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Neuwahlen in Athen: Hollande ist die letzte Hoffnung der Griechen

DPAAlle Anstrengungen des Präsidenten waren vergeblich: Griechenlands Parteien hatten keine Lust, einer Experten-Regierung wie in Italien zuzustimmen. Jetzt wird es wieder Neuwahlen geben. Doch wer diese auch immer gewinnt, für ein Happy End in Athen soll der neue Präsident Frankreichs sorgen - mit einem Kurswechsel in der Eurozone.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...833351,00.html
  1. #110

    Primärdefizit

    Zitat von -snowlife- Beitrag anzeigen
    es nützt nichts die neue währung an den dollar zu koppeln, wenn die neue währung niemand annimmt. also würde griechenland nur das bezahlen in deviesen bleiben, diese deviesen aber müssen zuerst eingenommen werden.
    also bleibt zuerst nur die eigenversorgung und wenn möglich der export um notwendigsten güter mit deviesen bezahlen zu können.
    oder natürlich das hoffen, dass mich jemand versorgt......
    Das mit der Eigenversorgung dürfte nicht klappen, da Griechenland seit Jahren ein Primärdefizit "erwirtschaftet". Es erwirtschaftet auch ohne Zins und Tilgung nicht seine Ausgaben, so einfach, so dramatisch.

    Die Kritik, dass der überwiegende Teil der EU-Hilfszahlungen nur an die Banken geht, beschreibt nur einen Teil der Realität. Dieses Geld dient nicht nur zur Bedienung der Zinsen sondern auch, um auch die griechischen Banken überhaupt liquide zu halten, um überhaupt noch selbst die drastisch gekürzten Renten und Gehälter am Monatsanfang zahlen zu können. Wird dieser Faden gekappt, ist Griechenland nicht nur bankrott sondern quasi von jetzt auf gleich illiquide. Und dann sehen wir uns mit noch ganz anderen Dimensionen des Elends konfrontiert.

    Die Griechen meinen, es gehe nicht mehr schlimmer, o doch, es geht.

    Die Kopplung an den Dollar ist angesichts dieser Lage ziemlich nutzlos. Sie würde neben ein paar landwirtschaftlichen Gütern das einzige "Export"gut, den Tourismus, weiterhin verteuern. Im inneren birgt die Ankopplung an den Dollar die Gefahr einer deflationären Spirale, mit der Folge dass das Währungsverhältnis immer wieder zugunsten des Dollar angepasst werden müsste.
  2. #111

    Seien Sie nicht naiv

    Zitat von klaus meucht Beitrag anzeigen
    Wenn es nach Hollande geht, werde es eher die Reicheren sein.
    Die sozialdemokratische Wohlfahrtspolitik wird immer auf Kosten des Mittelstandes finanziert, die wirklich Reichen bleiben relativ geschont. Das lehrt die schwedische Erfahrung, als man versuchte, das "Volksheim" zu bauen. Informieren Sie sich mal, wie die Belastungen eines schwedischen Oberarztes einerseits und der schwedischen Großindustriellen andererseits waren. Sie werden staunen. Letztere wurden nämlich benötigt, für den Export (auch von Waffen übrigens).

    Aber Illusionen sind ja auch was schönes.
  3. #112

    Das geht nicht

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Was soll Deutschland machen, wenn die Griechen trotz hunderten Milliarden EU+Euro-Finanzhilfen nicht in der Lage sind, ihre Bevölkerung zu ernähren und einen Staat anständig zu führen? Soll Deutschland etwa in Griechenland einmarschieren, eine funktionierende Verwaltung und ein funktionierendes Staatswesen aufbauen und State Building betreiben, da die Griechen vor lauter Korruption ihre eigene Bevölkerung nicht ernähren können?
    Und deshalb geht eben gar nichts. Man muss die Griechen völlig auf sich stellen, auch zur Abschreckung für andere. Die Zeiten werden härter.

