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Neues Gesetz: Aigner will Antibiotika-Einsatz bei Tieren eindämmen
DPALandwirte müssen sich auf schärfere Regeln einstellen. Verbraucherministerin Ilse Aigner hat ein Gesetz vorbereitet, mit dem der Antibiotika-Einsatz bei Tieren deutlich begrenzt wird. Laut Tierschützern werden in der Massentierhaltung 40 Mal mehr Antibiotika eingesetzt als in Krankenhäusern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...855736,00.html
- #1 14.09.2012 07:38 von
optional
Mich ärgert wie hier mit "subtilen" Formulierungen die Schuld für diesen Zustand der Pharma-Industrie zugeschoben wird. "Pharma-Unternehmen haben ... an Tierärzte abgegeben." Das hört sich an, als würde man schreiben: der Volkswagenkonzern lieferte dem Terroristen Mundlos das Tatfahrzeug (welches er wahrscheinlich in irgendeinem Autohaus gekauft haben wird). Ich glaube kaum, dass die Unternehmen direkt an Tierärzte liefern, eher werden die sich aus dem Großhandel eindecken. Und letzten Endes sind es doch die Mäster und die Tierärzte, die entscheiden, was dem Tierfutter beigemischt wird. Oder wie sollten die Unternehmen bestimmen: dieser und jener Tierärzt soll keine Antibiotika mehr geliefert bekommen, weil er damit möglicherweise Schlachttiere unsachgemäß aufpeppt.
Abhilfe schaffen könnte hier nur eine Apothekenpflicht auch für Tierarzneimittel und eine Rezeptpflicht für Antibiotika. So würde zumindest der Antibiotikaverbrauch schon mal dokumentiert werden. - #2 14.09.2012 07:40 von
optional
"Konkrete Reduktionsziele für Antibiotika wie in Dänemark oder den Niederlanden seien dringend notwendig. Außerdem müssten die Subventionen für den Bau neuer Massentierhaltungsanlagen gestoppt und die Privilegien für industrielle Tierhaltung aus dem Baugesetz gestrichen werden."
Darüber hinaus sollen alle durch die Massentierhaltung verursachten Folgekosten durch den Produzenten selber - und nicht durch den Steuerzahler - getragen werden! - #3 14.09.2012 07:49 von
Kann mir das jemand erklären?
"Anfang des Jahres hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in einer Stichprobe in mehr als der Hälfte von Hähnchenfleisch-Produkten gefährliche Keime gefunden. Diese können beim Menschen dazu führen, dass sich Resistenzen gegen Antibiotika bilden."
Wenn das Tier gefährliche Keime enthält, wird dann der Mensch resistent gegen Antibiotika? Ich dachte immer, Antibiotika sollen sich eher gegen Krankheitserreger richten, aber gut zu wissen, dass es jetzt auch Antibiotika gegen Menschen gibt.
Was hat die Antibiotikaresistenz damit zu tun, ob der Keim gefährlich ist? - #4 14.09.2012 08:04 von
Ist ja was ganz neues
Das Problem ist schon sehr lange bekannt. Das soll hier bitte nicht so dargestellt werden, als würde da jemand zügig handeln. Letztes Jahr wurde das mit puren und sinnlosem Aktionismus behandelt, in dem man das Dispensierrecht für Tierärzte streichen wollte.
Nun kommen wir der Sache schon näher.Wieweit die Industrie da mitmacht, sei dahingestellt, denn Antbiotikagabe in den Maßen sind bei der Massentierhatlungsbediegungen unumgänglich! Es geht einfach nicht anders.Die Bedingungen müssen geändert werden um eine bessere Tiergesundheit gewährleisten zu können.Das heißt teuereres Fleisch und extensivierung der Tierhaltung/Mast.
Tierärztin - #5 14.09.2012 08:08 von
Massentierhaltung
Ohne die vielfachen Antibiotika im Tierfutter aller Nutztiere in der Massentierhaltung (97% des Fleisches stammt aus der Massenvernichtungstierhaltung - 2 Milliarden Tiere werden pro Woche! für uns Menschen geschlachtet!) würden diese armen, nicht artgerecht gehaltenen und gequälten Tiere überhaupt nicht diese paar Wochen oder wenige Monate überleben können. Trotzdem sind die meisten krank, viele schon vorher gestorben - und nach dem Transport zum Schlachthof geschieht den meisten nochmal ein unglaubliches Schicksal - die Hälfte der Tiere (egal ob Rinder, Schweine, Schafe oder Hühner) werden lebend geschlachtet. Wir essen also krankes, gequältes Leid!
Zum Fleisch essen braucht es keinen Mut - aber sich anzusehen, woher die Tiere kommen, wie sie leben mussten, sich dies anzusehen, dazu braucht es Mut! Und wer dann weiterhin Fleisch und Milchprodukte isst, der arbeitet entweder für die Tierindustrie- oder er hat ein Herz aus Stein! Wenn die Mauern der Tierfabriken und Schlachthöfe aus Glas wären, gäbe es keine Massentierhaltung mehr!
Seht Euch den Film "Earthlings" an, googelt Massentierhaltung!
Denkt und handelt! Beendet diese grausame Massenvernichtung! Vegane Ernährung ist die gesündeste Ernährung! Und die leckerste! Man ändert nur seine Gewohnheiten! - #6 14.09.2012 08:10 von
Längst überfallig
Das Thema Antibiotika in der Tiermast ist seit Jahren bekannt. Das Eingreifen der Verbraucherministerin kommt nach meinem Dafürhalten viel zu spät. Aber als Verbraucher muss man vermutlich dankbar sein, dass sich überhaupt jemand dieses Themas annimmt. Wobei die Frage ist, ob der Gesetzentwurf durchkommt und was er letztendlich beinhaltet. Wenn der BUND jetzt schon sagt, dass es nicht ausreicht, ist wieder so ein Wischiwaschi-Werk zu befürchten.
"Landwirte sollen verpflichtet werden, die Häufigkeit von Antibiotika-Einsätzen zu dokumentieren."
Wer garantiert uns, dass sie's denn auch tun? Und wer soll kontrollieren, ob tatsächlich weniger Antibiotika zum Einsatz kommt? - #7 14.09.2012 08:11 von
- #8 14.09.2012 08:24 von
je mehr je besser
man sollte die tiere eigentlich ausschliesslich mit pharma fuettern, dann leiden sie wenigstens nicht so lange . ich hoffe, dass die verantwortlichen in ihren naechsten leben, als kleine gequaelte huehner zur welt kommen und fuer ihre
schaendlichen taten bewusst leiden. - #9 14.09.2012 08:31 von
Antibiotikaeinsatz muss dokumentiert werden
Die Behauptung Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren müsste zur Zeit nicht dokumentiert werden, ist Falsch! Tierärzte müssten die Abgabe *jedes* Medikament an Nutztierhalter im sogenannten "Abgabe und Anwendungsbeleg" dokumentieren. Der Tierhalter selbst wieder jede einzelne Anwendung die er vorgenommen hat. Und ja - die tun das auch: Die Schlachthöfe kontrollieren auf Medikamentenreste im Fleisch. Die Konsequenzen sind schlimmer als jede Dokumentationspflicht. Der Tierarzt, der Medikamente ohne diesen Beleg abgibt muss um seine Approbation fürchten.
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