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Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann

dapdDie Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828724,00.html
  1. #70

    abgesehen von dem fachgeplänkel hier möchte ich fragen ob es nicht generell sinn macht die ziele der "wirtschaft" zu überdenken solange es überhaupt noch eine realwirtschaft gibt .ich kann dieser wortwachstum beispielsweise nicht mehr lesen .
    zum artikel: bin der meinung dass die menschen die den euro zu verantworten haben ,genau gewusst haben was sie da tun und das ist das traurige daran .
  2. #71

    1. wird sich das nicht machen lassen. Wer glaubt, über die Geldpolitik seine Inflationsrate "nach Gusto" einstellen zu können, wird schnell feststellen, dass die selben Herdentrieb-Effekte, die schon die jetzigen Krisen auslösten (Immobilienblasen in US, Spanien, Irland u.a.), einem schnell die Inflationsrate um die Ohren hauen werden. Institutionelle Großanleger werden früh auf den Zug aufspringen, und steigen aus, wenn der Leidensdruck der hiesigen Bevölkerung hoch genug wird = wenn die Mietpreise hier auch schon am Limit sind, so dass Wirtschaftswachstum und Konsum in der Breite anfangen, darunter zu leiden.
    2. Inflation = Enteignung der Mittelschicht. Braucht man nicht mehr lange zu erklären. Nicht nur bescheidene Sparguthaben verlieren an Wert, die Arbeitnehmer können sich gegen Inflation immer nur im Nachhinein in Tarifverhandlungen "wehren", wenn überhaupt (kein Arbeitgeberverband ließe sich da auf eine "inflationsprophylaktische" Erhöhung ein...).
    3. Das Inflationsziel von 3-4% wird auf dem heimischen Immobilienmarkt schon seit 2 Jahren weit übererfüllt. Steigerungen von über 10%/Jahr sind in den dt. Städten eher Regel als Ausnahme. Hier investiert auch die Oberschicht Spaniens/Griechenlands/Italiens kräftig mit. Heißt: Die bringen jetzt ihr Geld hier in Sicherheit, das dort für Investitionen fehlt, und hier können junge Familien selbst als Doppelverdiener keine Wohnung mehr in der Stadt kaufen - wenn sie nicht zu den privilegierten Erben zählen.
    Ich will hier keine Neiddebatte (auch so ein Totschlag-Wort), sondern nur darauf aufmerksam machen, dass der Kern der Krise - die künstliche Ausweitung der Kapitalmenge mit sich überall verstärkendem Renditedruck - nicht durch erneute Taschenspieler- und Alchimistentricks zu beheben ist.
    Ohne Wertberichtigungen der bereits "inflationierten", also aufgeblähten Bilanzen wird es nicht gehen.
  3. #72

    "Nobelpreisträger" Paul Krugman

    Es gibt keinen Nobelpreis für Wirtschaft und deshalb auch keinen Nobelpreisträger Krugman ...
  4. #73

    Ach wenn ich nur wuesste wie...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

    Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann - SPIEGEL ONLINE
    "Zweitens benötigen die Staaten mit unhaltbaren Außenhandelsdefiziten einen gangbaren Weg, um wieder wettbewerbsfähig zu werden." sagt Herr Krugmann. Wie wahr, wie wahr. Aber wie nur ? Raus aus dem Euro ? Das waere ein Weg. Alle sagen: "kommt garnicht in Frage!". Loehne runter? Fragen Sie mal die Gewerkschaften was die dazu meinen! Produktivitaet hoch inkl. statt 38 Stunden 44 Stunden und keine Siesta mehr PLUS radikale Reform der staatlichen Buerokratie ? Ihr Wunsch in Gottes Ohr! Doch nicht in Spanien. Oder Portugal. Es ist ja fast voellig egal was die Ursachen ist - es wird auch garnicht mehr nach Ursachenforschung gefragt. Its the "Loesung", stupid, moechte man sagen. Aber die gibt uns leider auch Herr Krugmann nicht. Niemand. Und deswegen wird Alles noch viel schlimmer werden bis es vielleicht wieder gut wird.
  5. #74

    Einige sachliche Hintergrundinformationen dazu!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

    Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann - SPIEGEL ONLINE
    Zunächst einmal zur Euroeinführung und die anfänglichen Überlegungen, wie man diesen überhaupt als Währung schaffen wollte:

