Niederlande: Bau des Atomkraftwerks in Borssele verschoben

Das umstrittene Atomkraftwerk Borssele II wird vorerst nicht gebaut. Der niederländische Stromkonzern Delta hat die Pläne auf Eis gelegt. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft*begrüßte die Entscheidung.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...811010,00.html
  1. #100

    da ....

    Zitat von m a x l i Beitrag anzeigen
    ...Die gesamte Atomindustrie der großen Atomnation Frankreich scheint anderer Meinung zu sein. ...
    Nein. Es kümmern sich z.Z. nur wenige darum. Dies erfordert die Fertigstellung der Entwicklung z.B. des Laufwellenreaktors.

    Laufwellen-Reaktor

    Da kann sogar abgereichertes Uran verwendet werden, welches militärisch uninteressant ist.
  2. #101

    ...

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    Bekannt,was man alles kann und anstellt, um Uran zu gewinnen. Leider,leider,leider ist aber immer noch nicht das Problem der giftigen Abfallstoffe gelöst, was Sie beständig ignorieren.
    Ich fände das ganz gut wenn man wieder den giftigen Abfallstoff aus der Düngemittelherstellung extrahiert anstatt ihn auf die Felder zu bringen.

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    Seit 1949? Vieles. [...]
    Nur in der Kernkrafttechnologie hat sich nichts getan.
    In der Kraftwerkstechnik hat sich sehr viel getan. Früher verbrannte man Kohle und verpestete damit die Umwelt. Zwischenzeitlich war gar vom Waldsterben die Rede. Dann wurde eine Technik entwickelt bei der man nur die richtigen Materialien in der richtigen geometrischen Anordnung in Wasser tauchen muss um dieses zum Kochen zu bringen. Ganz ohne Luftverschmutzung. Kohle wird immernoch verbrannt, aber wenigstens mit hochmodernen Filteranlagen.

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    Ja - und?
    Sie schrieben "Kein Brüter in Sicht", das war falsch.

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    In Kalkar - wegen sicherheitstechnischer Probleme - wie der THTR in Hamm-Uentrop.
    Beide Techniken abgebrochen aus politischen Gründen und weil wirtschaftlich nicht nötig.

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    Die von Ihnen aufgeführten in anderen Ländern sind - bis auf die drei in Rußland - alles Testreaktoren. [...] Frankreich plant nichts, sondern hatte auch einen - und zwar den Phenix - von 1974 an. Der wurde 2010 - abgeschaltet.
    Die in China sind kommerziell. Der indische ist mit 500 MW auch etwas groß für eine Testanlage, ebenso wie der französische Superphénix mit 1200 MW (Phenix hatte 233 MW).
    Im Moment plant Frankreich nichts sondern forscht nur an der Technik (ASTRID = Advanced Sodium Technological Reactor for Industrial Demonstration). Die zweite Linie an der gearbeitet wird ist "Allegro", ein advances gas cooled reactor.

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    In minimal 20 - maximal 200 Jahren ist beim herkömmlich förderbaren Schluß - und je mehr man das Uran nutzt, deste schneller verbraucht es sich.
    Also sollten wir unsere Reaktoren weiter nutzen, damit das Uran schneller alle ist, ja?

    Zitat von Sysiphos110 Beitrag anzeigen
    Es ist vorbei mit der Kernkraft - zu teuer, zu unsicher....
    Zu teuer ja, aber sicherer als alle anderen Arten Strom zu erzeugen (Ausnahme: Wasserkraft).
  3. #102

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Technik und Technologien entwickeln sich immer weiter. Deshalb benutzen wir heute auch keine Dampfloks mehr.
    ... und immer weniger Atomstrom.
  4. #103

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Nein. Es kümmern sich z.Z. nur wenige darum. Dies erfordert die Fertigstellung der Entwicklung z.B. des Laufwellenreaktors.

    Laufwellen-Reaktor

    Da kann sogar abgereichertes Uran verwendet werden, welches militärisch uninteressant ist.
    Aus Ihrem Link: "Bisher gelang es noch keinem der vorgenannten Wissenschaftler und Institutionen, einen lauffähigen Laufwellenreaktor zu konstruieren"

    Und das seit 1950. Dagegen ist ja die Entwicklung eines Fusionsreaktors richtig schnell und erfolgreich.
  5. #104

    Zitat von x+n Beitrag anzeigen
    Ich fände das ganz gut wenn man wieder den giftigen Abfallstoff aus der Düngemittelherstellung extrahiert anstatt ihn auf die Felder zu bringen.
    Billiges Ablenkungsmanöver.

