Forum


 

Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann

dapdDie Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828724,00.html
  1. #170

    Krugman spricht von (sehr vernünftigen) 4 bis 5% Inflation. Da geht gleich allen aktuellen Deutschen Weltökonomen der A.... auf Grundeis und die Angst vor höheren Löhnen, die wir dringen brauchen. Von 1970 bis weit in die 90er Jahre hatten wir solche und höhere Inflationsraten. Waren das schreckliche Zeiten für die Arbeitnehmer? Den hier versammelten Spar-Betriebswirten mit der Sichtweise der "badischen Hausfrau (spare, spare...) wünsche ich viel Spass bei 30 Jahren Deflation, Massenarbeitslosigkeit in Deutschland (weil keiner mehr die tollen Produkte kaufen kann...). Das Gleiche den D-Mark-Träumern mit einer Mark die 30 bis 50% gegenüber dem Euro aufgewertet ist. Wann kapieren wir eigentlich, dass die Finanzmärkte die Schuldigen sind (die Investbanken) und das Staatsfinanzierung in Staatshand gehört und nicht in die von Ackermann und Co. um deren Renditen zu sichern. Und wann kapieren Deutsche endlich, dass in geschlossenen Systemen (wie EU oder Welthandel), der Gewinn des einen, immer der Verlust des anderen ist - wenn man nicht gemeinsam (!) wächst. Die grosse Klappe der Deutsch-Ökonomen und der Wirtschaftsbosse basiert im Moment auf dem (auch auf Pump und Immobilienblase finanzierten!) Nachfrageboom aus Asien. Was kommt, wenn der platzt? Mal sehen, ob sich jemand auf dem Mond findet, der überflüsse AUDI und BMW kauft...
  2. #171

    Heute nicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

    Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann - SPIEGEL ONLINE
    Ratschläge eines "Experten" aus einem Land, das seine Theorien seit Jahrzehnten befolgt mit dem Resultat, dass etliche US-Bundestaaten pleite sind und die USA insgesamt alle 6 Monate vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. Wenn Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Inflation ausreichen, um Nobelpreisträger zu werden, dann gibt es eine Menge Kandidaten für die nächste Runde.
  3. #172

    Erfüllte Prophezeiung, Gestern abend geschrieben

    .

    Und heute morgen hat es sich erfüllt
    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    .

    Machen sie das rückgängig und stärken den deutschen Binnenmarkt, bricht der deutsche Export ein. Der wird zwar ohnehin einbrechen, weil die mit Hungerlöhnen kaputt konkurierte Konkurrenz gleichzeitig auch Deutschlands Kunden sind, die nun sparen müssen, aber man wird versuchen mit einer weiteren Absenkung des Lebensstandards der deutschen Bevölkerung das bittere Ende das kommen wird, weil es kommen muss, hinaus zu zögern.
    Kritik an Bundesregierung: Deutsche Wirtschaft fordert*härteren Sparkurs - SPIEGEL ONLINE

    Das ist alles so simpel und vorhersehbar. Und dennoch glaubt die große Mehrheit, dass es mit der alternativlosen Marktwirtschaft irgendwie noch ein frohes Ende nehmen könnte, wenn man nur an den monetaristischen oder keynianischen ( je nach Religion ) Schrauben drehen würde.



    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    .
    Deutschlands Exporterfolge waren nur möglich, weil der Lebensstandard der großen Bevölkerung massiv gesenkt wurde.

    Machen sie das rückgängig und stärken den deutschen Binnenmarkt, bricht der deutsche Export ein. Der wird zwar ohnehin einbrechen, weil die mit Hungerlöhnen kaputt konkurierte Konkurrenz gleichzeitig auch Deutschlands Kunden sind, die nun sparen müssen, aber man wird versuchen mit einer weiteren Absenkung des Lebensstandards der deutschen Bevölkerung das bittere Ende das kommen wird, weil es kommen muss, hinaus zu zögern.

    .
    Das alles ist nichts Neues, so wurde es schließlich auch 1929 / 33 gemacht. Die Griechen hießen damals Juden. Im Übrigen gehen Sie einfach davon aus, dass das was uns hier überall als Experten verkauft wird, nichts anderes als überbezahlte gewissenlose Halunken sind. Wenn Sie Aufklärung suchen, dann jenseits des Medienmainstream.
  4. #173

    Steuern und Schulden

    Zitat von Traumschau Beitrag anzeigen
    die Amis sind schlauer: wer eine amerikanische Staatsbürgerschaft hat, zahlt auch in den USA Steuern - egal wo er sich rumtreibt. Schäuble hat davon noch nie was gehört, denn wenn er das wüßte, dann bräuchten wir das unsägliche Abkommen mit der Schweiz nicht.
    Sagen wir es mal so. Einige, wie Herr Romney, sind schlauer. Der zahlt auf 20 Mio Einkommen tatsächlich 14%. Scheint mir kein Modell zum Abbau der Staatsverschuldung zu sein.
  5. #174

