstellung sozialer Sicherheit. Allerdings sollte diese vollständig von den Arbeitgebern getragen werden. Im Gegenzug sollte die Krankenversicherung vollstängig vom Arbeitnehmer getragen werden.

    Ebenso sollte es einen gestzlichen Mindestlohn geben der sich am Existenzminimum einer Person orientiert. Der Staat sollte lediglich die Differenz zwischen Personenexistenzminimum und Familienexistenzminimum ausgleichen.

    Wichtig wäre auch bie Indistrieprodukten einen engeren Bezug zwischen Produktions- und Lebensraum herzustellen indem man den Import von Waren daran knüpft wieviel Produktivkapzität ein Unternehmen im Zielmarkt hat.

    Man wird nicht umhin kommen einen intelligenten Protektionismus zu betreiben. Die Welt als gobaler Wirtschaftsraum ist weder ein Naturgesetz noch eine kapitalistische Notwendigkeit. Ein dauerhaft funktionierender kapitalitischer Markt kommt nicht ohne domestizierende Rahmenbedingungen aus.
  9. #9

    Neigung zur Selbstbeseitigung

    Zitat von zwottel Beitrag anzeigen
    Nich besonders innovativ, wenn auch wirtschaftsfreundlich...
    Das ist nur scheinbar wirtschaftsfreundlich. Der Markt besitzt keine Eigenintelligenz. Wenn man ihn nicht domestiziert beseitigt er sich selbst.








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