Vor ihrem Abgang ins Museum bekommen die Space Shuttles der Nasa noch eine kleine Gnadenfrist. Die Raumfahrtbehörde hat das Geld für einen zusätzlichen Flug zur Raumstation ISS bekommen, damit dort noch einmal die Vorräte aufgestockt werden können.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...720633,00.html
Das hatte sich schon angedeutet weil es Varianten zur Umschichtung der Betriebskosten a $200 Mill. / Monat und Ausstiegskosten (zig Mrd.) gab. Und es lagern noch 3-4 nutzbare Außentanks eh einsatzfähig bei der NASA.
Das Space Shuttle produziert leider zu hohe Fixkosten je Monat um es einfach noch weiter zu nutzen. Die eigentlichen Verbrauchskosten sind mit ca. $150 Mill. je Flug eigentlich günstig gerade mit Blick auf die $100 Mrd. Kosten der ISS.
Das Shuttle mag teuer, zu teuer sein.
Seine Fähigkeiten sind aber einzigartig. Sein bedauerliches Ende ähnlich wie beim Ende der Concorde ein unersetzlicher Verlust und technologischer Rückschritt. Die Blütezeit der bemannten Raumfahrt geht ihrem Ende zu.
Mich freut es dass es noch einen weiteren Flug gibt, auch wenn das nichts ändert.
Man hätte für das Geld lieber 2 Flugzeugträger einmotten sollen, als einen Schritt rückwärts in der Raumfahrt zu gehen. Machen wir uns doch nichts vor - die Zukunft der Menschheit liegt im Weltall. Aufgrund der Überbevölkerung und Rohstoffsituartion müssten wir eigentlich deutlich weiter sein um unseren Bedarf auch in Zukunft decken zu können. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, das man seit Jahren auf der Stelle tritt und rund 40 Jahre nach der Mondlandung keinen bedeutsamen Schritt weiter gekommen ist.
Das was wir gegenwärtig in die Raumfahrt investieren kann man bestenfals als Grundlagenvorschung bezeichnen. Das SpaceShuttle ist eines der wenigen innovativen Highlights daraus. Raketen konnten wir vor 60 Jahren auch schon bauen...
Was wir bräuchten wäre mal wieder ein richtiger Kracher. Z.B. Spacelift, Regelmäßige Linenflüge ins All, Flug zum Mars oder ein entscheidender Durchbruch der Wissenschaft wie neuartiger Antrieb, Gravitation, Geschwindigkeiten >80% von Licht, etc. Ich hatte wirklich Hoffnung das durch die Entdeckung von Exo-Planeten vielleicht mal wieder richtig Schwung und Pioniergeist in die Raumfahrt kommt...aber bei gegenwärtig rund 60 Jahren Flugzeit zum Giese System ist da wohl nicht viel zu erwarten. Würde eine Nachricht doch rund 20 Jahre brauchen bis sie uns erreicht.
Haut rein Jungs, bald ist Öl, Nahrung & Co alle...
Machen wir uns nichts vor - wer sich etwas mit der Arbeit an Space Shuttle bzw. ISS-Programmen beschäftigt hat, wird feststellen, daß die Station bzw. das bemannte Programm langsam an seine Grenzen kommt - aber aus technischen Gründen: die Mikrogravitation setzt den Idealbedingungen schwer zu.
In Sekunden- bis Minuten-Abständen sorgen Auslösungen der Steuerdüsen zur Lagekoordination der Raumkörper für Erschütterungen der Station. Jede kleinste Bewegung, ja jedes Husten der Besatzung wird (leider negativ) in den Ergebnissen der an Bord durchgeführten Experimenten reflektiert. Die klassische Schwerelosigkeit kann im erdnahen höhenstationären Betrieb gar nicht erst erreicht werden.
Hier sind rein mechanisch, unbemannt betriebene Sonden und Experimente deutlich im Vorteil und können für wesentlich stabilere Bedingungen genutzt werden. Ihr Nachteil ist allerdings der hohe Grad an erzeugten Restpartikeln ("Weltraumschrott"), der für eine deutliche Verschmutzung der erdnahen Umlaufbahnen geführt hat, weil kaum auf Vermeidung in den letzten Jahren geachtet wurde. Hier ist die Industrie gefragt, Lösungen zu entwickeln, den Anteil an ablösenden Fragmenten zu reduzieren bzw. ganz zu vermeiden, um auch für nachfolgende Generationen eine einwandfreie Nutzung zu ermöglichen.
Was der Steinkohlebergbau bzw. dessen Subventionen für Deutschland bedeuten, hat bei den Raumfahrtnationen die bemannte Raumfahrt an Stellenwert erreicht. Aus Prestigegründen werden wirtschaftlich unsinnige bemannte Missionen oder -Experimente durchgeführt, von denen ein Loslösen aus politischen Gründen deutlich schwerer fällt als die rationale Betrachtung zulässt.
Das Space Shuttel hat immer noch interessant niedrige variable Kosten:
- $30 Mill. je Außentank
- $60 Mill. Booosterfüllung und -revision
- etwas für die Treibstoff
Und die Orbitertriebwerke sind bzgl. Standzeit und Zuverlässigkeit in der jetzigen Revion RS-25d überragend.
Da reicht die Physik der Mittelstufe um die Illusionen der Erreichbarkeit zu verlieren.
Die Gesetze des Universum lassen sich eben von Mr. Spock ändern - sonst nicht.
Alleine, das Shuttle war im Betrieb viel zu teuer, und es kam nicht über den Erdorbit hinaus. Ich war anfangs auch enttäuscht, dass man nun wieder auf Raketen setzen will, aber wenn man billig ins Weltall will, dann sind Raketen immer noch billiger als wiederverwendbare Raumschiffe. Zahlreiche Studien (DC-X, VentureStar, X-20 etc.) wurden durchgeführt und scheiterten. Wobei allerdings der wiederverwendbare Orbiter Dream Chaser (http://de.wikipedia.org/wiki/Dream_Chaser) vielleicht ein würdiger und rentablerer Nachfolger des Shuttles werden könnte.
Vielleicht wird dereinst über die SpaceShip-2-Schiene mal ein wiederverwendbares Raumfahrzeug für den niedrigen Erdorbit entwickelt werden, mit dem Normalbürger kostengünstig ins All fliegen können, oder Astronauten zu einem Raumfahrzeug, dass im Weltall nachgetankt und gewartet werden kann und das zwischen Erde und Mond pendeln könnte. Derzeit gibt es zu Raketen jedoch keine Alternative, wenn man kostengünstig von der Erde wegmöchte. Die in Entwicklung befindliche Orion-Kapsel wird übrigens wiederverwendbar sein.
Boeing hatte vor Jahren der NASA die Entwicklung eines Shuttle II vorgeschlagen - abgelehnt.
Die Kapsellösung und Orion hat Vorteile und verspricht mehr Sicherheit beim Versagen wichtiger Systeme.
Aber es gibt viele Szenarien bei denen diese Sicherheit auch versagen könnte.
Per Booster (4 oder 5 Segment), etablierten Außentank und Redesign des Shuttle könnte man locker 25-30 to mehr zu ISS bringen. Und ein Shuttle wäre als Weltraum Touristentaxi einen interessante Dimensionierung. 50 Touris für $150 Mill. variable Kosten ins All gebracht .... $3 Mill. je Nase.
Orion wird $100 Mill. je Flug kosten - bei vielleicht 4+2 Passagieren.