Der Vergleich hinkt hinten und vorne.
Würde man die Logik der Prohibition auf den Straßenverkehr anwenden, wären Autos illegal.
Würde man meine Logik auf den Drogenhandel anwenden, würde der Staat die Labore kontrollieren, so wie er heute Fahrzeuge auf ihre Verkehrstüchtigkeit prüft.
Was klingt für sie sinnvoller?
Die meisten dieser Drogen sind allerdings nach wie vor legal, oder genauer : halblegal.
Illegalität ist auf dem Drogenmarkt mittlerweile tatsächlich die Ausnahme, wenn man sich die Menge der verfügbaren Substanzen ansieht.
Es gibt für ausnahmslos jede populäre Droge dutzende, wenn nicht hunderte Alternativen, die noch in der rechtlichen Grauzone verharren und sobald die verboten sind, kommen die nächsten um die Ecke.
Der Laie macht sich gar keinen Begriff davon, wie die Szene heute aussieht und erst recht nicht davon, wie sie in ein paar Jahren aussehen wird.
Der Artikel, um den es hier geht, wird wieder ein paar hundert potentielle Konsumenten auf Badesalze aufmerksam machen, der harte Kern der Szene besorgt sich ohnehin schon längst den Reinstoff übers Internet, die Dealer verkaufen immer häufiger Research Chemicals als etablierte Drogen, oft genug mit Todesfolge, weil auf dem Schwarzmarkt genau so wie in weiten Teilen des grauen Markts keiner weiß, was drin ist.
Das Prohibitionsregime wird gerade vollkommen ausgehöhlt.
Funktioniert hat es noch nie, jetzt wird es eben vollends der Lächerlichkeit preisgegeben.
Derweil fordern seine Befürworter weiter Nulltoleranz.
Hat zwar schon in den 60ern versagt, aber egal, Hauptsache, man kann verbieten, was einem nicht passt, statt mal auf die Konsequenzen seiner Politik zu achten und sich das eigene Scheitern einzugestehen.
Sehen Sie sich an, was die Dekriminalisierung sämtlicher Drogen in Portugal gebracht hat.
Weniger Drogentote, genau wie bei der Abgabe von Heroin hier in Deutschland.
Vergleichen Sie das mit dem völligen Scheitern harter Repressionsmaßnahmen in Russland oder den USA und erzählen Sie mir dann noch mal, man sollte NICHT die regulierte Freigabe sämtlicher Drogen fordern.
Wir bewegen uns ohnehin im Schneckentempo darauf zu.
Methoden der akzeptierenden Drogenarbeit ersetzen in Europa und zunehmend in Amerika seit Jahren das harte Durchgreifen.
Weil sie einfach besser funktionieren und das nicht mehr zu leugnen ist.
Es ist eine unbequeme Wahrheit, keine Frage.
Aber es gibt nun mal keine bessere Alternative.

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