    Historischer Deal: Mitterrand forderte Euro als Gegenleistung für die Einheit - SPIEGEL ONLINE
    Deutscher Bundestag: Historische Debatten (13): Ringen um den Euro
    Bundesrat Vor zehn Jahren: Bundesrat stimmt Euro-Einführung zu

    Dann die ökonomischen Entwicklungen seit dem Bestehen der Währungsunion:

    http://www.cesifo-group.de/portal/pl.../1/1209833.PDF
    http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_60_2011.pdf
    “Reallöhne auf dem Niveau wie vor 19 Jahren” » Querschuesse
    Agenda 2010: SPD-Vorsitzende Gabriel räumt Fehler ein - Weitere Meldungen - FOCUS Online - Nachrichten

    Der Beginn der Krise:

    Europa: - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Rettungsschirm: EFSF soll Spaniens Banken retten - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    ESM Europäischer Stabilitätsmechanismus - Thema | WirtschaftsWoche Online
    Europa: EZB - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Währungsexperte Hankel: "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Währungsexperte Hankel: Rückführung zur Wechselkursunion - Europa - Politik - Wirtschaftswoche

    Abschließende Analysen über den Euro als Buchform:

    Das Euro-Abenteuer geht zu Ende - Wilhelm Hankel; Wilhelm Nölling; Karl Albrecht Schachtschneider; Dieter Spethmann; Joachim Starbatty | Buch | buecher.de | portofrei | ISBN 3864450012 | neu + gebraucht
    Die letzten Jahre des Euro - Bruno Bandulet | Buch | buecher.de | portofrei | ISBN 3942016354 | neu + gebraucht

    Zusätzlich gute Infolinks:

    Professor Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider
    Wilhelm Nölling - Auswirkungen der Euro-Währungsunion - YouTube
  6. #75

    "EUro"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.
    Ja, die "EUro"-Einfuehrung war ein fataler Fehler, und eine, wenn man gedanklich nicht auf der Ebene krimineller Vereinigungen rueckschliessen moechte, schier unnachvollziehbare Realitaetsignoranz und Ideologiezwangsverbohrtheit. Vor allem, weil die Ideologiezwangswaehrung nie gewollte "Gemeinschaftswaehrung" war, sondern umgreifender politischer Beliebigkeit und vollfremdfinanzierter Willkuer aller anheimgestellt wurde.

    Niemals bestand die Absicht der Waehrungsdilettanten der Politbueroideokratie, die Waehrung nach -selbstkreierten- Stabilitaetskriterien stabil halten zu wollen, noch, in der Versammlung politischer Nationalegoismen und vereinigter, vorsaetzlicher Realitaetsverweigerer, diese Waehrung irgendwie als "Gemeinschaftsprojekt" zu betrachten.
    Der "EUro" ist Sinnbild der Unfaehigkeiten einer irgendwie gearteten, konzertierten Kooperation in Sachen Finanzen und Soziales innerhalb der real-existierenden, sog. "EU".

    Und jetzt der Mafia-Tip von Krugmann; "verschenkt Eure Drogen, aber erhaltet Euch die Abhaengigkeiten der Junkies". Da hatte M.Puzzo noch was fuer seinen' Paten' dazulernen koennen.
  7. #76

    Europäische Idee?

    Zitat von _meinemeinung Beitrag anzeigen
    Die Amerikaner haben ihren Dollar und können ihre Schulden weginflationieren, wenn es nötig wird. Das ist ja auch die große Angst der Chinesen, dass ihre angehäuften Billionen plötzlich nur noch zum Brötchen kaufen taugen...

    Die europäischen Euro Staaten können das nicht, sie sind währungspolitisch sozusagen kastriert. Insofern wird der Euro, wenn der erzwungene "Sparkurs" der "Schuldenstaaten" zum totalen Verarmungszusammenbruch führt, zur Todesursache für die europäische Idee als Solches werden.
    Aber da liegt ja der Hase im Pfeffer! Welche europäische Idee denn?
    Ich bin da eher der Meinung, dass dringend das Sonntagsredenpathos aus der "europäischen Idee", der "Vision", des "Friedesprojektes" herausgeklopft werden muss. Die EU und hier ganz speziell der Euro sind das Ergebnis knallharter Realpolitik.