    50 Staaten in Nordamerika arbeiten mit dem Dollar, dieses System wurde nicht aus dem Nichts geboren sondern hat sich über Jahrhunderte entwickelt.
    Ergo Dollar eine alte Währung, Euro jung, sozusagen in den Kinderschuhen.
    Jede Währung lebt davon wie die Menschen damit umgehen und da in jedem Menschen ein kleines Raubtier sitzt und unser Euro noch sehr anfällig ist wurde er im kleinen sowohl auch im Großen regelrecht mißbraucht ( siehe Artikel, sämtliche Staaten
    die heute echte Schwierigkeiten haben standen vorher gut da). Darum wäre es jetzt
    angebracht die Reißleine zu ziehen und strenge Kontrollinstanzen einzusetzen und zwar im Kleinen als auch im Großen und wenn man den ganzen Apparat etwas zurückschrauben müßte sprich eine Deflation in Kauf nehmen. Nur durch mangelnde Kontrolle war es bei uns in Deutschland möglich die allgemeinen Preise derartig hochzuschrauben ( Lebenhaltungskosten haben sich mehr als verdoppelt), es ging vom Beginn der Euroeinführung die Mär um Euro gleich Teuro und 1Mark jetzt gleich ein Euro, intelektuell haben die Menschen den Euro nicht richtig erfaßt, mangels Kontrollinstanzen war leider der Hauptgewinner unser Staat, der an jeder Preiserhöhung saftig mitverdient, alles out of controll. Ich denke mir daß dies in den
    Proplemstaaten nicht anders war nur unter anderen Vorzeichen (€ ein anderes Eintauschverhältnis). Allso gegen den € ist nichts einzuwenden aber nicht auf der miesen Basis die Leute um ihr Geld zu bringen oder noch krasser gesagt sie auf der Straße verrecken zu lassen. Ein adequates Kontrollsystem gehört installiert und zwar für die kleinen Geldflüße(Nahrung usw.) und die Großen(Kapital usw.) an beidem mangelt es.
  6. #175

    Es mag manchem sogenannten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einführung des Euro war ein fataler Fehler. Trotzdem kann die Gemeinschaftswährung überleben. Dafür muss Europa aber erst die wahren Ursachen der Krise erkennen - und mehr Inflation in Kauf nehmen.

    Nobelpreisträger Paul Krugman: Wie der Euro gerettet werden kann - SPIEGEL ONLINE
    Experten passen oder nicht, die Analyse Krugmans ist zutreffend und beschreibt ziemlich ungeschminkt den Weg in die heutige Situation. Natuerlich wird man ihm wieder heftig widersprechen, nur an den Tatsachen aendert man damit nichts. Die Politiker sind beratungsresistent und solange sie an der Macht bleiben, wird sich nichts aendern und man wird weiter mit obskuren Konstruktionen die Reparatur eines nicht mehr funktionsfaehigen Systems auf Kosten der Steuerzahler betreiben. Schon die Neuverschuldung des angeblichen Musterschuelers D zeigt trotz brummender Wirtschaft mit einer Neuverschuldung von 38 Milliarden, dass hier etwas nicht stimmt.

    Das Todsparen einiger Volkswirtschaften mag kurzfristig die Staatsverschuldung reduzieren, wird aber nachhaltig die Wettbewerbsfaehigkeit verschlechtern, wie es in einigen Laendern bereits geschehen ist. Zudem entwickelt sich dort ein maechtiges Potential der politischen Unberechenbarkeit. Wettbewerbsfaehigkeit braucht Europa mehr denn je und D als noch Exportweltmeister kann kein Kompensationsfaktor fuer ganz Europa sein, schon garnicht in einer kuenstlich aufrecht gehaltenen Waehrungsunion, deren einziger Stabilisierungsfaktor immer groessere Rettungsschirme sein sollen.
  7. #176

    11.00 Uhr. Ende der Bankenrettungen

    Zitat von Traumschau Beitrag anzeigen
    er hat nicht von strengen Auflagen gesprochen - aber ich!
    Warum soll der Steuerzahler die Zinsgewinne für die Banken bezahlen?
    Das Spiel läuft doch so:
    Die EZB pumpt 1 Bill. Euronen in die Banken - für 1%. Die kaufen dafür Staatsanleihen - z.B. von Spanien für 6%. Diese Anleihen werden dann wieder als Sicherheit bei der EZB für neue Kredite hinterlegt.
    Geht´s noch? Bitte, kann mir IRGENDJEMAND den Sinn erklären?
    Vielleicht würde sich Ihnen der Sinn erschließen, wenn unsere Regierung heute um 11.00 das Ende der Bankenrettungen verkünden würde. Nicht nur in Spanien käme es zu Schlangen vor den geschlossenen Banken.
  8. #177

    Inflation ist auch nicht die Lösung.

