Wäre dafür nicht eher ein Medizin-Nobelpreis zu vergeben?
DPAWarum rast unser Herz bei Stress? Wie nehmen wir den Duft von frischem Kaffee wahr? Zwei US-Forscher waren daran beteiligt, den Ablauf solcher Prozesse im menschlichen Körper zu entschlüsseln - eine Herkulesaufgabe. Ihr Lohn: der Chemie-Nobelpreis.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-860527.html
Wäre dafür nicht eher ein Medizin-Nobelpreis zu vergeben?
Stressreaktionen im Lörper.
Steht unter einer Ihrer Grafiken.
Hört sich lustig an.
Falsch im eigenen Lörper?
Lefkowitz und Kobilka arbeiten beide auf molekularer Ebene und sind viel mehr Biochemiker denn Mediziner. Ihre Leistung besteht darin, Rezeptoren von einem rein phenomenologischen Konzept in greifbare molekulare Einheiten umgewandelt zu haben. Lefkowitz indem er als erster eine Technik entwickelt hat um Rezeptoren als molekulare Einheiten quantifizierbar zu machen und dadurch studieren zu koennen, und Kobilka indem er den ersten Rezeptor kloniert hat.
Heutzutage sind die Felder Medizin, Biologie und Chemie doch so weit verschränkt, dass es egal ist, woher die Preisträger letztendlich kommen. Es stimmt, die Biologen sind ins Hintertreffen geraten, weil bei der Gründung des Nobelpreises nur Medizin, Physik und Chemie berücksichtigt wurden und Biologie nicht als reine Naturwissenschaft angesehen wurde. Mit der Molekularbiolgie hat sich das aber gewaltig geändert.
Was Nobel zu seiner Zeit nicht wissen konnte, ist, dass einmal die Biologie ebenso wichtig sein wird wie die Fachrichtungen, für die er die Preise gestiftet hat. Genau genommen müssten die beiden einen Nobelpreis für Biologie bekommen, denn ihr Erkenntnisse haben mit Chemie genauso wenig zu tun wie mit Medizin - und genauso viel. Bei ihrer Forschung geht es ja nicht um Medizin, auch wenn man die Erkennntnisse eventuell in der Medzin nutzbar machen kann, und auch nicht um Chemie, obwohl chemische Prozesse letztlich erst bewirken, dass die erforschten Phänomene in der Praxis erst funktionieren können.
Andererseits wird der Friedensnobelpreis häufig an Personen vergeben, denen, wenn sie ihre Taten nicht als Regierung begehen würden, in der Regel viele Jahre Knast drohen würden; es gibt zwar auch Ausnahmen, aber in der Regel ist es leider so. Die zweite Möglichkeit ist, dass Bürgerrechtler ausgezeichnet werden. Die leisten zwar im Gegensatz zu vielen ausgezeichneten Politikern wirklich etwas Positives für viele Menschen, nur mit dem eigentlichen Stiftungszweck des Friedensnobelpreises hat deren Engagement wenig zu tun. Ich weiß nicht, ob es nach den Stiftungsbedingungen möglich ist, aber vielleicht sollte die Nobel-Stiftung einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob sie den Friedensnobelpreis nicht in einen Biologie-Nobelpreis umwandelt. Das wäre in zweifacher Hinsicht ehrlicher: Bei den Biologen bräuchte man nicht zu mogeln, damit man ihnen einen Nobelpreis zusprechen kann - und beim Friedensnobelpreis bräuchte man sich nicht immer wieder neue Preisträger aus den Fingern zu saugen. Weltweit gibt es seit über 10 Jahren keinen wichtigen Politiker, der auch nur annähernd verdient hätte, den Friedensnobelpreis zu erhalten, im Gegenteil, die meisten stehen für einen Kriegsnobelpreis, wenn es ihn gäbe, Schlange; wieso also Menschenschinder oder alternativ Bürgerrechtler, die in Sachen Kriegsvermeidung überhaupt nicht aktiv sind, auszeichnen? Nur damit man einen Preisträger hat?
Aber ich freue mich, dass der Nobelpreis für Chemie dieses Mal an zwei Männer verliehen wird, welche uns mit ihrer Arbeit helfen, zu verstehen, wie die "Maschine" Lebewesen funktioniert, sprich, welche chemischen Vorgänge notwendig sind, damit Zellen so funktionieren, wie sie funktionieren, damit das, was wir Leben nennen, möglich ist. Nichts gegen reine Chemie, aber die Forschung der beiden Preisträger finde ich 10 x interessanter als die Hochzeit von zwei oder mehr Atome zu einem Molekül und hinten kommt trotzdem nur tote Materie heraus. Alle Chemiker mögen mir verzeihen, es ist aber einfach so, das mich Leben mehr faziniert als tote Materie.
Ist doch wirklich nichts neues, dass der Chemie-Nobelpreis an Entdeckungen aus der Biochemie vergeben wird. Zuletzt auch 2009 (Struktur des Ribosoms), 2008 (Green Fluorescent Protein), 2006 (Mechanismen der Gentranskription), 2004 (Protein-Abbau), 2003 (Membrankanäle) und so weiter und so fort.