    In der Kraftwerkstechnik hat sich sehr viel getan.
    Ich schrieb davon, daß sich in der Kernkraftwerkstechnik nichts getan hat, hingegen hier - erstaunlich, daß Sie das auch schon bemerkt haben - sehr viel:

    Kohle wird immernoch verbrannt, aber wenigstens mit hochmodernen Filteranlagen.
    ..und moderner Wirbelschicht- und Kohlestaubfeuerung, wurde Ihnen auch schon zigmal erklärt. Während man in Kernkraftwerken immer noch strahlendes Material geometrisch streng angeordnet in Wasserbecken taucht und Wasser damit erhitzt, um eine Turbine anzutreiben.

    Sie schrieben "Kein Brüter in Sicht", das war falsch.
    Das ist richtig, außer Projekten und denn wenigen, in Betrieb befindlichen ist nichts in Sicht.

    Die in China sind kommerziell. Der indische ist mit 500 MW auch etwas groß für eine Testanlage, ebenso wie der französische Superphénix mit 1200 MW (Phenix hatte 233 MW).
    Schade. Sie scheinen auch da nicht auf dem Laufenden zu sein:

    Kernkraftwerk Creys-Malville

    Der Superphenix wurde bereits 1997 abgeschaltet.

    Die zweite Linie an der gearbeitet wird ist "Allegro", ein advances gas cooled reactor.
    Spielzeug. Das soll - und wird - auch so bleiben.

    Also sollten wir unsere Reaktoren weiter nutzen, damit das Uran schneller alle ist, ja?
    Wenn's nach Ihnen ginge, sicherlich. ;-)

    Zu teuer ja, aber sicherer als alle anderen Arten Strom zu erzeugen (Ausnahme: Wasserkraft).
    Aha. Nennen Sie mir doch ein Kohlekraftwerk, was - wie in Tschernobyl oder jetzt Fukushima - ganze Landstriche auf Jahrhunderte unbewohnbar macht.

    Zahlen, Daten, Fakten?
  6. #105

    Zitat von x+n Beitrag anzeigen
    Beide Techniken abgebrochen aus politischen Gründen und weil wirtschaftlich nicht nötig.
    Quatsch, der THTR war ein einziger Schrotthaufen und hatte mehrere sehr gefährliche Störfälle, die man versuchte zu vertuschen.
    Man hat ihn sogar mit verbogenen Steuerstäben gefahren, die nicht mehr einsatzbereit waren.
    Wie sich beim Rückbau heraus stellte, gab es wohl auch mal einen Wassereinbruch in den Kern, was einen Unfall ähnlich wie bei Tchernobyl hätte auslösen können.
    Man entdeckte nämlich im Basement des Reaktors erhebliche Mengen von Tritium, welches nur aus dem Reaktorkern stammen kann.


    Die in China sind kommerziell. Der indische ist mit 500 MW auch etwas groß für eine Testanlage, ebenso wie der französische Superphénix mit 1200 MW (Phenix hatte 233 MW).
    Diese Brüter dienen zur Herstellung von waffenfähigem Plutnonium, bzw. sollten es. Der Superphenix hatte wegen Störungen dafür bloß eine zu geringe Laufzeit.
  7. #106

    Mensch darf sich wundern

    Mangelnde Selbstkritik und Überheblichkeit. Es ist immer wieder verwunderlich, wie seitens der Atomisten argumentiert wird. Eine im Grunde einfache und faszinierende Technik wurde vor zig Jahren immer weiter aufgeblasen, sie wurde immer komplexer und es gab auch Unfälle damit - aber, dass man sich mal besinnt und den Sachstand inkl. Entsorge überreisst und sich überlegt, wie man die Technik kompakt fassbarer machen könnte - im Grunde genommen den Weg sucht, diese zu retten? Nö. Geht nicht, dass könnte sich ja dann evtl nicht "rechnen"...

