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Neues Parlament: Mehrheit der Afghanen sieht Wahl als Farce

Zum zweiten Mal seit dem US-geführten Einmarsch können die Afghanen ein Parlament wählen.*Der Westen hofft auf eine Signalwirkung - doch die Mehrheit der Bevölkerung hat den Glauben an eine faire Abstimmung längst verloren. Eine Umfrage dokumentiert den dramatischen Vertrauensverlust.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...717827,00.html
  1. #1

    <->

    "Wer einmal lügt/fälscht dem glaub man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht." Nach wie vor gültig dieses alte Sprichwort. Die letzte Wahl war schon eine Farce, warum sollte die Neue besser werden?

    Man sieht doch was passiert, wenn die 'falschen' gewählt werden, man muss nur nach Israel/Palästina schauen und wer dort eigentlich die letzten Wahlen gewonnen hat ...
    Wo auch immer USA draufsteht -> never trust. Das haben selbst die größten Hinterwäldler inzwischen begriffen.
  2. #2

    ...

    Wir sollten uns mal langsam davon verabschieden, unsere Kultur und Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte allen überstülpen zu wollen. Das funktioniert so nicht. Schon gar nicht im arabisch-islamischen Kulturkreis, deren System und Wertvorstellung nicht damit übereinzubringen ist.

    Das Sagen haben dort die Clan-Chefs, Stammesältesten. Die Zentralregierung ist doch nur eine Marionette dieser Lokalfürsten. Ein Wertesystem wie bei uns setzte erst mal voraus, daß eine Säkularisierung stattfände und entsprechende Werte- und Rechtsnormen aus dem Koran zurückgedrängt würden, um darauf eine freiheitlich-demokratische Grundordnung aufzubauen. Deren Grundordnung beruht aber auf dem Koran als oberste gesetzgebende Instanz.

    Wer daran glaubt, daß sich Recht und Gesetz und darauf aufbauende Werte im Islam von der Religion abkoppelt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
  3. #3

    Der Westen hofft auf eine Signalwirkung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zum zweiten Mal seit dem US-geführten Einmarsch können die Afghanen ein Parlament wählen.*Der Westen hofft auf eine Signalwirkung - doch die Mehrheit der Bevölkerung hat den Glauben an eine faire Abstimmung längst verloren. Eine Umfrage dokumentiert den dramatischen Vertrauensverlust.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...717827,00.html
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    Eine erneute Wahl in Afghanistan und der Westen hofft wieder auf eine Signalwirkung, aber ohne selbst dabei mitzumischen möchte man sicherlich auch nicht hoffen.

    Afghanistan ist eine einige Lüge und das wissen auch alle daran Beteiligten, nur den Mut es dem Volk mitzuteilen, dass schaffen, oder wollen sie dann doch nicht.
    HR
  4. #4

    Taliban miteinbinden!

    Zitat von Schalke Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns mal langsam davon verabschieden, unsere Kultur und Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte allen überstülpen zu wollen. Das funktioniert so nicht.
    Ich muss sagen da stimme ich nur teilweise mit Ihrer Aussage ueberein. Sie hast recht, dass es schwer ist allen Kulturkreisen unsere Werte zu uebermitteln. Ich beziehe mich vor allem auf die Demokratie. Die Demokratie ist das fairste und neutralste System was wir kennen, desshalb ist es wichtig andere Kulturen von diesem System zu ueberzeugen. Wo ich mir aber sicher bin, der Westen geht die Sache sehr ueberstuerzt und zu offensiv an.
    Ich empfinde, wie es in den Umfragen auch deutlich zum Vorschein kommt, es fuer sehr wichtig die Taliban in die Machtvergabe einzubinden-Noch!
    Ihr handeln macht sie nicht gerade zu einem angenehmen Partner, aber sie friedich zu stimmen, was mit einer Verhandlung der Machtverteilung mit sicherheit erreicht werden koennte, ist von grosser Bedeutung.
  5. #5

    Systeme

    Zitat von Schalke Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns mal langsam davon verabschieden, unsere Kultur und Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte allen überstülpen zu wollen. Das funktioniert so nicht. Schon gar nicht im arabisch-islamischen Kulturkreis, deren System und Wertvorstellung nicht damit übereinzubringen ist.

    Das Sagen haben dort die Clan-Chefs, Stammesältesten. Die Zentralregierung ist doch nur eine Marionette dieser Lokalfürsten. ...
    Vielleicht sollten wir eher mal drüber nachdenken das unser "System" nämlich schlicht ein paar zentrale Macker zu wählen auch keine Demokratie darstellt - sondern - egal wie man es nennen will nur eine andere Art von Obrigkeitsstaat ist!
    In ganz Europa haben nur die Schweizer ein Demokratie = Durch das Volk Model, diese "Präsidenten, Kanzler, parlamentarischen Systeme" sind zwar praktisch für die Lobbyisten - aber haben doch mit dem Bürger nichts gemeinsam!

    Und man mag sagen was man will - die Clans und Stammesältesten sind keineswegs da undemokratisch - es ist nur eben eine sehr direkte und auf kleinere Gruppen bezogener Auswahlprozess der Führung.

    Wer sagt den, das "demokratisch" heißen muss - eine führungsriege und viele die grad mal wählen dürfen? Das klappt doch in Europa selber nicht mehr - die Bürger haben auch hier keine Lust mehr spielball von sich selbst immer wieder an die Macht hievenden Organisationen zu sein!