    Aber wenn eben auch alle seit den späten sechzigern glauben, es könne immer nur besser werden, ist jetzt vielleicht die letzte Chance, den Realitäten ins Auge zu blicken, bevor - für alle und nicht nur Griechenland - gar nichts mehr geht.
  4. #113

    klasse Idee

    Zitat von cheechago Beitrag anzeigen
    ...
    Damals hätte man das Land noch raushauen können - "deutsche Leitkultur" nach CDU/FDP Vorstellung hat Europa an den Abgrund gebracht. Wenn alle Länder werden sollten wie wir , wer wird dann von uns noch Exporte abnehmen? Wie gesagt: Echt gemein!
    Hätte man ja, und was dann?

    Griechenland lebt seit Jahren von und mit einem Primärdefizit, d.h. auch ohne Zinsbelastungen sind die laufenden Ausgaben des Landes höher als seine Einnahmen. Angesichts der nun sattsam gezeigten Reformunfähigkeit und -unwilligkeit, wäre es eben nicht bei einem einmaligen "Heraushauen" geblieben, sondern ungebremst in eine perspektivlose Daueralimentation Griechenlands gemündet.

    Ok, Griechenland ist klein, das würden Deutschland und die anderen Euro-Nettozahler noch schaffen, nur dass ein solches Verhalten geradezu eine Einladung zum moral hazard wäre. Wozu solide Haushaltsführung, Reformen und korrekte Steuereinziehung - die Nachbarn springen schon ein.

    Ich bin sicher, Spanien, Portugal, Italien hätten hochinteressiert auf diese Blaupause geschaut.

    Natürlich hat Merkel jede Menge Fehler gemacht, die aber m.E. alle aus dem ersten großen Fehler im Mai 2010 folgten, als die griechische Finanzmisere das erste Mal überall offenkundig wurde. Sie eilte damals von einem Moskau-Besuch zu einem Treffen mit Sarkozy, Berlusconi und Zapatero. Die 3 Herren hatten sich schon vorab verabredet und Frau Merkel wurde regelrecht überrumpelt, weichgeknetet und weichgekocht. Sie ließ sich gegen ein paar Bedingungen und gegen ein im Eilverfahren zusammengeschustertes Gesamtkonzept auf sofortige Hilfszahlungen an Griechenland ein. Ein wirklich verhängisvolles Fehlsignal.

    Es wäre im übrigen auch Griechenland sehr viel erspart geblieben, hätte man von Anfang an die no-bail-out-Klausel respektiert, Griechenland aus dem Euro austreten lassen und das Land nach einem Schuldenschnitt und einer Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung neu beginnen lassen.

    Ach ja, und auch Deutschland wird seine eigenen Reformen anpacken müssen bzw. hat sie auch schon angepackt: u.a. die Erschließung neuer zahlungskräftiger Absatzmärkte, vorzugsweise Rohstoff-Staaten und natürlich eine Stärkung der Binnenkonjunktur.
    Der eine Teil des deutschen Geschäftsmodells - Waren nach Südeuropa gegen Kredit - ist meines Erachtens kein Argument für weitere Zahlungen. Ganz im Gegenteil: so wird nur ein insolventer Gläubiger weiter gepäppelt, da wird gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen.
  5. #114

    Volltreffer!

    Zitat von der andere Beitrag anzeigen
    Was sollen wir denn machen? Die Finanzpolizei für die EU spielen?
    Weil die griechischen Regierenden und Politiker riesige Mengen für Wahlkampfgeschenke oder was auch immer versenkt und so Griechenland in die Krise geritten haben?!
    Und nun hat die EU auch noch so weitere, bald am Finanz-Tropf hängende Länder in ihren Kreisen. Und dann denken auch noch welche über einen Türkei-Beitritt nach...?!
    Die EU muss dringend ihre Beitrittkriterien überdenken!
    Erst wer nach langer Zeit, bspw. 10 Jahre, nachgewiesen vernünftig gewirtschaftet hat, der darf mitmachen.
    Denn sonst zahlen die starken Volkswirtschaften wie z.B. Deutschland in 20 Jahren für ein Drittel der EU..!
    genau so ist es. Ich würde den Zeitraum statt 10 auf exakt 70 Jahre verlängern. Denn da findet sich bestimmt der eine oder andere Sünder der seine Schulden nicht getilgt hat...
  6. #115

    Euroaustritt.....