    Aber kein Wunder: Wenn selbst einem Hersteller und Dienstleister hier in D nichts besseres einfällt, als die Arbeitsplatzkeule zu schwingen unter Auslassung der Tatsache, dass selbst mit einem Totalausstieg Geschäfte machbar sind, bei Service, Rückbau und Entsorgung, was soll man sich da noch wundern?
  8. #107

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Eine der größten Quellen ist das Meerwasser. Die Japaner haben bereits eine Technologie entwickelt, um das Uran aus dem Meerwasser zu gewinnen.
    Die Methode funktioniert allerdings nur im Labormaßstab mit ganz geringer Menge.
    Der jährliche Bedarf an Uran beträgt aktuell 68.000 t.
    Allein, wieviele Kubikkilometer Meerwasser müsste man denn hin- und herpumpen und wieviel Energie und Material braucht man dafür, um auf diese Menge spaltbarem Uran zu kommen?
    Und wieviele Tonnen von Kunstharzen, die aus Erdöl hergestellt werden, braucht man als Filter dafür?

    Gold ist im Meerwasser in viel größerer Menge vorhanden als Uran und zudem noch teurer. Es ist auch einfacher heraus zu filtern, trotzdem macht es niemand. Warum wohl nicht?

    Und die Chinesen holen es aus der Asche der Kohlekraftwerke. Es gibt aber auch andere Rohstoffe zur Energiegewinnung, man muss sich nicht auf Uran beschränken.
    Und alle haben nicht nur den einen oder anderen Nachteil, sondern alle sind auch endlich und werden immer teurer.

    Und was man nicht vergessen darf: die allergrößte Quelle ist der Abfall aus Kernkraftwerken und der militärischen Nutzung (diese Mengen sind noch größer. Moderne KKW-Konzepte können auch daraum noch Energie gewinnen.
    Mit "moderne KKW-Konzepte" meinen Sie wohl eher unrealisierbare Konzepte.

    Man muss diesen Abfall nicht verstecken. Man kann ihn nutzen und würde die Umwelt weit weniger verseuchen als bei der Neodymgewinnung für Windkraftanlagen in China.
    Na klar. Die Frage ist nur, warum hat dies bisher kein einziges Land gemacht, um das Problem mit dem Atommüll elegant zu lösen?
  9. #108

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Na klar. Die Frage ist nur, warum hat dies bisher kein einziges Land gemacht, um das Problem mit dem Atommüll elegant zu lösen?
    Weil man sich mit zB MOX schon vor zig Jahren auf gesamt 2 oder 3 BE-Kreisläufe geeinigt und investiert hat (bzw sich's entwickeln ließ auf Bürgers Kosten ^^). Die Krux bei Herstellern und Dienstleistern liegt darin, dass diese Technik spitz auf Knopf kalkuliert nicht wenig kostet und von einem einmal eingeschlagenen Weg nur schwer wegzukommen ist. Es ist die Grundcrux des Metiers, welches noch dazu über Jahrzehnte hofiert und gestopft nicht mal mehr auf seine eigene Grundfähigkeiten kommt. (Siehe meinen Beitrag zuvor)
  10. #109

    Zitat von vostei Beitrag anzeigen
    Weil man sich mit zB MOX schon vor zig Jahren auf gesamt 2 oder 3 BE-Kreisläufe geeinigt und investiert hat (bzw sich's entwickeln ließ auf Bürgers Kosten ^^). Die Krux bei Herstellern und Dienstleistern liegt darin, dass diese Technik spitz auf Knopf kalkuliert nicht wenig kostet und von einem einmal eingeschlagenen Weg nur schwer wegzukommen ist. Es ist die Grundcrux des Metiers, welches noch dazu über Jahrzehnte hofiert und gestopft nicht mal mehr auf seine eigene Grundfähigkeiten kommt. (Siehe meinen Beitrag zuvor)
    Ergänzung: MOX-BE benötigen für einen sog. Kreislauf mindestens 15 Jahre. Drei Kreisläufe also 45 Jahre. Und mit jedem Kreislauf wird die Aufarbeitung teurer. Selbst ein zweiter Kreislauf macht keinen Sinn, wenn in 15 Jahren weniger oder kein AKW mehr läuft.
    Deshalb wurde bei der Laufzeitverlängerung auch nicht gleich das Verbot zur MOX-Aufarbeitung aufgehoben, sondern blieb weiterhin bestehen.
    Eine von der Atomindustrie in Auftrag gegebene Studie vor der Laufzeitverlängerung kam zu dem Schluss, dass aus den besagten Gründen MOX-BE keinen Vorteil für die AKW-Betreiber bringen.

    Zudem wird die Gesamtmenge Pu nicht weniger, da nur ein Teil der BE aus MOX-BE bestehen können. In den U-BE wird weiterhin Pu erbrütet und auch in den MOX-BE wird nicht alles Pu gespalten.