    Die AFG haben seit Jahrtausenden ihre "kleinstruktur" von Demokratie .. bissle rustikal - bissle ruppig auch beim Absetzen, aber scheinbar klappt das recht gut.

    Das ist keine Frage des Islam - das ist die Frage ob es Zentralmachthaber geben muss, ob es zentrale Steuerrungszentralen gibt die das Volk ausbeuten und ob man das haben will.
    Karzais Verwandte bedienen sich an einer Bank - Merkel bedient die Banken damit diese schön ihre Machtstruktur bezahlen .. Unterschied? Nicht wirklich..

    Vielleicht sollte man eher mal das Demokratie model der CH versuchen zu transportieren - nämlich kleinzellige Demokratische Volksentscheidsstrukturen - und Zentralen die ein wenig Organisieren aber ansonsten nichts zu sagen haben..

    Wie heißt es so schön im Artikel
    Selbst in den Provinzen rund um die Hauptstadt Kabul konnten Kandidaten kaum Werbung für sich machen, zu gefährlich sind Überlandfahrten und öffentliche Auftritte.
    Die machen also Politik aus der Ferne - kennen ihre "Wähler" nicht, und die Wähler kennen sie nicht .. das ist doch die Farce dort wie hier! Es wird gewählt was man nicht kennt nur weil jemand sagt .. "Die da müßt ihr wählen".

    Ich habe das sichere Gefühl, die Schweizer würden ein "Kanzler" Prinzip auch nicht haben wollen - sie wollen die kleinteilige direkte Demokratie .. also sollten wir schlicht mal über das "System" nachdenken, und nicht darüber ob da der "böse Islam" am werkeln ist.

    Und es ist ja nicht so, das 1,4 Mrd. Menschen alle von den Taliban oder Terroristen mit der Waffe in der hand gezwungen werden dieses System zu akzeptieren - die absolut überwiegende Mehrheit akzeptiert es freiwillig - selbst wenn es in westlichen Augen eben ein "anderes System" ist.

    Wer da ein wirkliches anderes System aufdrücken will -der übt letztlich den Zwang und die Zwangsherrschaft aus .. und genau das scheitert dort eben - wie so langsam auch in Europa..
  6. #6

    Super:

    Die Afghanen empfinden die Wahl als Farce? Dann sind sie ja schon genauso gute Demokraten wie die Mehrheit hier im Lande!
  7. #7

    keine faire Wahl...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zum zweiten Mal seit dem US-geführten Einmarsch können die Afghanen ein Parlament wählen.*Der Westen hofft auf eine Signalwirkung - doch die Mehrheit der Bevölkerung hat den Glauben an eine faire Abstimmung längst verloren. Eine Umfrage dokumentiert den dramatischen Vertrauensverlust.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...717827,00.html
    Ist doch ein Scherz?! Die Besatzer wollen eine bestimmte Regierung. Also wird die gewählt! Mit Demokratie hat das allerdigs nun gar nichts zu tun. Höchstens Demokratie a la USA. Die bestimmen doch, wer da regieren darf. Die Meinung des Volkes ist ihnen scheissegal!!! Die Amis wollen sich doch nur eventuelle Ölreserven sichern! Die Völker der Welt interessieren sie kein Stück.
  8. #8

    Wie Farce?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zum zweiten Mal seit dem US-geführten Einmarsch können die Afghanen ein Parlament wählen.*Der Westen hofft auf eine Signalwirkung - doch die Mehrheit der Bevölkerung hat den Glauben an eine faire Abstimmung längst verloren. Eine Umfrage dokumentiert den dramatischen Vertrauensverlust.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...717827,00.html
    64 % der befragten Afghanen aus 5 Provinzen (!) vermuten/befürchten Intransparenz, 70 % der Befragten wollen aber zur Wahl gehen. Das passt nicht zum SPON - Titel, denn warum sollte man motiviert sein, an einer Farce teilzunehmen?
    Im Übrigen war die Umfrage nicht repräsentativ, sondern sollte nur einen Meinungs-TREND wiedergeben.
    Man lese die Studie en detail, was ich ohnehin jedem empfehle, der sich von SPON nicht fremddenken lässt…
  9. #9

    Die demokratische Werte

    Zitat von Schalke Beitrag anzeigen
    Wir sollten uns mal langsam davon verabschieden, unsere Kultur und Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte allen überstülpen zu wollen. Das funktioniert so nicht. Schon gar nicht im arabisch-islamischen Kulturkreis, deren System und Wertvorstellung nicht damit übereinzubringen ist.

    Das Sagen haben dort die.....
    Hören Sie bitte auf im Namen der demokratischen Werte zu reden. Welche dieser Werte erlaubt ihnen pauschal über eine Religionsgemeinschaft zu urteilen? Erinnern Sie sich doch, mit welchen Werten die westlichen Staaten - vor allen USA - Afghanistan befreit haben? Flächendeckende Bombardierung, großzügige finanzielle Unterstützung der Kriegsfürsten, Aufbau einer korrupten Elite, Bagram, Guantanamo, fehlende Aufbau der staatlichen und wirtschaftlichen Strukturen… Laut die Mehrheit der unabhängigen politischen Experten ist die heutige Situation in Afghanistan das Ergebnis der hausgemachten Politik der westlichen Staaten. Die Afghanen haben schon bei den ersten Wahlen ihre demokratische Bereitschaft, nach dem dreißigjährigen Krieg, gezeigt. Wurde diese Bereitschaft belohnt? Haben Sie keine Gewissensbisse, die ganze Schuld den Afghanen und Muslimen in die Schuhe zu schieben?


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