    Zitat von celino Beitrag anzeigen
    Das mit der Eigenversorgung dürfte nicht klappen, da Griechenland seit Jahren ein Primärdefizit "erwirtschaftet". Es erwirtschaftet auch ohne Zins und Tilgung nicht seine Ausgaben, so einfach, so dramatisch.

    Die Kritik, dass der überwiegende Teil der EU-Hilfszahlungen nur an die Banken geht, beschreibt nur einen Teil der Realität. Dieses Geld dient nicht nur zur Bedienung der Zinsen sondern auch, um auch die griechischen Banken überhaupt liquide zu halten, um überhaupt noch selbst die drastisch gekürzten Renten und Gehälter am Monatsanfang zahlen zu können. Wird dieser Faden gekappt, ist Griechenland nicht nur bankrott sondern quasi von jetzt auf gleich illiquide. Und dann sehen wir uns mit noch ganz anderen Dimensionen des Elends konfrontiert.

    Die Griechen meinen, es gehe nicht mehr schlimmer, o doch, es geht.

    Die Kopplung an den Dollar ist angesichts dieser Lage ziemlich nutzlos. Sie würde neben ein paar landwirtschaftlichen Gütern das einzige "Export"gut, den Tourismus, weiterhin verteuern. Im inneren birgt die Ankopplung an den Dollar die Gefahr einer deflationären Spirale, mit der Folge dass das Währungsverhältnis immer wieder zugunsten des Dollar angepasst werden müsste.

    Mit 500 Tonnen Gold in den Depots der griechischen Zentralbank und mit der <<Schulden-Nicht-Anerkennung>> wird Griechenland kein Primaerdefizit mehr einfahren.Uebringens das Land ist nicht so am Ende wie jeder glaubt.Vor zwei Wochen hat Griechenland 400 Abraaham Panzer vn den USA erhalten.Im Gegenzug annulierte die griechische Regierung vor einem Jahr den Kauf von 300 Leopard Panzer.Das heist die USA mischen sich in Griechenland mittlerweile ein......
  7. #116

    Einfache Frage...

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Und deshalb geht eben gar nichts. Man muss die Griechen völlig auf sich stellen, auch zur Abschreckung für andere. Die Zeiten werden härter.

    Aber wenn eben auch alle seit den späten sechzigern glauben, es könne immer nur besser werden, ist jetzt vielleicht die letzte Chance, den Realitäten ins Auge zu blicken, bevor - für alle und nicht nur Griechenland - gar nichts mehr geht.
    Wenn sich Deutschland so "abgezockt" fuehlt warum triitt das Land nicht aus den Euroraum?Dann wuerde das Problem ganz einfach vom Tisch sein...Politik ist nicht so simpel...Griecheland wird nicht aus naechstenliebe geholfen......Griechenland hat 2.000.000 Asienfluechtlinge und mit den Dublinvertrag 2 koennen die nicht abgeschoben werden.Triitt das Land aus den Euro aus werden 2 millionen nach Asiaten nach Deutschland kommen....!.!.!.!Griechenland hat so viele,erwiesene Rohstoffe(Oel ,Uran,Erdgas) wie kein anderes Euroland.Aber das energieabhaengige Europa schlaefft noch.....Schade...Uebrigens:Griechenland gibt 20 Milliarden an Militaerausruestungen aus um seine Grenzen abzusichern da die EU und die NATO,gegenueber der Tuerkei,es nicht wagen diese Grenzen als Eurogrenzen anzuerkennen....Diese 20 Milliarsen,pro Jahr,wuerden fuer die letzen 5 Haushaltsperioden ein Primaerplus von 40 Milliarden bedeuten...Griecheland ist nicht korrupter als ein anderes europaisches Land...Es hat bloss zusaetzliche Probleme.Diese nutzen andere Staaten aus, um Waffen etc. zu verkaufen....Das Land hatte bis 1981,als es sich damals der EWG anschloss,eine bessere Wirtschaft als heute!!!!Die frueheren Zeiten beweisen das es Zeit wird fuer Griechenland mal wieder die Grenzen zu schliessen und sich nur mit Russland und den USA zu packtierenSoa hat es immer gut geklappt...


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