    Es ging nach den Erfahrungen der 2 Weltkriege um eine weitgehende Eindämmung Deutschlands, und der Euro ist eine Variante dieser Eindämmungspolitik. Die Nachbarn fürchteten - nicht ganz zu Unrecht vom - auch noch wiedervereinigten - Deutschland wirtschaftlich an die Wand gedrückt zu werden.

    Die Beitritte weiterer Länder waren nicht einer "Idee" geschuldet sondern der Erwartung ständig steigenden Wohlstands, den Deutschland selbst in Phasen eigener großer Probleme nach der Wiedervereinigung klag- und bedingungslos weiter mitfinanzierte, obwohl der relative Einfluss Deutschlands in der EU unterrepräsentiert war.

    Was Krugmann hier ziemlich unverfroren fordert, ist das weitere Engagement Deutschlands nach o.g. Muster - nur diesmal mit zig-fachen Summen und außerdem die totale Preisgabe, was zumindest für mich zu einem Baustein deutscher Nachkriegsidentität geworden ist: die Stabilität und Verlässlichkeit der Währung und der Personen, die dies verantworten.

    Man merkt anhand solcher und ähnlicher Artikel, dass die Eurokrise einem neuen Höhepunkt entgegen eilt. Da wird mal wieder ein medial-politisches Trommelfeuer auf Deutschland gestartet.
    Ständig werden Hollandes "Wachstumselemente" diskutiert, obwohl der noch gar nicht gewählt. Ständig wird auch Deutschlands "Ja" zu Eurobonds gefordert.
    IWF-Chefvolkswirt: Deutschland soll Eurobonds akzeptieren | GodmodeTrader.de

    Meine Befürchtung: im Mai wird Hollande Merkel großzügigerweise anbieten, den ohnehin wertlosen Fiskalpakt nicht neu zu verhandeln, wenn Deutschland Eurobonds abnickt.
  8. #77

    Zitat von Krugman

    Krugman schreibt: "Vergesst die Krise!"
    Könnte die Krise reden, würde sie wohl sagen: "Vergesst Krugman!"
  9. #78

    Sowas nennt man organisierten Raub

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

    Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann - SPIEGEL ONLINE
    Übersetzen wir mal dieses Neusprech, dann bedeudet das wir Wahlschafe das Enteignung durch das organisierte Verbrechen in der EU doch endlich zu akzeptieren haben.
    Liebe Spiegel-Journalisten... warum sprecht ihr nicht inb ordentlichem Deutsch mit uns, sondern fallt uns mit dieser Neusprech und Zerstörung unserer Heimat in den Rücken? Wir sollen Eure Leser und Abonennten sein, aber ihr behandelt wie den Klassenfeind!
  10. #79

    ...

    Zitat von shareman Beitrag anzeigen
    Krugman ist und bleibt unverbesserlicher Keynesianer, der die Ursachen der Krise - die massive Staatsverschuldung - mit noch mehr Schulden heilen will.
    Hm. Also Spanien z.B. hatte vor der Krise eine Staatsverschuldung von ca. 60% des BIP.

    Was es hatte, war eine hohe Privatverschuldung, die im wesentlichen durch deutsche Banken finanziert wurde. Was auch erklaert, dass die deutsche Regierung sehr heftig (und erfolgreich) versucht, Spanien zur Stuetzung der Banken zu bewegen, was wiederum die Staatsverschuldung hochtrieb.

    Weder der Ausloeser (die Immobilienkrise in den USA), noch die Ursache (die durch den Euro maskierten Produktivitaetsunterschiede der Mitgliedslaender), hatten viel mit Staatsfinanzen zu tun. Wenn Geld billig ist, leih ich mir mehr, als wenn es teuer ist. Das machen jede Privatfirma und jeder Haeuslebauer genauso.

    Bis jetzt kenn ich genau 2 Loesungsvorschlaege, die funktionieren koennten:
    - Man fuehrt wieder nationale Waehrungen ein, um durch Abwertung exportfaehig werden zu koennen
    - Man fuehrt wieder Einfuhrzoelle ein, die die Binnenproduktion ankurbeln und mit denen man den Export subventionieren kann.

    Letzteres ist sicher nur die zweitbeste Loesung, aber IMHO besser als das bisherige herumwursteln.


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