    Krugman's Plan sieht vor, daß höhere Inflation im Norden, vor allem in der Bundesrepublik, zu höheren Löhnen führt und so das alte Lohngefälle zum Süden hin wieder herstellt. Das sieht auf dem Papier, in seinen neokeynsianischen Model, sicher ganz einfach aus, aber der Teufel steckt im Detail. Das Hauptproblem ist, diese Lohnerhöhung MUSS mit einer Abwertung des Euro einhergehen um nicht die Handelsbilanz der EU zu ruinieren. Wie soll das zu schaffen sein, wo doch andere Länder darauf sofar mit einer Abwerting ihrer eigenen Währung reagieren würden? Die Gefahr ist groß, daß Europa diesen Währungskrieg verlieren würde und die letzten noch wirtschaftlich erfolgreichen Länder in die Krise gerissen würden!

    Und dann, wer sagt denn, daß die Löhne hier stärker steigen würden als im Süden? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt ganz deutlich, daß es in Wirklichkeit andersherum wäre, die stärkeren Gewerkschaften in Spanien, Griechenland, Italien und Frankreich würden sicher einen größeren Inflationsausgleich erzielen als die Deutschen. Nichts wäre gewonnen, ganz im Gegenteil.

    Was erreicht werden muß, und das sagt auch Krugman, ist eine Steigerung der Binnennachfrage. Selbst unter den besten Bedingungen trägt aber Inflation dazu nicht bei, denn die Preise steigen zuerst, und nur wenn alles gut geht ziehen die Löhne nach. Die Menge der verkauften (und damit mittelbar auch produzierten) Güter ist also geringer! Nur auf dem Papier, nominell, zieht das Bruttosozialprodukt besser aus. Alle Wirtschaftslehrbücher, auch das von Krugman, sagen, daß untere Einkommmen unter Inflation stärker leiden als diejenigen, die Produktionsmittel besitzen. Das ist eben gerade nicht hilfreich, wenn man Nachfrage steigern und damit Jobs schaffen möchte! Kapital ist in der Welt genug vorhanden, aber es wird nur in Europa investiert werden, wenn die Produktion hier auch abgesetzt werden kann (mal von anderen Investitionshemminissen wie in Griechenland order Italien abgesehen). "Supply side economics" funktionieren nicht, wenn die Nachfrage wegbricht. Man muß den Menschen erstmal Geld zum Einkaufen geben! Und wenn man keins leihen kann, muß dies durch Umverteilung erfolgen.

    Es ist vielleicht vermessen, gegen den Rat eines Nobelpreisträgers zu argumentieren, aber wir sollten nicht vergessen, daß Krugman Theoretiker ist und insbesondere wenn es um Realpolitik geht durchaus Schwächen zeigt. Seine einfache Lösung der Eurokrise ist zu einfach, zu sehr Milchmädchenrechnung, und würde in der realen Welt nach hinten losgehen. Das heißt allerdings nicht, daß der EU/IMF Plan besser ist. Was Europa braucht, ist mehr Binnennachfrage, und diese kann in der Praxis nur durch steuerliche Maßnahmen erreicht werden, die mehr Geld in die Hände derjenigen gibt, die es sofort zum Konsum benutzen. Aber weder Krugman's Idee noch der offizielle EU Kurs können das bewerkstellligen.
  9. #178

    Lach ...

    Zitat von sichersurfen Beitrag anzeigen
    Sagen wir es mal so. Einige, wie Herr Romney, sind schlauer. Der zahlt auf 20 Mio Einkommen tatsächlich 14%. Scheint mir kein Modell zum Abbau der Staatsverschuldung zu sein.
    jau, da haben Sie wohl Recht! Aber das ist eben Deutschland hoch drei!
    Die Finanzoligarchie hat sich in den USA durchgesetzt, wir machen das ja jetzt genauso, denn die USA sind unser großes Vorbild ...
  10. #179

    wer noch etwas auf der Bank zu liegen hat

    .
    , solange das noch geht. Das Girokonto immer etwas im Negativen halten, um ja nichts zu verlieren.
    Zitat von sichersurfen Beitrag anzeigen
    Vielleicht würde sich Ihnen der Sinn erschließen, wenn unsere Regierung heute um 11.00 das Ende der Bankenrettungen verkünden würde. Nicht nur in Spanien käme es zu Schlangen vor den geschlossenen Banken.








TOP



TOP