Der zweite Skandal in Folge beim Nannen-Preis lässt tief blicken in die Abgründe einer Branche, die dem oberflächlichen Zeitgeist hinterher rennt und dabei die Grundlage ihrer Daseinsberechtigung völlig aus den Augen verliert. Aber wieso sollte es den Journalisten anders gehen als dem Rest der Zeitgenossen? Bedenklich ist es trotzdem, wenn eine Institution, die zu den Grundpfeilern der Demokratie gehört, so die Orientierung verliert. Jegliche Kritik an der Politik als Spektakel wird damit unglaubwürdig.
Unterhaltung ist schön und gut und bringt Rendite, und Wirbel veranstalten ist Teil des Geschäfts - aber ist so etwas preiswürdig?
Ich rate der Jury dringend, mal zwei Jahre auszusetzen und darüber nachzudenken, was sie denn künftig unter Qualitätsjournalismus verstehen will. Wird der eingeschlagene Weg fortgesetzt, sollte man dringend einen Gegenpreis erschaffen. Für wahrhaftige, gründliche, ausgewogene, faire Berichterstattung. Meine Solidarität mit der SZ!
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